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Alles Wichtige zu Depots für Wertpapiere, Aktien und Co

Sven Schäfer arbeitet bereits schon seit vielen Jahren als selbstständiger Autor für diverse Fachportale, zu denen unter anderem auch das Online-Magazin Depot.de gehört. Er berichtet in seinem Gastbeitrag über alle Stolpersteine rund um die Eröffnung und den Handel von Wertpapieren, Aktien und Anlagen.

Der langfristige Vermögensaufbau mit Wertpapieren aller Art ist nicht zuletzt aufgrund der potentiellen Gewinnmöglichkeiten bereits schon seit einiger Zeit in aller Munde – doch bevor man damit so richtig durchstarten kann, steht im ersten Schritt die Eröffnung eines sogenannten Depots an. Aber was ist das eigentlich genau? Kann man Wertpapiere, wie beispielsweise Aktien, (Investment-)Fonds oder auch Exchange Traded Funds (kurz ETFs) nicht einfach über das altbekannte Tagesgeld- beziehungsweise Girokonto handeln und verwalten? Welche Vorteile bietet ein solches Depot für den Privatanleger? Und worauf sollte man optimalerweise schon vor der Eröffnung achten, damit es später keine Probleme mit zu hohen Gebühren, fehlenden Finanzprodukten und nicht verfügbaren Handelsplätzen kommt?

Das Wichtigste vorab: Bevor man über die Eröffnung eines Depots für Wertpapiere nachdenkt, sollte man sich im Klaren darüber sein, welche Strategie man damit grundsätzlich verfolgen möchte. Soll es zum Beispiel eine Einmalanlage sein oder möchte man aktiv mit Aktien, ETFs und Co. handeln? Geht es um kurzfristige Spekulationen oder eher um langfristig angelegte Investitionen, beispielsweise zur Absicherung der eigenen Altersvorsorge? Reicht ein selbstverwaltetes Online-Depot oder möchte man stattdessen lieber auf das Know-how und die Beratung der Hausbank zurückgreifen können? Und soll es sich hauptsächlich um altbekannte Fonds- und Aktienklassiker handeln oder benötigt man unter Umständen sogar Zugriff auf ausländische Wertpapiere und Handelsplätze? Gut zu wissen: Eine gute Vorbereitung erspart dem zukünftigen Anleger nicht nur viel Stress, sondern schützt vor allen Dingen auch vor unnötig hohen Kosten.


Schritt für Schritt zum persönlichen Depot

Wer sich nicht die Mühe machen und sämtliche Fonds im Chartvergleich beurteilen oder ständig alle relevanten Einzelwerte und Kursveränderungen im Auge behalten, sondern stattdessen auf die persönliche Beratung eines Fondsmanagers setzen möchte, kann das Wertpapierdepot ganz einfach vor Ort in der Filiale der eigenen Hausbank eröffnen. Hier reicht in der Regel bereits schon ein einziger Termin aus, um danach direkt mit dem Wertpapierhandel beginnen zu können. Allerdings sollte man bedenken, dass die meisten Banken eine jährliche Depotgebühr verlangen, die sich nach dem Depotvolumen und den getätigten Transaktionen richtet. Dazu ein kleines Beispiel zur Verdeutlichung: Bei einem Depotvolumen von rund 20.000 Euro und bis zu zehn Transaktionen pro Jahr können die reinen Depotkosten einer Filialbank viele hunderte Euro über denen einer sogenannten Onlinebank liegen.

Und genau das ist der Grund, warum sich Privatanleger immer häufiger für ein Depot bei einem Online-Broker entscheiden. Darüber hinaus läuft die Depoteröffnung dort meist genauso unkompliziert ab, wie bei der Hausbank: Einfach den Eröffnungsantrag online ausfüllen, das gewünschte Verrechnungskonto angeben (in der Regel das eigene Girokonto) und zur Identifikation der eigenen Person das Post- respektive Videoident-Verfahren (online oder vor Ort bei einer Postfiliale) durchführen – und schon kann der Wertpapierhandel beginnen. Allerdings sollte man sich vorab unter allen Umständen ausreichend Zeit nehmen, um die zahlreichen Anbieter und deren Vorgehensweisen ganz in Ruhe miteinander vergleichen zu können. So lassen sich zum Beispiel versteckte Kosten, ein verpflichtendes Mindestvolumen, zusätzliche Transaktionsgebühren und anfallende Extragebühren bei Inaktivität von vornherein vermeiden. Tipp: Um zu verhindern, dass die Rendite durch hohe Kosten geschmälert wird, sollten die jährlichen Gebühren im Optimalfall weniger als ein Prozent der gesamten Anlagesumme ausmachen.


Worauf sollte man achten, um eventuelle Komplikationen zu vermeiden?

Abschließend sei gesagt, dass im täglichen Umgang mit dem Wertpapierdepot verschiedenste Gefahren lauern, die gerade für unerfahrene Börsenneulinge relativ schnell zu (finanziellen) Problemen führen können. Dementsprechend kann es sich im wahrsten Sinne des Wortes auszahlen, wenn man sich die folgenden, potentiellen Stolpersteine noch vor dem ersten Trade etwas genauer anschaut.

Verfügbare Produkte, Handelsplätze und -zeiten prüfen
Je nachdem welche Strategie man mit dem Wertpapierhandel verfolgen möchte, kann es nicht schaden, sich bereits schon im Vorfeld über die Produktpalette des favorisierten Anbieters zu informieren. Können beispielsweise nur komplette Fondpakete oder auch Einzelaktien gehandelt werden? Hat man Zugriff auf ausländische Aktien und Handelsplätze? Zu welchen Zeiten kann man kaufen beziehungsweise verkaufen – und fallen unter Umständen zusätzliche Gebühren an, wenn man außerhalb der regulären Börsenöffnungszeiten aktiv werden möchte?

Nicht zu häufig handeln
Gerade für Privatpersonen, die das Depot hauptsächlich für langfristige Investitionen nutzen wollen, gilt: Wer mehr als maximal zehn Handelsorders pro Jahr aufgibt, muss aufgrund der anfallenden Ordergebühren damit rechnen, dass die Rendite sehr stark darunter leidet. Tipp: Die Gebühr sollte keinesfalls mehr als ein Prozent des Kaufvolumens ausmachen. Wer sein Portfolio häufig aktualisieren möchte, sollte dementsprechend darauf achten, dass der Anbieter sogenannte Heavy-trades möglichst kostengünstig ermöglicht.

Auf die sogenannten Fremdspesen achten
Neben den jährlichen Depotgebühren und den anfallenden Tradingkosten respektive Ordergebühren fallen häufig weitere Kostenpunkte an, die nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich sind. Dabei handelt es sich um die sogenannten Fremdspesen. Dazu gehören unter anderem die Gebühren für den Makler/Broker und die Abgaben an die jeweiligen Handelsplätze, die in der Regel bei jedem einzelnen Trade anfallen. Hier kann es sich gegebenenfalls lohnen, die Trades über einen außerbörslichen Handelsplatz abzuwickeln.

Das Portfolio in regelmäßigen Abständen überprüfen
Neben zahlreichen Finanzexperten rät auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (kurz BaFin) den Anlegern dazu, das Portfolio nach Möglichkeit in regelmäßigen Abständen (optimalerweise mehrmals pro Jahr) per Depotüberblick auf eventuelle Unregelmäßigkeiten hin zu prüfen. Hier sollte man unter anderem besonders auf die laufenden (Transaktions-)Kosten, die Kursentwicklung der verschiedenen Aktien und Fondpakete und die damit verbundenen Dividenden achten.


Über den Autor:

Sven Schäfer arbeitet bereits schon seit vielen Jahren als selbstständiger Autor für diverse Fachportale, zu denen unter anderem auch das Online-Magazin Depot.de gehört. Aufgrund seiner langjährigen Expertise in den Bereichen Kreditwesen, Anlageberatung, Fonds & Aktien ist er stets am Puls der Zeit und weiß genau, welche Themen die Finanzwelt aktuell beschäftigen.


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