Wie Arbeitsplätze die Mitarbeiterzufriedenheit beeinflussen

 

Gastbeitrag von Sandra Winkler, Marketing Manager Germany bei Mindspace

 Die Digitalisierung ist allgegenwärtig. Neue Job-Profile entstehen und die Lage auf dem Arbeitsmarkt wird in einigen Branchen immer kritischer. Vor allem in der Tech- und Start-up-Szene werden motivierte und qualifizierte Mitarbeiter händeringend gesucht. Aber auch für den deutschen Mittelstand und Konzerne stellen das Finden und Halten von Mitarbeitern große Herausforderungen dar. Im sogenannten “War for Talent” müssen sich Unternehmen gegen Konkurrenten beweisen und mit ihren Angeboten überzeugen. Neben Faktoren wie Gehalt oder Urlaub spielen hier der Arbeitsplatz und die Benefits eine immer wichtigere Rolle.

Arbeitnehmer vs. Arbeitgeber

Buzzwords wie Work-Life-Balance oder flexible Arbeitsmodelle werden oftmals leichtfertig von Entscheidern in Unternehmen als vorübergehende Trends abgetan. Vor allem für junge Arbeitnehmer der Generationen Y und Z sind diese Faktoren jedoch in Recruiting-Prozessen und bei der Motivation am Arbeitsplatz entscheidend. Diese Schere zwischen den Sichtweisen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist in einigen Unternehmen und Konzernen so riesig, dass eine hohe Fluktuation das Resultat ist. Unternehmen müssen verstehen, dass sie zwar nicht jeden Benefit im Portfolio haben müssen, aber den bestehenden und neuen Mitarbeitern trotzdem attraktive Bedingungen bieten müssen.

CoWorking @ Munich, Viktualienmarkt

Ein Faktor, der oftmals unterschätzt wird, ist die Arbeitsumgebung. Deutsche Arbeitnehmer verbringen oftmals mehr Zeit an ihrem Arbeitsplatz als in ihren eigenen vier Wänden. Das Büro ist ausschlaggebend für die Produktivität und Stimmung in einem Unternehmen. Neben der Lage und der Erreichbarkeit spielen vor allem das Design und die Aufmachung eines Büros eine wichtige Rolle. Unternehmen müssen sich im Klaren darüber sein, welche Werte sie mit ihrem Büro widerspiegeln möchten. Eine offene und moderne Arbeitskultur und eine entsprechende Arbeitsumgebung steigern die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Wichtig ist zu beachten, dass eine Balance zwischen Gemeinschafts- und Ruhebereichen geboten wird. Arbeitsplätze sollten die Zusammenarbeit verschiedener Teams erleichtern und dazu einladen, sich mit Kollegen auszutauschen. Teamwork darf nicht nur eine Floskel sein, sondern muss gelebt werden. Allerdings sollte berücksichtigt werden, dass bestimmte Abteilungen (beispielsweise HR- oder Finance-Teams) geschlossene Räumlichkeiten aufgrund von Datenschutzanforderungen benötigen. Unabhängig von der Position oder der Abteilung ist es wichtig, dass Unternehmen genügend Rückzugsorte, Telefonkabinen, Meetingräume und Ruhebereiche für die Mitarbeiter gewährleisten, um ein konzentriertes Arbeiten zu ermöglichen.

“Die Gestaltung der Arbeitsbereiche beeinflusst maßgeblich die Stimmung der Mitarbeiter.”

Authentische Unternehmenskultur

Arbeitsplätze zeichnen sich vor allem durch ihr Design aus. Die Gestaltung der Arbeitsbereiche beeinflusst maßgeblich die Stimmung der Mitarbeiter. Design-Entscheidungen müssen gut durchdacht sein und die Arbeitsbereiche sollten ein stimmiges Gesamtbild vermitteln. Wichtig ist, dass sich ein Unternehmen authentisch präsentiert. Ein aufgesetztes Image, das nicht zu den Leistungen oder der Unternehmenskultur eines Arbeitgebers passt, wirkt sich schnell negativ auf die Mitarbeiterzufriedenheit aus, da die Erwartungen der Mitarbeiter nicht erfüllt werden. Ein einladendes und inspirierendes Büro-Design macht den Arbeitsplatz hingegen zu einem Ort voller Ideen und Produktivität. Und je nach Branche wird ein modernes Büro-Design erwartet. Vor allem in der Start-up-Szene gehört ein cooler Büro-Komplex zum guten Ton und führende Unternehmen überbieten sich mit Design-Konzepten.

Unternehmen, die nicht das Budget oder die Kapazitäten haben, eigene Design- und Büro-Konzepte aufzustellen und zu realisieren, nutzen häufig Büro-Alternativen wie Coworking-Spaces. Die flexiblen Büro-Lösungen bieten häufig eine Vielzahl an Leistungen (z. B. Rezeption für Gäste und Postannahme, Events, Workshops, Kooperationen mit Dienstleistern), die einzelne Unternehmen nicht gewährleisten können. Zudem bieten Coworking-Anbieter die Möglichkeit, dass die Mitarbeiter ihr berufliches Netzwerk erweitern und durch den Austausch mit anderen Coworking-Mitgliedern kontinuierlich neue Impulse erhalten. Während Coworking vor einigen Jahren noch ein Konzept für Freelancer und Kreative war, ist diese Arbeitsumgebung mittlerweile zu einer echten Alternative für Unternehmen verschiedenster Größe geworden. Diese Entwicklung zeigt, welchen Stellenwert die Arbeitsumgebung mittlerweile eingenommen hat.

Das Büro als Benefit

Der Arbeitsplatz ist ein ernstzunehmender Faktor mit Blick auf die Mitarbeiterzufriedenheit. Eine kürzlich durchgeführte Studie von Mindspace, einem global agierenden Coworking-Anbieter, zeigt u.a., dass für 41 % der deutschen Arbeitnehmer eine schlechte Arbeitsatmosphäre der Hauptgrund für deren Unzufriedenheit im Job ist. Auch das Design wirkt sich entscheidend auf die Motivation und Mitarbeiterbindung aus. Umso erschreckender ist es, dass laut der Studie nur 4 % der Befragten ihren Arbeitsplatz anregend und aufregend empfinden. Ein Drittel (32 %) sagt, dass das Büro zu formell und eintönig ist. Produktivität und Kreativität der Mitarbeiter wird damit ausgebremst. Unternehmen müssen den Stellenwert des Arbeitsplatzes erkennen und zu einem Benefit umwandeln. Nur so schaffen sie es, Mitarbeiter zu halten und für sich zu gewinnen.

 

Weiterführende Informationen:
https://www.mindspace.me/

Unsere Autorin

Sandra Winkler, Country Marketing Manager bei Mindspace

Aufmacherbild/ Quelle /
Mindspace

CC BY-ND 4.0 DE

 

 

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