Transformiert Euch!

Im Bann der Beschleunigung

Der digitale Wandel verschiebt die Erfolgsfaktoren im Wettbewerb bereits dramatisch. Besonders deutlich wird das, wenn die Rahmenbedingungen durch äußere Einflüsse plötzlich nochmals aus dem geplanten Gleichgewicht kommen. Die aktuelle Situation ist gewissermaßen ein Indikator für den digitalen Reifegrad und damit für die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens. Erfolgsentscheidend werden für Unternehmen die Fähigkeit zum Wandel und Geschwindigkeit sein, um flexibel, schnell und agil agieren zu können und Prozesse skalierbar neu auszurichten. Ob für inkrementelle Innovationen oder neue digitale Geschäftsmodelle, nur schnell muss es gehen.

Gut gewappnet für die digitalisierte Wertschöpfung ist, wer jetzt schon seine Tools und Apps für das eigene Unternehmen mit und durch Cloud-Services betreibt. Aber um dort eine komplexe Infrastruktur zu managen, ist einiges an Erfahrung in der IT-Abteilung nötig. Insbesondere die Migration und der anschließende Betrieb von Applikationen in der Cloud-Welt stellen Unternehmen vor große Herausforderungen. So müssen zum Beispiel Ressourcen wie virtuelle Server und Applikationen in verschiedenen Plattformen orchestriert werden.

Heutige Enterprise-Architekten sind die Schnittstelle zwischen IT und Business: Sie haben einen Blick für Geschäftsprozesse und neue Geschäftsmodelle. Sie entwickeln Strategien nicht nur, aber auch für den Betrieb und Einsatz von Multicloud-Umgebungen. „Unternehmen müssen jetzt verstehen, welche Geschäftsanwendungen kritisch sind, und müssen klären, ob auf diese auch von außerhalb des Unternehmens, aus dem Homeoffice heraus, zugegriffen werden kann und ob dafür überhaupt genügend Bandbreite zur Verfügung steht“, erläutert André Christ, Gründer und CEO von LeanIX, die Rolle der Enterprise-Architekten als Datenlieferanten, die helfen, konkret schnelle und datengetriebene Entscheidungen zu treffen. „Mittlerweile sitzen Enterprise-Architekten wirklich in den höchsten Entscheidungsgremien mit am Tisch und werden dabei zum Beispiel beim Einkauf richtiger Lösungen direkt gefragt“, fährt er fort. „Was den Stellenwert von Architektur gerade in der aktuellen Zeit verdeutlicht.“ Gleichzeitig generieren sie Spielregeln, damit übergreifende Themen wie Security oder Cloud Governance und Orchestration berücksichtigt werden.


Enterprise-Architekten sind die Schnittstelle zwischen IT und Business: Sie haben einen Blick für Geschäftsprozesse und neue Geschäftsmodelle.

André Christ, Gründer und CEO von LeanIX

Damit Konzerne den Überblick im Cloud-Management behalten, entwickelt man zudem innovative Tools für mehr Transparenz in Multicloud-Umgebungen. Enterprise-Architekten und IT-Verantwortliche sollten sich auf den LeanIX „EA Connect Days“ ab dem 02. September in Bonn oder online umschauen, um die neusten Trends für EA-Tools zu diskutieren.

Um die Herausforderungen zu meistern, ist wie immer die digitale Bildung das ausschlaggebende Moment. Die Digitalisierung hat unsere Welt nachhaltig verändert und stellt neue Bildungsanforderungen. Digitale Kompetenz verbindet Wissen und Können, um neue durch die Digitalisierung beeinflusste und entstehende Probleme erfolgreich zu lösen. Da der Mensch zum Schlüsselfaktor der digitalen Transformation wird, erhält auch die digitale Bildung einen zentralen Stellenwert. Deutschlands Bildungspolitik hat diese Ausrichtung in der Vergangenheit vernachlässigt und nun extremen und akuten Nachholbedarf. Außerdem wird die Lücke zwischen vorhandenen und erforderlichen digitalen Basis-, Führungs- und Fachkompetenzen eher größer statt kleiner. So kann sich die Unternehmensführung in der strategischen Personalentwicklung nicht mehr allein auf die Schulen und Hochschulen verlassen, sondern muss jetzt aktiv und parallel Verantwortung für die Weiterbildung „on the job“ der aktuellen Belegschaft übernehmen.


Deutschland digital nur Durchschnitt

Rang 12 für Deutschland beim DESI-Index 2020: Nachholbedarf besteht vor allem bei der Inanspruchnahme von E-Government-Diensten mit einer Quote von nur 49 Prozent (Rang 26).

Aber auch der Führungsstil im Unternehmen muss sich im Kontext der virtuellen Zusammenarbeit anpassen. „Um virtuelle Teams zu führen, braucht es in meinen Augen das, was man weitläufig unter einem ‚modernen Führungsstil‘ versteht. Der zentrale Punkt dabei ist eine offene und transparente Kommunikation. Alle Mitarbeitenden sollten sich zu jedem Zeitpunkt gut informiert und eingebunden fühlen. Der klassische ‚Patron‘ hat es in virtuellen Teams deutlich schwerer, den nötigen Zusammenhalt und Zufriedenheit zu generieren“, erklärte uns Michael Hollauf, CEO von MeisterLabs.

Unternehmer, die ihren digitalen Reifegrad verbessern wollen, sollten innovative Tools wie zum Beispiel Low-Code-Plattformen zum Einsatz bringen und ihre Weiterbildung in diesem Kontext vorantreiben. Selfservice ist angesagter denn je. Der Begriff Low-Code-Plattform beschreibt eine Entwicklungsumgebung für Software, die den Entwicklungsprozess unter Verwendung visueller Applikationsdesigner und anderer grafischer Modellierungsmethoden ermöglicht, anstatt sie mithilfe klassischer textbasierter Programmiertechniken herzustellen. Mit der Technologie werden Unternehmen in die Lage versetzt, auch ohne Programmiersprachen und -kenntnisse Applikationen zu entwerfen und an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.


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Um virtuelle Teams zu führen, braucht es einen ‚modernen Führungsstil‘, weiß Michael Hollauf.André Christ setzt auf Enterprise Architecture, und erläutert die Rolle der Enterprise-Architekten als Datenlieferanten.Karsten Noack erläutert die effektive und agile Entwicklung
maßgeschneiderter IT-Lösungen.
Projekte kreativ organisierenUnternehmensarchitekturLow-Code-Plattformen: schneller und agiler an Ziel

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels können auf diese Weise Wettbewerbsvorteile generiert werden. „Ich würde behaupten, dass die digitale Transformation ohne Low Code unmöglich ist. Datenbank-Anwendungen kommen in jedem Wirtschaftsbereich zum Einsatz, und sämtliche vorher händisch ausgeübten Prozesse laufen nun digital ab. Mithilfe der Low-Code-Technologie werden die benötigten Anwendungen schnell, effizient und individuell erstellt, egal ob in der öffentlichen Verwaltung, in großen Bundesbehörden, in der Industrie oder auch bei NGOs“, verdeutlicht Karsten Noack, Geschäftsführer von Scopeland Technology unserer Redak­tion.

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Beim Konjunktur- und Zukunftspaket der Bundesregierung fließen zum Beispiel rund 50 Milliarden Euro in Zukunftsbereiche wie die Wasserstoffwirtschaft, Quantentechnologien und künstliche Intelligenz (KI). Unternehmen sollten sich gerade jetzt mit momentan günstigen Zuschüssen oder Krediten versorgen, um die Transformation des Geschäftsmodells anzugehen.

Aber wie nähert man sich nun dem Thema KI für das eigene Unternehmen? Die neuen Technologien rund um Machine Learning (ML) und Deep Learning, also um künstliche Intelligenz, bieten viele neue Möglichkeiten als Basis für innovative Geschäftsmodelle. Die vergangenen Jahre haben enorme Investitionen in die KI-Funktionen der Cloudplattformen mit sich gebracht. Zu den Cloud-ML-Plattformen gehören zum Beispiel Azure Machine Learning, AWS Machine Learning oder Google Machine Learning. Mit diesen Anbietern können Unternehmen ein „Machine Learning Model“ mithilfe proprietärer Technologien nutzen.

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Auch mit bekannten Frameworks wie Tensor Flow oder PyTorch können Data Scientists ihre ML-Modelle eigentlich recht einfach erstellen und trainieren. Für den produktiven Betrieb oder die Weiterverwendung mit anderen Anwendungen kommen aber Probleme auf die Data Scientists zu.

Helfen wird hier das neue quelloffene ONNX-Format („Open Neural Network Exchange“). Das herstellerunabhängige Standardaustauschformat für Machine-Learning-Modelle betreut unter anderem die Linux Foundation. Ziel ist es, binnen kurzer Zeit einen Standard zum Austausch von ML-Modellen zu etablieren.

von Bernhard Haselbauer
b.haselbauer@trendreport.de

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