So finden Unternehmen den richtigen Cloud-Provider

Dies ist ein Gastbeitrag von Jens Niedernhöfer*

Viele Unternehmen stellen sich die Frage, welche Vorteile es bietet, ihr Rechenzentrum von On-Premises in die Cloud zu ziehen, den bestehenden Cloud-Provider zu wechseln oder gar eine Multi-Cloud-Lösung einzuführen. Jeder verfolgt dabei andere Ziele und die eigenen Herausforderungen sind nicht zwangsweise die des Nachbarn. In diesem Beitrag beantworten wir die wichtigsten Fragen, um die Entscheidungsfindung zu erleichtern.

Wer sind die wichtigsten Cloud-Anbieter?

Wenn es um das pure Marktvolumen geht, gibt es drei große Spieler auf dem Markt: AWS (Amazon Web Services), Microsoft Azure und GCP (Google Cloud Plattform). Daneben hat zum Beispiel auch IBM sein Cloud-Angebot in den letzten Jahren stark modernisiert und positioniert sich heute selbst als der sicherste aller Cloud-Provider (u.a. FIPS 140-2 Level 4) – ein Grund: hier werden die Daten der Gesundheitskarten gespeichert. Neben diesen bekannten Namen hat aber beispielsweise auch Alibaba einen kleinen Kundenstamm in Deutschland und teilt sich die verbliebenen Marktanteile mit teils lokalen Anbietern. Final muss jedes Unternehmen für sich bewerten, welcher Provider beziehungsweise welche Kombination verschiedener Provider sinnvoll ist.

Welche Unterschiede gibt es zwischen den Anbietern?

Jens Niedernhöfer gibt Tipps für die Suche nach dem richtigen Cloud Provider.

Um es gleich vorwegzunehmen: In den Grundzügen unterscheiden sich die Cloud-Anbieter nicht voneinander. Das Prinzip ist einfach: Anwender bezahlen nur für die Kapazitäten, die sie auch wirklich nutzen. Je länger man einen Service reserviert (hier wird zumeist die Option ein oder drei Jahre angeboten), desto weniger zahlt man dafür. Zudem haben Nutzer immer die Flexibilität, nach oben oder nach unten zu skalieren, je nachdem, wieviel Compute, Storage und Traffic sie gerade benötigen. Auch spart man im Vergleich zur On-Premises-Umgebung beim klassischen „Lift and Shift“, also dem Verschieben von VMs, nicht wirklich Geld ein. Zu Ersparnissen kommt es erst, wenn man anfängt, die Infrastruktur in der Cloud zu optimieren, indem man so viel wie möglich automatisiert.

Aber was sind jetzt die Unterschiede? Wie so oft, liegt der Teufel im Detail.

Kleine Stellschrauben mit großer Wirkung: Tatsache ist, dass jeder Cloud-Provider unterschiedliche Metriken als Basis seiner Kalkulation zugrunde legt. So bucht man beispielsweise in Bezug auf Speicherplatz fixe Festplattengrößen bei Microsoft Azure, unabhängig von der Nutzung. Bei AWS und auch IBM besteht die Möglichkeit, die Abrechnung in kleinere Schritte zu unterteilen, um die Kosten zu senken. Auch das Thema Traffic zwischen verschiedenen Standorten sollte keinesfalls außer Acht gelassen werden, da hier schnell mehrere Tausend Euro zusätzlich anfallen können.

Bring Your Own License: Ein besonderes Augenmerk sollte zudem auf das Thema BYOL (Bring Your Own License) gelegt werden. Hier sind die Lizenzbestimmungen in Bezug auf Microsoft sehr komplex, wenn man die Lizenzen zu einem Drittanbieter mitbringen möchte. Einfacher ist es, wenn man in die Azure Cloud umzieht, weil Microsoft hier noch den „Hybrid Use Benefit“ anbietet. Nutzt man zum Beispiel Red Hat für die SAP-Umgebung oder hat andere Anwendungen, die auf Linux basieren, ist der Umzug sehr einfach. Red Hat bietet hier die Option „Cloud Access“, dank der per Zuweisung im Subscription Portal die Red Hat Subscription zu nahezu jedem beliebigen Cloud-Provider mitgenommen werden kann, ohne dass Einschnitte in Leistung oder Support hingenommen werden müssen.

Wie wähle ich den richtigen Cloud-Anbieter aus?

Viele Unternehmen sind mit den Möglichkeiten der Cloud überfordert und nutzen bestenfalls einen Bruchteil von dem, was die verschiedenen Provider anbieten. Ein gewisser Workload kann auf Azure mehr Sinn ergeben, beispielsweise aufgrund regionaler Gegebenheiten oder Services, die derzeit nur bei diesem bestimmten Anbieter verfügbar sind. Es macht Sinn, nach dem „Best Fit“-Ansatz, aufgeteilt in folgende drei Punkte, den Anbieter auszuwählen: Administration, Technologie und Kosten.

Unsere Erfahrung hat gezeigt, den Umzug am besten Schritt für Schritt durchzuführen und nicht auf einen Schlag das komplette Rechenzentrum zu verschieben. Ein bewährtes Vorgehen wäre beispielsweise das folgende:

Viele Wege führen bekanntlich nach Rom und oft stellt sich der vermeintlich kürzeste Weg nicht immer als der Beste heraus. Es ist daher gut, Zeit zu investieren, um verschiedene Optionen zu prüfen und falls erforderlich auch mit externer Unterstützung den individuell richtigen Weg zu finden.

* Der Autor Jens Niedernhöfer ist Business Development Manager bei Crayon

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