Smart Services

Ohne Smart Services keine Smart City

Smart Services leben von der intelligenten Bereitstellung physischer und digitaler Dienstleistungen sowie ihrer Verknüpfung. Klug ist es, die Vorteile der Plattformökonomie zu nutzen.

Denjenigen, denen es gelingt, das vorhandene Potenzial smarter Dienstleistungen zu erkennen und zu nutzen, ste­hen innovative, ertragreiche Geschäftsmodelle offen. Physische und digitale Dienstleistungen werden zunehmend internetbasiert verknüpft und erweitert und den Kunden als Smart Services bedarfsgerecht und flexibel zur Verfügung gestellt. Wesentliches Merkmal ist der direkte Kundennutzen, die jetzt mögliche stärkere Individualisierung und Kontextbindung. Dabei existiert ein Smart Service nicht für sich allein: Es muss Geräte, Sys­teme und Plattformen geben, über die er genutzt werden kann.

Die Fähigkeit, spezifische Daten zu generieren oder auch zu erwerben beziehungsweise über Plattformen zu tauschen, sie automatisch zu analysieren und entsprechend mit den gewünsch­ten Services zu kombinieren, wird über Wohl und Wehe der Unternehmen entscheiden. Mit dem „Nebeneffekt“, dass bereits etablierte Geschäftsmo­delle ausgehebelt werden können. Der Wechsel von produkt- zu kundenzen­trierten Geschäftsmodellen ist disruptiv. Er verlangt von den Protagonisten Anpassungen und vor allem Kooperationen. Die eigenen Kompetenzen werden für die Entwicklung und das Angebot der smarten Services nicht mehr genügen. Klug ist, wer auf das Wissen, auf neue digitale Plattformen und Ökosysteme sowie auf Leistungen Dritter zugreift.

Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können durch solche Kooperationen nur gewinnen. Sie können sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und „buchen“ die weiteren notwendigen Services hinzu. Sogenannte Smart Spaces helfen dabei, intelligente, digital anschlussfähige Ge­genstände, Geräte und Maschinen zu vernetzen und über diese vernetzten physischen Plattformen die notwendigen Daten zu gewinnen.

Smart Services für Industrie und Handel

Durch die Digitalisierung und Smart Ser­vices werden herkömmliche Produk­tionsstrukturen grundlegend infrage gestellt. Für den Diplomatic Council, einen bei den Vereinten Nationen mit Beraterstatus akkreditierten globalen Thinktank, werden Smart Factories in Verbindung mit dem 3-D-Druck zu einer bisher kaum vorstellbaren globalen Dezentralisierung der Produktionsressourcen führen, mit dem Internet der Dinge als Businessplattform.

Entwicklungs-, Design- und Produktionszyklen werden in weiten Teilen des produzierenden Gewerbes dramatisch beschleunigt, während gleichzeitig die Supply Chain extrem verkürzt wird. Der 3-D-Druck macht die Produktion von Nischenprodukten selbst für nur wenige Anwender auch außerhalb großer Industriegelände möglich und finanzierbar. Mensch, Maschine und Material sind über den gesamten Produktionsprozess hinweg kommunikationsfähig und tauschen sich bei Bedarf oder stetig über das „Industrial Internet of Things“ aus.


Sylke Schulz-Metzner: „Smart Services sind also quasi die Früchte der smarten Automation.“

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Es gibt viele Stellschrauben, an denen Smart Services in der Industrie ansetzen können. Auch Energievertriebe beispielsweise kön­nen von neuen Smart Services profitieren und/oder die Vorteile an ihre Kunden weiterreichen. So erforscht die BGreenPocket GmbH zusammen mit Projektpartnern im EU-geförderten Horizon-2020-Projekt den Effekt von Rabatten, Energiespielen und sozialen Netzwerken auf das Verbrauchsver­halten von Haushalten. Mit diesen Modulen wäre die Planung von zeit­basierten Rabattaktionen und Be­nach­rich­tigungen durchsetzbar, zudem eröffneten sich neue Kommunikationskanäle für mehr Kundennähe.

Das Thema Smart Services wird auch anschaulich auf der diesjährigen SPS erläutert, die vom 26. bis 28. November 2019 in Nürnberg stattfindet. Mit ihrem Konzept bildet die SPS das Spektrum der smarten und digitalen Automation ab. Sylke Schulz-Metzner, Vice President SPS bei Mesago, berichtet dazu: „Bei der SPS dreht sich alles um smarte und digitale Automation – und diese Smart Products und Smart Solutions, die auf der Messe zu erleben sind, bilden letztlich den Grundstock der Smart Services. Smart Services sind also quasi die Früchte der smarten Automation. Und diese Früchte – egal ob Beispiele des Predictive Maintenance, des Remote Service oder des Condition Monitoring – sind bei den Ausstellern in Form von Applikationsbeispielen mannigfach zu sehen.“

Bernhard Haselbauer
b.haselbauer@trendreport.de

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