Hybrid Cloud – Gamechanger oder das Tor zu Sklaverei?

Dies ist ein Gastbeitrag von Marius Fehlemann, BitBone AG

Hybrid Cloud – schon wieder so ein Buzzword, das viele nutzen, aber wenige wirklich verstehen. Was steckt denn nun eigentlich dahinter? Diese Frage höre ich in der letzten Zeit häufiger und hoffe, dass der folgende Blog zur Klärung beitragen kann. Denn aus meiner Sicht steht fest (Achtung: Spoiler): Die Hybrid Cloud kann ein echter Gamechanger sein und muss nicht den Weg in eine dauerhafte Abhängigkeit bedeuten. Doch man muss wissen, wie das gelingt.

Bevor ich jedoch darauf eingehe, was man alles mit der Technologie machen kann und inwiefern das nützlich ist oder eben nicht, klären wir zunächst ein paar Grundbegriffe. Wem ich dabei nichts Neues erzähle, der kann den nächsten Absatz überspringen.

Hybrid Cloud einfach erklärt

Unter Hybrid Cloud versteht man, wie der Begriff Hybrid schon erahnen lässt, den Zusammenschluss von zwei verschiedenen IT-Technologien – die der Private Cloud und die der Public Cloud. Dabei handelt es sich um eine sehr abstrahierte Beschreibung von Rechenzentren und deren Standort. Eine Private Cloud ist also im Grunde genommen das eigene Rechenzentrum eines Unternehmens wie beispielsweise das der bitbone AG. Auf dieses Rechenzentrum hat nur die bitbone AG Zugriff, daher ist es das private Rechenzentrum oder eben die Private Cloud. Wenn wiederum ein Unternehmen wie beispielsweise Amazon Ressourcen auf seinem Rechenzentrum nach außen frei gibt und diese an potenzielle Kunden vermietet, so spricht man von einer Public Cloud – denn diese ist für jeden öffentlich nutzbar. Ich kann also mein Rechenzentrum um Ressourcen eines mir fremden Rechenzentrums erweitern und habe somit ein hybrides System, mit anderen Worten eine Hybrid Cloud.

Es stellt sich dabei jedoch oft die Frage, warum Unternehmen ihr kontrolliertes Umfeld, also ihr eigenes Rechenzentrum, verlassen oder um eine unbekannte und möglicherweise unsichere Infrastruktur erweitern sollten. Ja, warum? Es gibt unzählige Szenarien für die Nutzung eines Hybrid-Systems. Betrachten wir zunächst einmal die Stärken beider Welten.


Mit der Hybrid Cloud die Vorzüge beider Welten nutzen und zum Gamechanger werden lassen

Beispiel 1: von Skalierbarkeit profitieren

Die Systeme wachsen schnell, und von heute auf morgen wird in der Anwendungsentwicklung mehr Speicherplatz benötigt. Die Entwickler werden unruhig: Drei Wochen auf eine neue Testmaschine zu warten, ist für sie keine Option. Und genau in diesem Moment wird die Hybrid Cloud zum Gamechanger. Mit einem Klick können in der Hybrid Cloud neue Ressourcen hinzugezogen werden. Geschwindigkeit und Skalierbarkeit begeistern die Entwickler. Genauso schnell und einfach können die Cloud-Ressourcen auch wieder reduziert werden, sobald der Bedarf sinkt. Bezahlt wird am Ende nur für die tatsächliche Nutzung der zusätzlichen Kapazität.

Beispiel 2: von Robustheit und Agilität profitieren

Der Zugriff auf das eigene IT-Netzwerk kann schon mal hängen. Das ist unschön, aber kommt vor. Und auch hier kann die Hybrid Cloud wieder zum Gamechanger werden – und zwar dann, wenn ein Spiegel der eigenen IT in der Public Cloud betrieben wird. Das ist natürlich auch umgekehrt möglich: Wenn die Internetleitung wegbricht, geht die Arbeit über die interne IT-Infrastruktur weiter. Die Möglichkeiten, die sich durch eine Hybrid-Cloud-Strategie ergeben, sind schier unbegrenzt
und die Vorteile der Hybrid Cloud (Skalierbarkeit, Robustheit und Agilität) sind definitiv ein Gamechanger. Aber was gibt es zu beachten, um nicht in eine ungewollte Abhängigkeit zu gelangen?

Mit der Hybrid Cloud das Tor zur Sklaverei umgehen

Unternehmen sollten in ihrer Hybrid-Cloud-Strategie die folgenden drei Aspekte berücksichtigen:

  • Sensible Daten sollten im eigenen Unternehmen belassen werden und es muss sichergestellt sein, wer Zugriff darauf hat.
  • Unabhängigkeit bewahren: Gerade im Bereich der Platform-as-a-Service (PaaS)-Angebote sollten Unternehmen aufpassen und sich darüber bewusst sein, dass man sich dabei in eine Abhängigkeit, den so genannten Vendor Lock-in, begibt. Um das zu vermeiden, wählt man am besten Open-Source-Softwarelösungen, die sich auf allen Infrastrukturen gleich installieren und betreiben lassen. So steht einem Cloud-Exit oder einer Cloud-Migration nichts im Weg.
  • Kosten im Blick behalten: Extra-Services können diese schnell in die Höhe treiben. Wer sich vorher schlau macht, erlebt keine bösen Überraschungen.

Ergo: Wer gut überlegt und strategisch an die Nutzung von Cloud-Lösungen geht, wird von den Vorteilen der Hybrid Cloud profitieren und das Tor zur Sklaverei geschlossen halten.

Weitere Informationen unter
https://www.bitbone.de

Über den Autor:
Marius Fehlemann
Enterprise Open Solutions Expert
+49 931 250993-149
fehlemann@bitbone.de
https://de.linkedin.com/in/marius-fehlemann

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