Erfolgsfaktor Vertrauenskultur

Die Geschäftsführerin von d.vinci, Nina Rahn, lüftet im Gespräch mit der TREND-REPORT-Redaktion die Ge­heimnisse guter Teamarbeit.

Das Büro, in dem Nina Rahn arbeitet, ist ein architektonisches Spiegelbild der Unternehmenskultur bei d.vinci. In dem Open-Plan-Office gibt es weder Einzelbüros noch privilegierte Arbeitsplätze. Themen werden hier gemeinsam kurz am Schreibtisch oder in offenen Bereichen wie dem Bistro besprochen. „Unsere Wertschöpfung entsteht nicht durch Einzelleistungen, sondern durch gut funktionierende Teamarbeit“, bringt die Geschäftsführerin des HR-Softwareentwicklers die Philosophie auf einen Punkt. Doch für gute Teamarbeit reicht ein offenes Büro allein nicht aus. Vielmehr muss eine Arbeitsumgebung geschaffen werden, die sich am Psychological-Safety-Konzept orientiert. An die Stelle von Angst in der zwischenmenschlichen Interaktion tritt die Möglichkeit zu konträren und kritischen Meinungsäußerungen.

Zur Person

Interviewpartnerin Nina Rahn ist Geschäftsführerin bei d.vinci,
einem in zweiter Generation geführten Familienunternehmen.
Die Wurzeln liegen im ganzheitlichen HR-Consulting,
das schon immer die Menschen ins Zentrum gestellt hat.
Seit über 20 Jahren entwickeln die Experten exzellente HR-Software
und konzentrieren sich auf die Digitalisierung von HR-Prozessen.

Grundvoraussetzung dazu ist ein ehrliches Interesse am Gegenüber. „Das gilt nach meinem Verständnis nicht nur für die Kollegschaft, sondern auch für Kunden, Geschäftspartner und sogar Wettbewerber“, erläutert Rahn. „Wir können von jedem etwas lernen, wenn wir eine offene Haltung einnehmen.“ Im Unternehmen achtet man daher darauf, einen respektvollen und empathischen Umgang zu pflegen und die Bedürfnisse des Einzelnen im Blick zu halten. „Miteinander im Gespräch zu bleiben – über Erfolge und Misserfolge, Vorhaben und Ängste – ist für uns essenziell“, betont die Expertin für Recruitinglösungen und ist sich dabei auch ihrer Vorbildfunktion als Führungskraft bewusst. Das klassische hierarchische Führungsverständnis, bei dem öfter mal ein Machtwort gesprochen wird und keine eigenen Schwächen gezeigt werden dürfen, hat in ihrem Unternehmen keinen Platz mehr. Es gibt zwar noch Abteilungsleiter und Geschäftsführung, doch es wird darauf geachtet, dass Macht nicht unnötig ausgeübt wird.

„Zufriedene Mitarbeiter sind die besten Fürsprecher für Unternehmen.“

Nina Rahn

Vielmehr gilt es, den Mitarbeitern auf Augenhöhe zu begegnen und entsprechend selbst Fehler, also Lernerfahrungen, sowie Ängste in großen Runden zu thematisieren. „Gerade jetzt, in diesen sehr bewegten Zeiten, halten wir es nicht nur für selbstverständlich, sondern für essenziell wichtig, unsere Sorgen mit den Mitarbeitern zu teilen“, bekundet Rahn. Schließlich kann nur, wenn der Arbeitgeber Transparenz und Offenheit vorlebt, ein Raum entstehen, in dem sich Mitarbeiter trauen, Schwächen, Sorgen und kritische Gedanken zu äußern.

Vom Selbstverständnis her betrachtet d.vinci sich als lernende Organisation. Auftretende Probleme werden als Lernprozess verstanden und durch das Teilen von Informationen und Erfahrungen, offene Diskussionen sowie Ausprobieren und Reflektieren gelöst. „Die Zeiten, in denen einige wenige die klügsten Entscheidungen für ein Unternehmen treffen, sind vorbei“, ist Nina Rahn überzeugt. „Um auch in Zukunft erfolgreich zu sein, entwickeln wir uns zu einem Unternehmen, in dem wir uns alle in einem ständigen Lernprozess befinden – individuell, auf Teamebene und unternehmensweit. Teil dieser Entwicklung sind Retrospektiven, Feedback und Gespräche zu Entwicklungs- und Weiterbildungsperspektiven.“

Ist Psychological Safety erst in der Unternehmenskultur verankert, fällt auch der Austausch zwischen den Abteilungen leichter. „Wir setzen auf informelle Strukturen und bearbeiten komplexe Themen in interdisziplinären Teams“, gewährt die Familienunternehmerin einen Einblick in das Organisationsdesign, an dem weiter aktiv gearbeitet wird. „Wir wollen hin zu mehr Selbstorganisation, um uns noch flexibler und schneller an Veränderungen anzupassen. Das zur Problemlösung notwendige Wissen und Können existiert schließlich nicht innerhalb einzelner Abteilungsgrenzen und formaler Strukturen, weswegen wir uns als Unternehmen anders aufstellen, damit der schnelle Austausch von Informationen und das schnelle Finden der passenden Problemlöser ermöglicht wird.“ Sowohl der Austausch von Wissen als auch das spontane Finden von Gruppen, die ein Thema bearbeiten wollen, wird dabei durch den regen Gebrauch des Social Intranets und des eigenen Collaboration-Tools „Confluence“ gefördert. Ideen werden so leichter entwickelt und Initiativen schneller angestoßen.

Zusätzlich begünstigt auch das offene Büro diesen Ansatz. „Wenn im Unternehmen grundsätzlich ein vertrauensvolles, offenes Miteinander vorherrscht, dann profitieren gerade die – für uns begrüßenswerten – informellen Strukturen von einem ebenso offenen wie statusfreien Grundriss.“

Empfehlungen unserer Recruiting-Expertin lesen Sie unter: „Digitale Präsenz zeigen!“

und unter:

www.dvinci.de

Aufmacherbild / Quelle / Lizenz
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