Digitaler Zehnkampf

Neuer Schwung für die Finanzbranche

Mit mehr digitaler Sicherheit wachsen auch die Möglichkeiten in der Finanzbranche. Ein Beispiel, dass die digitale Prozessoptimierung auch vor der eher kon­servativen Versicherungsbranche nicht Halt macht, bietet das Unternehmen Finanzchef24. Die Innovation der FinTech-Firma besteht darin, dass kleine und mittlere Unternehmen, die eine Ge­werbeversicherung abschließen möch­­ten, nun aus einer Fülle von zudem we­nig transparenten Anbieterdaten einen verständlichen Vergleich erhalten. „Die­ser spiegelt den Markt wi­der und schafft eine bis dahin nicht vor­­handene Preis- und Leistungstransparenz“, erklärt Ge­schäftsführungsmit­glied Hendrik Rennert. Über einen komplexen mathematischen Algorithmus werden die Tarife von 21 deutschen Ver­­sicherern für über 800 Berufsgruppen vergleichbar.

Das vor drei Jahren gegründete Berliner Start-up simplesurance krempelt derweil ebenfalls überkommene Vertriebsstrukturen der Branche um. Wie der programmatische Firmenname ahnen lässt, vermittelt das junge Unternehmen Versicherungen für Produk­te wie Handys, Brillen und Fahrräder, wo­bei dies für den Kunden möglichst sim­pel ge­schieht. simplesurance zielt darauf, zum führenden Anbieter auto­matisier­ter Cross-Selling-Tech­nolo­gie im E-Com­­merce der Versicherungswirtschaft in Europa zu werden. Unter dem Namen Schutzklick arbeiten die Berliner hierzulande mit den Ver­si­che­rungs­unter­neh­men Ergo Direct, R+V, Mann­heimer und Arag zusammen. Der Anfang war nicht leicht. „Zu Beginn hat­ten wir hohe Hürden zur Gewinnung von Risikoträgern. Dies ist nun anders. Zudem erhalten wir zunehmend direkte Anfragen von Versicherungen, mit denen wir noch nicht zusammenarbeiten“, be­richtet Geschäfts­führer Robin von Hein.

Auch André M. Bajorat, einer der Vordenker der FinTech-Branche und des Digital Bankings schreibt in TREND REPORT auf Seite 20 in seinem Gastbeitrag über die aktuell stattfindenden nachhaltigen Veränderungen im Banking und über die Chancen klassischer Banken. Die Kreditinstitute wer­den sich dem veränderten Kundenverhalten anpassen müssen. Und das heißt: Von der Kontoeröffnung über Anlageoptimierung und Finanzmanagement bis zu mobilem Peer-to-Peer(P2P)-Pay­ment werden sie entsprechende Services anbieten müssen, um Kunden generell nicht zu verlieren.

 

„The Digital Innovation Model“

Handspiel Buchcover „The Digital Innovation Model“„Das Geheimnis des Erfolges ist, den Standpunkt des Anderen zu verstehen.“ Diese Erkenntnis des Visionärs Henry Ford nehmen auch heute noch viele Unternehmen bei der Produktentwicklung nicht ernst. Das ernüchternde Ergebnis zeigt eine aktuelle McKinsey-Studie zu digitalen Projekten. Demnach erreichen 56 Prozent nicht ihre Ziele, 32 Prozent werden abgebrochen. Der Grund? Unternehmensziele, Produktdesign und die Anforderungen der Nutzer – der Anderen – werden häufig nicht zusammengeführt.

„The Digital Innovation Model“ soll diese Lücken schließen und digitale Pro­jekte – von der App über Self-Service-Plattformen bis zu digitalen Geschäftsprozessen – gezielt beschleunigen. Mittels Design-Science, Er­kennt­nissen aus Adoptions-, Diffusions- und Kommunikationsforschung sowie umfassen­den Usability-Erfahrungen haben die Entwickler Stephan Preuss und Tino Leonhardt alle Erfolgsfaktoren in einem neunstufigen Strategiemodell zusammengefasst. Im Mittelpunkt stehen der vielversprechendste Nutzer und sei­ne Bedürfnisse. Davon ausgehend ergeben sich die notwendigen Produktfeatures und relevantesten Stell­schrauben fast von alleine. Das Ergebnis ist, laut Preuss, „Software, die Nutzer lieben.“

Weitere Informationen und das 190 Seiten starke Praxisbuch zum Digital In­novation Model sind auf der Website www.dmodel.com zu finden.

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