Die Zukunft mit Datenschutz gestalten

Unsere Redaktion im Gespräch mit Michael J. Deissner, CEO der comforte AG, über die richtige Balance zwischen Sicherheit und Nutzbarkeit von Daten im Kontext moderner Datensicherheits­plattformen.

Aus der Perspektive der Datenverarbeiter wird der Datenschutzbereich von Jahr zu Jahr härter geregelt und Unternehmen sind aufgefordert, neue Standards für Datensicherheit und Datenschutz zu implementieren. Durch Datenschutzgesetze wie die DSGVO werden Firmen dazu gezwungen „persönliche Daten“ bzw. personenbezogene Daten zu schützen. Bei Missachtung drohen hohe Strafzahlungen und die vergangenen Jahre haben auch gezeigt, dass zweistellige Millionenstrafen keine Seltenheit sind. Gerade Unternehmen, deren Innovationsmodelle auf IIoT oder Machine-Learning und KI-Lösungen basieren, müssen einiges im Sinne des Datenschutzes beachten. „Das Thema ist jedoch aus mehreren Gründen extrem herausfordernd, insbesondere, wenn man in solchen Modellen durch den Einsatz von durch KI/ML Innovation betreiben will“, erklärte uns Michael Deissner Eingangs des Gesprächs. Um die KI mit großen Datenmengen zu trainieren, gehören laut Michael Deissner auch Daten, die strikten Datenschutzgesetzen unterliegen und meistens spielen sich fast alle KI- und ML-Projekte in der Cloud ab. Dies stellt für den CEO der comforte AG einen weiteren Risikofaktor dar, da die Daten jetzt nicht mehr nur im geschützten Unternehmensnetzwerk liegen. Außerdem müssen die Daten nutzbar sein für den Zweck des KI-Trainings. Das bedeutet aber, dass die Daten nicht einfach verschlüsselt werden können. Sie jedoch ungeschützt zu nutzen, kommt leider auch nicht in Frage. „Aus Compliancesicht birgt dies ein viel zu hohes Risiko, betonte CEO Deissner und erklärt dazu: „Um diese Kombination von Risiken zu beherrschen, muss man einen datenzentrischen Sicherheitsansatz verfolgen. Moderne Datensicherheitsplattformen sind in der Lage, jegliche Daten so zu schützen, dass sie nutzbar bleiben, auch unabhängig davon, wo sich die Daten befinden. Wer bei Innovation mit KI und ML ein Compliance-Desaster vermeiden will, sollte hier genau hinschauen.“ In diesem Kontext bietet die Datensicherheitsplattform der Wiesbadener Datenschutzspezialisten eine Reihe von Schutzverfahren, mit denen eine Pseudonymisierung oder auch Anonymisierung von Daten erreicht wird und die allem genügen, was von den Datenschutzbestimmungen ver­langt wird. Die Datenschutzplattform vereint Schutzverfahren wie Tokenisierung, Verschlüsselung, und Datenmaskierung, um die unterschiedlichen Anforderungen aus dem Datenschutz abbilden zu können.

„Wer bei Innovation mit KI und ML ein Compliance Desaster vermeiden will, sollte unsere Datenschutzplattform zum Einsatz bringen“, verdeutlicht Michael J. Deissner.

„Es wird Zeit zu handeln“

Die comforte wurde 1998 gegründet und hatte sich anfangs auf missionskritische Systeme spezialisiert, die etwa bei Banken und Zahlungsdienstleistern im Einsatz sind. „In diesen Umgebungen haben wir damals noch unter unserem heutigen Aufsichtsratsvorsitzenden und Gründer Dr. Michael Roßbach und Michael Horst als Chief Architect unsere IP und unsere Cybersicherheits-Kompetenz aufgebaut und auf der ganzen Welt Zahlungsnetzwerke sicher betrieben. 2017 haben wir den Markteintritt mit der comforte Data Security Plattform gewagt und konnten seitdem die Anzahl unserer Mitarbeiter fast verdoppeln“, erklärte uns Deissner. Insbesondere Kunden aus dem Finanzbereich vertrauen daher auf das Wiesbadener Unternehmen. Dazu gehören vier der zehn weltgrößten Zahlungsdienste, drei der vier größten Kreditkartenanbieter weltweit und rund 30 der weltgrößten Banken. Insgesamt zählt das Unternehmen über 500 Kunden weltweit und erzielt rund zwei Drittel seiner Umsätze in den USA. Dort sichern die Datenspezialisten insbesondere die Daten von Macy‘s, Visa und Mastercard.

Das Gespräch mit unserer Redaktion nimmt Michael Deissner auch zum Anlass, um unsere Leser auf aktuelle Bedrohnungsszenarien im Bereich Cyber-Crime hinzuweisen. Der deutschen Wirtschaft entstanden in 2021 laut Bitkom Schäden durch Cyberkriminalität in Höhe von 223 Milliarden Euro. Wenn wir uns nun anschauen, dass die verursachten Schäden sich im Vergleich zu den Vorjahren 2018/2019 mehr als vervierfacht haben und die weltweite Datenmenge insgesamt exponentiell steigt, ist es anzunehmen, dass sich die Lage weiter verschärft. In diesem Zusammenhang empfiehlt der Datenspezialist, alle Daten so zu verschlüsseln, dass sie für Cyber-Kriminelle im wahrsten Sinne des Wortes keinen Wert mehr haben. Abschließend sensibilisiert Michael Deissner: „Gerade die Themen Ransomware und Insider-Bedrohungen sind weiterhin auf dem Vormarsch. Wenig bekannt, aber umso mehr erschreckend: 2021 wurde zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik aufgrund eines Cyberangriffs der Katastrophenfall ausgerufen! Hierbei handelte es sich um einen Ransomware-Angriff auf einen Landkreis in Sachsen-Anhalt. Bei der Vorstellung, dass sich dies wiederholen könnte oder gar in der Industrie oder im Finanzbereich passiert, sollte den Verantwortlichen klar werden, dass es Zeit wird zu handeln und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.“

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