„Wir sind sehr an der Vision des energieautarken Hauses interessiert“

Die TREND REPORT-Redaktion sprach mit Piotr Hojda, Head of Design bei Green Cell, wie wichtig heute Forschung und Entwicklung für den Unternehmenserfolg sind. Insbesondere um Megatrends wie Nachhaltigkeit in der Technologie zu vollenden.

Ihr Unternehmen hat sich innerhalb weniger Jahre in der Branche etabliert. Wie groß war der Anteil von Forschung und Entwicklung an dieser Leistung?
Ich bin sehr froh, dass wir als Marke mit einer etablierten Position wahrgenommen werden, weil wir hart daran gearbeitet haben – der Anteil der F&E-Projekte am Angebot von Green Cell nimmt zu und wird letztendlich die treibende Kraft der Marke sein.
Unser Gespräch findet zu einem entscheidenden Zeitpunkt statt. Wir befinden uns in einer Übergangsphase, denn zu Beginn der Tätigkeit des Unternehmens waren die dominierenden Produktkategorien Batterien und Netzteile für Laptops. Dank dieser Produkte konnten ältere Geräte ein zweites Leben erhalten und Green Cell erreichte über 60 Länder. Das ist nach wie vor ein wichtiger Teil unseres Geschäfts und hat jetzt im Zuge des Trends zur Kreislaufwirtschaft, bei dem die Verlängerung der Lebensdauer elektronischer Geräte eine sehr wichtige Rolle spielt, zusätzlich an Bedeutung gewonnen. Andererseits bieten Batterien für Laptops und Smartphones nicht allzu viele Designmöglichkeiten. Deshalb hat Green Cell beschlossen, einen Schritt weiter zu gehen.
Das Jahr 2018 war ein wichtiger Meilenstein. Damals wurde die Produktstrategie geändert und die F&E-Abteilung eingerichtet. Die Entwicklung eigener Produkte und Technologien ist Teil der Entwicklungsstrategie des Unternehmens, und jedes Jahr stellt der Vorstand mehr und mehr Mittel für die Entwicklung des „R&D Lab“ zur Verfügung. Die aufregendsten und fortschrittlichsten Produkte befinden sich in der Entwicklungs- und Umsetzungsphase, und wir werden eine Weile warten müssen, bis sie sich auf das Geschäft auswirken. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass die Auswirkungen signifikant sein werden.

Piotr Hojda, Head of Design bei Green Cell: „Wir wollen mit unseren Produkten aktiv den Megatrend der Nachhaltigkeit mitgestalten.“

Sie haben ein unabhängiges Entwicklungsteam auf der Designseite. Wie wichtig ist dies für Ihren Erfolg?
Wir glauben fest an die Entwicklung von Geräten in interdisziplinären Teams. Mit einem unabhängigen Designteam haben wir Einfluss auf jedes Teil unserer Produkte und können so deren Eigenschaften besser auf die Bedürfnisse und Erwartungen unserer Kunden abstimmen. Wir können dadurch viel bessere Produkte und ein noch besseres Benutzererlebnis kreieren. Durch immer ehrgeizigere Projekte können wir unser Team erweitern, Erfahrungen und Wissen sammeln und unser Know-how systematisch ausbauen.
Es sind unsere Kunden, die uns den Beweis liefern, dass es sich lohnt, Geräte selbst zu entwickeln. Wir sind froh, dass sie unsere Liebe zum Detail bemerken. Da unsere Produkte Dutzende von Märkten erreichen, erhalten wir eine Menge Feedback von den Nutzern und ihren Erfahrungen. Das ist eine Herausforderung, die aber auch viel Spaß macht.

Welche Rolle spielt die Forschung und Entwicklung heute und in Zukunft? Warum setzen Sie hier so stark auf Ihre eigenen Innovationen?
Gegenwärtig besteht die Aufgabe von F&E darin, neue Produktkonzepte zu entwickeln, verschiedene Lösungen zu testen und sie mit technischer Exzellenz zur Marktreife zu bringen.
Das Team ist bereits erfahren und erledigt diese Aufgaben sehr effizient. In Kürze werden wir viele Elemente des Projekts zu einem geschlossenen Gesamtkonzept zusammenfügen. Wir versuchen, viel breiter zu denken und uns nicht auf Einzelprodukte zu beschränken. Wir entwickeln unsere Softwarelösungen und planen ihre Integration mit Produkten in ein gut durchdachtes Ökosystem, das es den Benutzern ermöglicht, Energie einfach und sinnvoll zu speichern und zu verwalten. Das Entwickeln von eigenen innovativen Lösungen ist der beste Weg, um sich auf dem Markt abzuheben und Produkte anzubieten, die den Menschen einen wirklichen Unterschied bieten.
Darüber hinaus ist das Produkt-Ökosystem von großer Bedeutung für den Aufbau langfristiger Kundenbeziehungen mit Green Cell. Auch das ist ein sehr wichtiges Ziel für uns.

Welche Rolle spielen für Sie innerhalb von F&E der Austausch und Wissenstransfer mit z.B. universitären Einrichtungen oder Forschungsgesellschaften?
Bis vor kurzem haben wir unsere Produkte völlig unabhängig entwickelt und nur unsere eigenen Ressourcen genutzt. Derzeit bauen wir eine Zusammenarbeit mit einer der besten technischen Universitäten in Polen auf und planen gemeinsame F&E-Projekte. Es ist noch zu früh, um Einzelheiten zu verraten, aber wir sind überzeugt, dass beide Seiten durch die Zusammenarbeit einzigartige Erfahrungen sammeln werden.

Welche Trends in Ihrem Marktsegment sollten besondere Beachtung finden?
Wir konzentrieren uns derzeit auf zwei Bereiche: Elektromobilität und das Speichern von Strom aus erneuerbaren Enegiequellen. Beide sind Teil des Trends zur nachhaltigen Entwicklung und haben viele Gemeinsamkeiten. Diese beiden Kategorien steigern ihren Marktanteil in einem unglaublichen Tempo, aber vor allem sind sie gut für den Planeten und entsprechen unseren Überzeugungen. Deshalb sind wir für beide Bereiche sehr zuversichtlich und wollen aktiv dazu beitragen, sie durch gut gestaltete Produkte und Erfahrungen populär zu machen.

Wie wollen Sie diese Trends mitgestalten?
Natürlich durch unsere Produkte. In ein paar Monaten werden wir die Arbeit an dem EV-Ladegerät abschließen, das sich am Markt deutlich abheben wird. Wir sind sehr an der Vision des energieautarken Hauses interessiert und bewegen uns in diese Richtung. Wir wollen, dass E-Autofahrer tragbare Ladegeräte zur Hand haben und nicht nur auf kommerzielle Ladenetze angewiesen sind. Wir sind der Meinung, dass Elektromobilität Freude und Freiheit vermitteln sollte, deshalb streben wir im Designprozess diese Richtung an. Sie sollte auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein, deshalb wollen wir die Kunden davon überzeugen, dass es sich nicht um eine exklusive Kategorie handelt. E-Autos werden sicherlich die Verkehrsmittel der Zukunft sein. Wir wollen mit unserem Produkt alle auf den Moment vorbereiten, in dem Elektrofahrzeuge zur Normalität werden.

Inwieweit gibt es Berührungspunkte zwischen Ihrem Unternehmen und Technologien wie KI oder IoT?
Wir entwickeln intensiv IoT-Lösungen, die unsere zukünftigen Produkte integrieren. So wollen wir unseren Nutzern mehr Kontrolle über ihre Geräte und Energie geben, um ihnen ein nahtloses Erlebnis zu bieten. Darüber hinaus planen wir, den Betrieb unserer Geräte auf der Grundlage von Cloud-Lösungen durch maschinelles Lernen zu optimieren. Dies ist ein interessanter Entwicklungsbereich, den wir nutzen wollen. Und womöglich werden wir erleben, dass die Energiespeicherung zu Hause durch KI verwaltet wird, um noch größere Energieeinsparungen zu erzielen und den Planeten zu schonen. Wir hoffen, dass die nächsten Innovationen im Bereich des Energiemanagements und der Energieversorgung genau das zum Ziel haben werden: das Leben noch grüner zu machen.

Weitere Informationen unter:
https://greencell.global/de/

Bildquelle / Lizenz Aufmacher: Green Cell

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