Wie stellen Sie sich die HR der Zukunft vor?

Haben Sie sich je die Frage gestellt, wie genau die HR der Zukunft eigentlich aussehen soll? Wir haben festgestellt: Dies ist eine Frage, die Unternehmen aller Branchen und Größen beschäftigt … und Antworten sind vielfältig. Ein richtig oder falsch scheint es pauschal nicht zu geben, jedoch sind sich die meisten HR-Experten einig, dass die Digitalisierung der HR und die Automatisierung von Prozessen unweigerlich zur Zukunft der Arbeit dazu gehört.

Wir haben Wieland Volkert, Country Manager Central Europe und Niederlande bei UKG, nach seiner Einschätzung gefragt.

Herr Volkert, die Zukunft der HR, was bedeutet das für Sie?
Das ist eine komplexe Frage. Meiner Meinung nach werden die Unternehmen, die ihren Fokus auf die Mitarbeiter und insbesondere die Employee Experience legen, die Weichen für eine starke Zukunft stellen. Denn es sind schließlich die Menschen hinter den Kulissen, die als Motor für Erfolg und Wachstum fungieren. In der Retrospektive hat die Zeit in der Pandemie gezeigt, wie wichtig nicht nur Agilität und Sicherheit in unserer Arbeitswelt sind, sondern auch das Empowerment der Mitarbeiter. 2020 hat einen entscheidenden Impuls für den  Wandel der Personalabteilung gesetzt und hat uns erkennen lassen, wie schnell, komplex und datenstark die Zukunft der Arbeit aussehen kann, wenn die Mitarbeiter in den Mittelpunkt strategischer Entscheidungen gestellt werden.
Und damit kommen wir zur Rolle der HR: Die Funktion muss sich in der Future of Work neu orientieren und stark positionieren. Es geht nicht mehr „nur” um die administrative Erledigung von mitarbeiterbezogenen, täglichen To Do’s. Die neue Rollenbeschreibung integriert den strategischen Sparring-Partner, die Schnittstelle zwischen Mitarbeitern und Führungsriege und auch die Funktion als administrativer Motor in Unternehmen als Schwerpunktthemen. Da kommt ein wichtiger und spannender Punkt ins Spiel: Das Zusammenspiel von Mensch und Maschine.
KI, Machine Learning und RPA sind keine neuen Themen, sie wurden bisher aber eher vorsichtig und argwöhnisch in den HR-Abteilungen umgesetzt. Das belegt auch die Studie von IDG Research Services (2021) “Digitalisierung im Personalwesen”: Die Prozesse aller anderen Fachbereiche sind automatisierter als die im HR-Bereich, geben die Befragten an. Dabei bieten KI-gesteuerte Lösungen durchaus Vorteile – vorausgesetzt sie werden von Menschen gesteuert und nicht umgekehrt. Automatisierte, digitale Lösungen verschaffen den Personalern die nötige Kapazität, um sich auf komplexere Mitarbeiterbelange und strategische Fragestellungen des Personalmanagements zu konzentrieren. Robotic Process Automation, also RPA, unterstützt den Wandel hin zur agilen Personalabteilung, indem selbst komplexe, manuelle Arbeitsabläufe im System standardisiert werden können. Und die Fehlerquote – etwas sehr Menschliches – wird reduziert. Es entstehen transparente Abläufe und eine standortunabhängige Zugänglichkeit zu allen HR Services für das HR-Team, aber noch viel wichtiger: für die Mitarbeiter. Auch Chatbots gehören unweigerlich zu dieser Entwicklung dazu und werden schon bald zum gewohnten Erscheinungsbild der Personalabteilung gehören. Um es auf den Punkt zu bringen: Die Zukunft der HR ist digital und dynamisch!

Welche Schwerpunktthemen und Trends  gehören für Sie unbedingt dazu?
Kurz um: Die richtige Haltung, Employee Experience und Prozessoptimierung – in dieser Reihenfolge. Future of Work steht nicht nur für neue Technologien, sondern eine veränderte Haltung zur Rolle der Mitarbeiter und der HR. Moderne Infrastrukturen befreien von administrativem Ballast und ermöglichen den Mitarbeitern die gleiche Experience, die Kunden erleben – einen persönlichen, unbürokratischen Service! Zu Beginn jeden neuen Jahres setzen wir uns zusammen und definieren, wie viele andere HR-Spezialisten, die Mega Trends. Ich sehe die Trends, die wir für 2021 kommuniziert haben, sogar als langfristige Tendenzen. Sie werden uns so – oder leicht verschoben – in den nächsten Jahren begleiten: People before Profits, Work-Life-Synergien und die Renaissance der Personalabteilung.
People before Profits steht für die angesprochene Haltung oder einen möglichen Haltungswechsel, der die Mitarbeiter in den Mittelpunkt aller HR-Entscheidungen rückt. Ein prägnantes Schlagwort ist hier die Corporate Social Responsibility (CSR), die soziale Verantwortung von Unternehmen. Diese muss jedoch nach innen genauso wie nach außen gelebt werden. Die Pandemie hat noch einmal verdeutlicht, wie wichtig die Mitarbeitererfahrung für den Unternehmenserfolg sind und dass soziale Themen wie Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden zentrale Themen in der Arbeitsgestaltung  sein müssen. Das verdeutlicht auch Deutschlands größte Mitarbeiterbefragung #whatsnext2020 der IFBG (2020), in der 76 % der Befragten angaben, dass ihnen Themen der Work-Life-Balance wichtig sind.
Und genau hier schließt das Thema Work-Life-Synergien an. Gibt es das überhaupt, diesen Synergie-Effekt? Seit vielen Jahren verschwindet die Trennlinie zwischen Arbeit und Privatleben zunehmend. In einem Gespräch für unseren Podcast “Let’s Talk HR” hat Sabine Kluge das sehr treffend mit den Worten “Ist das gesund?” hinterfragt . Sie geht sogar noch weiter und nimmt Unternehmen in die Pflicht, die eigenen Mitarbeiter aktiv dabei zu unterstützen, Auszeiten zu nehmen und eindeutig zu vermitteln, dass Produktivität nicht mit Überstunden und Mehrarbeit gleichzusetzen sind. Je mehr Unternehmen mobiles und standortunabhängiges Arbeiten ermöglichen, desto größer ist die Gefahr, dass Mitarbeiter die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben nicht mehr deutlich ziehen können. Es ist ja so “einfach”, E-Mails und Chatnachrichten auch nach Feierabend zu beantworten … Hier hat die HR die Möglichkeit, als Vordenker die Weichen zu stellen und entsprechende Maßnahmen umzusetzen, die den Mitarbeitern die Work-Life-Synergien klar machen. Wo liegen die Grenzen? Wo können Mitarbeiter, die in einem Hybrid-Modell arbeiten, selbstständig entscheiden? Denn: Ein Mitarbeiter, mit einem ausgeglichenen Verhältnis zur Arbeit ist zufriedener, leistungsstärker und motivierter.

Der dritte Punkt: die Renaissance der Personalabteilung. Es geht nicht mehr darum, als administrativer Ansprechpartner Personalbelange zu bearbeiten, wenn sie anfallen. Die Personalabteilung hat die wichtige Aufgabe richtungsweisend zu agieren und strategische Verantwortung zu übernehmen, damit die Mitarbeiterbedürfnisse in Zukunft – möglichst vorausschauend, aber auch kurzfristig – erfüllt werden können. So können Unternehmen eine positive Employee Experience fördern . Laut der schon genannten IDG- ist die Employee Experience für 56,2 % der Befragten bei der Auswahl einer passenden HR-Lösung wichtig.
Die Pandemie hat bewiesen, dass die Personalabteilung ein wichtiger Angelpunkt ist, der die Führungsebene mit den Mitarbeitern verknüpft. Zielführende und lückenlose HR-Services sind neben dem optimalen, teils KI-gestützten Set-Up, das auch idealerweise einen HR-Self-Service für die Mitarbeiter bietet, die wichtigste Voraussetzung für diese erfolgreiche Transformation. In Zukunft wird die HR einen festen Platz am Entscheidertisch in Unternehmen besetzen und bei wichtigen strategischen Fragen, besonders hinsichtlich der Mitarbeiter, Meinungsführer sein.

Was macht einen starken Partner bei der HR-Transformation aus?
Die Digitalisierung der Personalabteilung ist ein Prozess. Gemeinsam mit einem Haltungswechsel sehen Organisationen eine nachhaltige Transformation, und die ist nicht in einem Atemzug getan. Solch ein Change-Prozess gelingt am besten mit einem Partner auf Augenhöhe. Der Technologie-Partner der Wahl sollte die Bedürfnisse des Unternehmens verstehen und die Thematik aus der Perspektive, der HR- und der Mitarbeiterbedürfnisse angehen. Wir bei UKG arbeiten nach dem Leitsatz „Lösungen von HR für HR“.
Für mich persönlich heißt dies, dass ein Partner die Herausforderungen von Personalabteilungen verinnerlicht haben sollte, die Komplexität der jeweiligen Organisation verstehen muss und jeden Implementierungsschritt mit entsprechendem Know-how begleitet. Die Digitalisierung der HR fördert nicht nur eine positive Employee Experience, sondern bietet messbare Vorteile. Dazu gehören deutliche Kosteneinsparungen, zum Beispiel für Papierarchive, IT- und Audit-Kosten sowie eine Reduzierung der HR-Arbeitslast bzw. der Bearbeitungsdauer von HR-Prozessen.
Eins ist klar: Die Anforderungen an Unternehmen werden sich weiter dynamisch verändern, genauso wie der Technologiemarkt, der durch KI-getriebene Innovationen vorangetrieben wird. Software-Lösungen, die den Alltag der Personalabteilung weiter erleichtern, sind ein grundlegender Bestandteil der HR der Zukunft. Meiner Erfahrung nach helfen eine langfristige Partnerschaft und eine offene Kommunikation mit internen und externen Stakeholdern dabei, vorausschauend zu planen und das Unternehmen für einen nachhaltigen Erfolg zu positionieren.

Weitere Informationen unter:
www.ukg.com

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