Wie Kollege Computer die Büroarbeit bis 2030 verändern wird

Künstliche Intelligenz sitzt in Zukunft mit am Schreibtisch

Dies ist ein Gastbeitrag von Ute Riester, Senior Manager Field Product Management bei Dell Technologies Deutschland

Wie wird künstliche Intelligenz die Büroarbeit in der Zukunft verändern? Um das anschaulich zu machen, wollen wir eine Projektmanagerin im Jahr 2030 einen Tag lang bei ihrer Arbeit begleiten. Der Blick in die Zukunft dient dabei vor allem einem Zweck: Unternehmen und ihre Mitarbeiter zu ermuntern, sich ab sofort auf KI vorzubereiten.

Im ersten Teil des Ausblicks auf die Arbeitswelt der Zukunft ging es um die Ergebnisse der Studie „Realizing 2030: Die Zukunft der Arbeit“ und die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die Arbeitswelt. Ein Kernergebnis der Studie, für die Dell Technologies gemeinsam mit dem Institute for the Future (IFTF) 4.600 Führungskräfte aus 42 Ländern befragt hat: Sieben von zehn Manager begrüßen es, wenn Mitarbeiter mit Robotern oder intelligenten Maschinen zusammenarbeiten, um menschliche Grenzen zu überwinden. Dabei meinen die Entscheider nicht nur den Einsatz von KI in Fertigung, Vertrieb oder Service, sondern auch die Zusammenarbeit mit Maschinen in den Büros.

Aber wie wird diese Zusammenarbeit aussehen? Der Begriff der „künstlichen Intelligenz“ suggeriert, dass Computer einmal so ähnlich denken und handeln könnten wie wir selbst. In der Tat wirken einige Fähigkeiten moderner Maschinen, die etwa mithilfe von Sensoren sehen, hören, riechen, schmecken und sogar Gefühle zuordnen können, durchaus irgendwie menschlich. Kombiniert mit der Fähigkeit, Daten in rasender Geschwindigkeit und Genauigkeit zu verarbeiten, sind sie Menschen oftmals auch überlegen – dies aber eben nur in Teilbereichen. Intuition, Kreativität und Empathie können Maschinen schlichtweg nicht entwickeln, denn es fehlt ihnen nun einmal das Bewusstsein dafür, was sie tun. Auf lange Sicht wird es daher zu einem Nebeneinander von Mensch und Maschine kommen, zum Beispiel im Büro – ersetzbar wird der Mensch jedoch niemals.

Ein ganz normaler Tag im Büro des Jahres 2030

Die Projektmanagerin Carola Schäfer startet ihren Tag um 9 Uhr aus dem Homeoffice. Mit einem Fingerschnippen ruft sie ihren digitalen KI-Assistenten, von ihr liebevoll „Herbert“ genannt. Herbert liest Carola kurz die heutigen Termine und Aufgaben vor. Um nichts davon musste sich die Projektmanagerin selbst kümmern, denn das hat ihr Cobot („Collaborative Robot“) alles aus der Kommunikation zwischen Carola und ihren Kollegen entnommen. Danach hat er ihre Termine in den Kalender eingetragen, die Bahnfahrten zu den Auswärtsterminen gebucht und die Kollegen in den Filialen zu diesen Meetings eingeladen.

„Die Zukunft der Büroarbeit beginnt heute – mit dem Upskilling der Mitarbeiter und der Gestaltung der Rahmenbedingungen für ethische KI.“ (Bild: Dell Technologies)

Aber das ist noch nicht alles: Damit Carola gut vorbereitet in die Besprechungen geht, hat Herbert ihr Dossiers mit den wichtigsten Informationen zusammengestellt, für die er Dokumente aus dem Unternehmensnetzwerk über eine semantische Inhaltanalyse ausgewertet hat. So kann sich Carola ganz auf ihre Meetings konzentrieren, über die ihr Cobot auch das Protokoll schreibt.

Bevor Carola Schäfer zum nächsten Termin fährt, bastelt sie noch an ihrem Konzept für die nächste Marketingkampagne. Sie ruft Herbert, der als holografischer Avatar im Raum erscheint, und fragt ihn, ob er jemandem im Unternehmen kennt, der schon an ähnlichen Themen gearbeitet hat. Natürlich kennt er jemanden, denn Herbert scannt fortlaufend das Netzwerk und weiß daher, dass ein Kollege aus England erst vor kurzem eine ähnliche Kampagne ausgearbeitet hat. Er vereinbart ein spontanes Online-Meeting mit ihm und ruft ihn auch direkt an. Carola spricht mit ihrem Kollegen übrigens in ihrer Muttersprache – und dieser tut das auch. Ihr Cobot übersetzt simultan in beide Richtungen und in der Stimme der Sprechenden. Auch hier liefert Herbert nur Sekunden nach dem Meeting das Protokoll.

Jetzt muss Carola aber los, wenn sie ihren Zug noch kriegen will. Herbert hat ihr ein Taxi bestellt, das sie rechtzeitig zum Bahnhof bringt. Während der Fahrt geht Carola schnell noch einmal das Briefing durch und fragt das ein oder andere Mal bei Herbert nach, wenn sie weitere Infos braucht. Parallel dazu erledigt der Cobot noch einige Kundenanfragen, die per E-Mail oder telefonisch zu Carola gekommen sind. Multitasking ist für ihn längst kein Fremdwort mehr.

Carola hat durch die Unterstützung von Herbert viel Zeit gewonnen, die sie in ihr nächstes Projekt stecken kann. Zumindest teilweise, denn ihr Kollege Computer erinnert sie daran, dass sie heute Nachmittag noch einen Online-Workshop absolviert, in dem sie neue Funktionen von Herbert kennenlernen wird. Upskilling ist längst zum festen Bestandteil ihres Arbeitsalltags geworden – auch deshalb, weil sie vor zehn Jahren schon mit ihrem damaligen Arbeitgeber darüber gesprochen hatte, wie wichtig lebenslanges Lernen ist.

Die Büroarbeit der Zukunft beginnt heute

Zehn Jahre vor unserem Besuch in der Zukunft, also 2020, hat die Corona-Pandemie die Welt über mehr als ein Jahr praktisch lahmgelegt. In dieser schwierigen Zeit haben die Menschen in den Unternehmen viel darüber gelernt, wie unverzichtbar Technik in unserem Alltag ist. Mit diesem Wissen machen sie sich jetzt an die Gestaltung der Zukunft.

Viele Menschen sorgen sich über die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf ihren Berufsalltag. Dystopische Romane und Filme, in denen übermächtige Maschinen über Menschen herrschen, fördern solche Ängste. Aber auch nüchtern betrachtet werden intelligente Maschinen unsere Arbeitswelt fundamental verändern: KI wird bestimmte Jobs zweifellos überflüssig machen, darunter anstrengende, eintönige oder gefährliche. Vor allem aber werden intelligente Maschinen menschliche Tätigkeiten ergänzen.

Das ist keine ungewöhnliche Entwicklung, wie ein beliebiger Blick in die Geschichte der Industrialisierung zeigt: Schon immer haben Maschinen Menschen Tätigkeiten abgenommen. Und schon immer hat sich damit die Arbeitswelt verändert, unter anderem, weil viele neue Jobs entstanden sind. Das ist bei KI nicht anders.

Es gibt nur eine Möglichkeit, sich diesen Veränderungen zu stellen: sich schon heute auf sie vorbereiten. Das ist zugleich eine Aufforderung an Unternehmen und ihre Mitarbeiter, sich für die Veränderungen zu engagieren. Die wichtigste Aufgabe dabei ist das sogenannte Upskilling, also die Qualifizierung für die Nutzung moderner Technologien wie KI.

Wenn intelligente Maschinen einen Teil der Büroarbeiten übernehmen, entsteht bei den Menschen Raum für neue Tätigkeiten, etwa im Bereich der strategischen Planung oder des qualifizierten Kundendiensts. Auch diesen Raum gilt es über Qualifizierungsmaßnahmen zu füllen.

Jetzt ist zudem die Zeit, die Rahmenbedingungen für einen ethischen Einsatz von KI zu definieren, um zum Beispiel Diskriminierungen und Vorurteile durch Algorithmen zu verhindern, die bei schlechter Datenlage entstehen können. Das ist eine strategische, aber auch eine operative Aufgabe für Unternehmen.

Je stärker wir uns aktiv an der Entwicklung von Technologien und der Gestaltung der Zukunft beteiligen, desto mehr werden wir diese Zukunft prägen und desto weniger müssen wir uns Sorgen machen, dass etwas „mit uns passiert“, was wir nicht wollen. Es ist eine Aufgabe für uns alle.

Weitere Informationen unter:
www.dell.com

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