Warum ein Global Digital Headquarter die Zukunft der modernen Unternehmenskultur ist

Weltweit ist für viele Beschäftigte die Arbeit aus dem Homeoffice aufgrund der Corona-Pandemie zum Alltag geworden. Kommunikation, Vernetzung und Wissensaustausch finden seitdem überwiegend digital statt. Dies stellt Arbeitnehmer:innen, aber auch Führungskräfte vor neue Herausforderungen: Wie können Unternehmen virtuell eine Dynamik aufbauen, die mit der des analogen Büros mithalten kann? Wie wird bei Mitarbeiter:innen weiterhin ein Gefühl der Zugehörigkeit erreicht? Digitalisierungsexperte Kevin Hähnlein von Unily erklärt, warum das Digitale Headquarter ein Lösungsansatz sein kann.  

Von der Präsenzpflicht zum Hybridmodell

Das Jahr 2020 hat gezeigt, dass es sich lohnt, eine langfristige Strategie für den hybriden Arbeitsalltag zu entwickeln. Ein hybrides Arbeitsmodell bedeutet, dass Beschäftigte ihre Arbeitszeiten zwischen dem Büro und dem Homeoffice flexibel aufteilen und somit eine ortsunabhängige Zusammenarbeit möglich sein muss. Dies klingt im ersten Schritt simpel. Jedoch haben die vergangenen Monate gezeigt, dass Unternehmen standortübergreifende Plattformen und jede Menge Übung benötigen, um Remote Work langfristig und vor allem erfolgreich umzusetzen. Mit einer entsprechenden Strategie können digitale Plattformen wie Intranets schließlich zum Digitalen Headquarter weitergedacht werden.

Was ist ein Digitales Headquarter?

Wir bei Unily empfehlen, den Fokus des Hybriden Arbeitens auf das Digital Headquarter, also das digitale Unternehmenszentrum, zu legen. Grund dafür ist die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt, weshalb der Knotenpunkt der Belegschaft auch langfristig digital sein wird. Entsprechend benötigen Unternehmen eine Zentrale, die nicht mehr auf einen einzelnen Standort beschränkt ist. Durch das Digitale Headquarter entwickelt sich genau das, was traditionellen Büroräumen fehlt: Es entsteht ein anpassbares, allumfassendes Zuhause für Mitarbeiter:innen, die jederzeit und von überall auf das Wissen des Unternehmens zugreifen und mit den kulturellen Werten in Kontakt kommen können. Jedoch soll das physische Büro durch dieses Modell nicht komplett ersetzt werden. Vielmehr dient das Digitale Headquarter als Ergänzung der umfassenden Employee Experience und ist allgegenwärtig. Ob auf dem Laptop, Tablet oder Smartphone der Mitarbeiter:innen oder auf Bildschirmen in der Caféteria des echten Headquarters – die wichtigsten Informationen sind omnipräsent und können zudem zielgruppenspezifisch ausgespielt werden. 

Welche Rolle spielt zukünftig ein Unternehmenssitz angesichts der digitalisierten Zusammenarbeit?

Im Gegensatz zum herkömmlichen Intranet, das nichts weiter als eine digitale Unternehmenszeitung darstellte, kann eine Employee Experience-Plattform somit zum digitalen Headquarter und zur tragenden Säule des hybriden Arbeitsalltags werden. Aus einem reinen Top-Down-Informationskanal entsteht für die Belegschaft zudem die Möglichkeit, aktiv an der Unternehmenskommunikation teilzunehmen: Dies ist zum Beispiel in Form von Blogbeiträgen, Umfragen, internen Ideenportalen sowie mit  Gamification-Funktionen möglich.

Welche Vorteile bietet die digitale Zusammenarbeit?

Ein erheblicher Vorteil, den viele Unternehmen bereits jetzt spüren konnten, ist die Zeit- und Kostenersparnis durch berufsbedingte Reisen, die aufgrund der digitalen Zusammenarbeit obsolet werden. Darüber hinaus können die verschiedenen relevanten Arbeitsprogramme mit einer Employee Experience Plattform integriert werden, sodass alltägliche Arbeitsprozesse erheblich vereinfacht werden. Häufige Wechsel zwischen zahlreichen Tools oder die endlose Suche nach Dokumenten entfallen, was zur Steigerung von Konzentration sowie Produktivität führt und letztlich die Komplexität von Arbeitsprozessen reduziert. Darüber hinaus ermöglicht eine Employee Experience Plattform den Mitarbeitenden, sich aktiv in die Unternehmensgestaltung und -kommunikation einzubringen. So entsteht ein Gefühl der Zugehörigkeit zum Unternehmen, ebenso wie eine standortübergreifende Intensivierung des Kontakts und des Wissenstransfers unter Arbeitskolleg:innen. Natürlich kann eine solche interne Plattform die herkömmliche Bürokultur und Vorzüge der persönlichen Face-to-Face-Kommunikation nicht vollends ersetzen – auch in Zukunft wird das Büro also seine Bedeutung als Ort der Zusammenkunft beibehalten, jedoch wichtige Prozesse an das digitale Headquarter auslagern müssen.    

Zusammenfassung und Ausblick: So gestaltet sich die Arbeitswelt von morgen

Durch die Pandemie hat sich in vielen Unternehmen die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich digitale Unternehmensstrukturen durchaus in der Arbeitswelt etablieren können. Diejenigen Firmen, die noch damit hadern, werden nachjustieren müssen, um langfristig konkurrenzfähig zu sein. Zudem werden Arbeitnehmer:innen Ort und Zeit ihrer Arbeit zunehmend individuell bestimmen wollen. Damit könnte langfristig auch eine deutliche Reduzierung der gemieteten Büroflächen einhergehen, was sich bereits in einigen Ankündigungen verschiedenster Unternehmen andeutet, die das Homeoffice zur Regel erklärt haben. 

Da sich die Arbeitsbedingungen dauerhaft geändert haben, ist es für Unternehmen aus wirtschaftlicher sowie aus strategischer Sicht essentiell, auf den Ausbau ihres hybriden Arbeitsalltags zu setzen. Künftig wird es immer mehr darauf ankommen, Mitarbeiter:innen sowohl in den Büros als auch im Homeoffice gleichermaßen einbinden zu können. Das Global Digital Headquarter dient hierbei als verbindendes Element und steht nicht nur für Technologie, sondern auch für nachhaltige Transformation und kulturellen Wandel. 

Über den Autor

Ich bin seit knapp fünf Jahren in der Welt des Digitalen Arbeitsplatzes tätig, die ich neben meinem Politik- und Wirtschaftsstudium als Consultant bei der T-Systems kennenlernen durfte. Ich hatte das Glück, in meiner Zeit als Consultant namhafte deutsche Unternehmen in spannenden Digitalisierungsprojekten zu begleiten und dabei viele Technologien, Methoden und Netzwerke kennenzulernen. Heute bin ich bei Unily (www.unily.com) als Sales Engineer für die DACH-Region verantwortlich.

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