Anzeige


Unternehmensziele benötigen persönliche Entwicklungsziele

Moritz Lehmkuhl und Christopher Jahns beschreiben in ihrem Gastbeitrag, wie Nachhaltigkeit erlernt werden kann. Denn es geht um weit mehr als um den Umweltschutz: es geht um den Erfolg des Unternehmens.

Unternehmen, die Nachhaltigkeitsstandards bei sich berücksichtigen, sind um 16 Prozent produktiver sind als der Durchschnitt, wie eine Studie der University of California in Los Angeles, USA, feststellt. Und auch ein Artikel im Stanford Social Innovation Review kommt zu dem Schluss: Nachhaltiges Wirtschaften bewirkt neben den positiven Effekten für die Umwelt und Soziales noch vieles mehr. Langfristig kann es dazu beitragen, das Engagement und somit auch die Produktivität des gesamten Teams zu verbessern. Daher sollten Unternehmen bei ihren Mitarbeitenden ein umfassendes Verständnis für Nachhaltigkeit und Klimaschutz schaffen. Zu den zentralen, von den Autoren des Artikels aufgeführten Strategien hierfür zählen unter anderem diese Punkte:

  • Definieren Sie das langfristige Ziel des Unternehmens.
  • Sorgen Sie bei Ihren Mitarbeitenden für Wissen und Kompetenz im Bereich Nachhaltigkeit.
  • Machen Sie alle Mitarbeitenden zu Nachhaltigkeits-Champions.

Um diese Ziele umfassend in die Betriebsabläufe zu integrieren, ist es notwendig, alle Beteiligten entsprechend einzubinden und zu befähigen. Unternehmen sind nur dann dauerhaft erfolgreich, wenn alle bei der Transformation in Richtung Nachhaltigkeit mitgenommen werden und dies als Bestandteil ihrer persönlichen Entwicklungsziele verstehen.

Nachhaltigkeit ist weit mehr als Umweltschutz

So vielfältig die Ansatzpunkte von Nachhaltigkeit sind, so vielfältig sind auch die darin liegenden Aufgaben: Sie umfasst Aspekte des Umwelt- und Klimaschutzes, sowie Prinzipien, die soziale und ökonomische Themen in sich vereinen. Das Nachhaltigkeitsportal Utopia.de listet in seiner Definition von Nachhaltigkeit zum Beispiel Themen wie Ressourcenschonung, Recycling, Kreislaufwirtschaftsmodelle etc.

Hinzu kommen auch soziale Aspekte, die auf Geschlechtergleichheit, Mitbestimmung, Arbeitsrechte bis hin zu Prinzipien guter Unternehmensführung reichen. Ein allgemeingültiger Bewertungsrahmen dafür sind die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die UN SDGs.

Für Unternehmen bedeutet ein entsprechend weites Nachhaltigkeitsverständnis, nicht nur Produkte mitsamt Produktionsprozessen und Dienstleistungen nachhaltig zu entwickeln. Sie müssen auch ihr Geschäftsverständnis grundsätzlich nachhaltig gestalten und ihre Mitarbeitenden auf diesem Weg mitnehmen. Informationsmaßnahmen und Qualifizierung sind dabei Chance und Herausforderung zugleich, denn zuerst sollten die Unternehmen selbst entsprechende Werte und Kulturen aufgestellt haben, ehe diese geteilt werden können.

Ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit kommt nicht über Nacht

Je nach Branche und Firmenkultur können sich die Methoden zur Umsetzung dafür jedoch deutlich unterscheiden. Unternehmen mit einem hohen Bewusstsein für ökologische und soziale Herausforderungen haben zweifellos einen Vorsprung. Sie haben Themen und Ansatzpunkte bereits definiert und richten sich im Idealfall bereits danach aus. Fehlt jedoch noch die Sensibilität für nachhaltiges Handeln und die Notwendigkeit zum Klimaschutz, kommt es darauf an, die Bedeutung klar zu kommunizieren und sie als unabdingbar für das weitere Wachstum des Unternehmens herauszustellen. Eine Tradition der Nachhaltigkeit lässt sich jedoch nicht über Nacht installieren – sie bildet sich vielmehr aus dem Festlegen unverrückbarer Grundsätze, einem beispielhaften Vorleben „von oben“ und der systematischen Befähigung jedes einzelnen Mitarbeitenden.

Auch der Deutsche Nachhaltigkeits-Kodex sieht die Mitarbeitenden in Unternehmen als wichtige Faktoren dafür an, wie Nachhaltigkeitsziele erreicht werden können. Bereits die Anreizsysteme für die Entwicklung der Mitarbeitenden sollten so aufgestellt sein, dass sie die Motivation zur Nachhaltigkeit fördern.

Transformation von innen heraus

Für jeden Transformationsprozess benötigt es Verständnis und Wissen. Bei allen Maßnahmen sollten Unternehmen daher diejenigen dazu abholen und darin einbinden, die die angestrebten Veränderungen von innen heraustreiben und verstärken können: die Beschäftigten im Unternehmen.

Aus diesem Grund sollten Nachhaltigkeit und Klimaschutz als Gegenstand und Thema spezieller Weiterbildungs- und Qualifizierungsprogramme behandelt und umgesetzt werden. Solche Programme schaffen die Voraussetzungen für ein richtiges Nachhaltigkeitsverständnis sowie eine aktive Verinnerlichung und Unterstützung der entsprechenden Unternehmensziele.

„Die Verankerung von Nachhaltigkeit mit allen Facetten ist für den Erfolg von Unternehmen alternativlos. Sie ist einer der Innovations-, Wettbewerbs- und Jobmotoren der Zukunft“, erklärt Dr. Christopher Jahns, CEO und Gründer der Online-Education-Plattform XU, die mit ClimatePartner zusammen die XU School of Sustainability ins Leben gerufen hat.

Ein funktionierendes, vertrauensvolles und zufriedenes Team ist wiederum die Voraussetzung für jeden Wandlungsprozess. Die Schulung zur Nachhaltigkeit gehört hier ebenso mit dazu. Moritz Lehmkuhl, CEO und Gründer von ClimatePartner ergänzt: „Die Vermittlung von Umwelt- und Sozialwerten befähigt das Team nicht nur, zu den Nachhaltigkeitszielen des Unternehmens beizutragen. Es trägt zugleich dem Anspruch an persönlicher Entwicklung jedes Einzelnen Rechnung und zeigt, dass ein Unternehmen bereit ist, in seine Mitarbeitenden zu investieren.“

Nachhaltigkeit kann man lernen

Die XU School of Sustainability verfolgt in ihrer Zielsetzung genau das, was der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) von Bildungseinrichtungen fordert. Sie haben demnach die Aufgabe, verstärkt die nötigen Grundvoraussetzungen an Wissen und Kompetenzen zu schaffen. Auch die Vereinten Nationen verstehen Schulung und Qualifizierung als wesentlichen Bestandteil umfassender und ganzheitlicher Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung und sprechen dies als explizites Ziel (SDG 4: Education for Sustainable Development) an.

Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz ausbilden, kommen daher auch ihrer Verantwortung im Sinne der Ziele zur nachhaltigen Entwicklung nach. Sie können damit aber noch weit mehr erreichen: Qualifizierung zu Nachhaltigkeitsaspekten verbessert die Performance der Teams und schließlich auch des Unternehmens, wie die eingangs zitierte UCLA-Studie bestätigt. Nachhaltige und klimabewusste Standards ermöglichen durch besseres Verständnis von Abläufen und Prozessen auch Innovationen und kann eine grundsätzlich konstruktiv-progressive Einstellung der Mitarbeitenden fördern. Diese Entwicklung äußert sich nicht nur innerhalb der Teams oder des Unternehmens, sondern wirkt schließlich auch nach außen, wenn es um den Wettbewerb um Talente und Bewerber geht.


Creative Commons Lizenz CC BY-ND 4.0

Sie dürfen:

Teilen — das Material in jedwedem Format oder Medium vervielfältigen und weiterverbreiten und zwar für beliebige Zwecke, sogar kommerziell.

Der Lizenzgeber kann diese Freiheiten nicht widerrufen solange Sie sich an die Lizenzbedingungen halten.


Unter folgenden Bedingungen:

Namensnennung — Sie müssen angemessene Urheber- und Rechteangaben machen, einen Link zur Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden. Diese Angaben dürfen in jeder angemessenen Art und Weise gemacht werden, allerdings nicht so, dass der Eindruck entsteht, der Lizenzgeber unterstütze gerade Sie oder Ihre Nutzung besonders.

Keine Bearbeitungen — Wenn Sie das Material remixen, verändern oder darauf anderweitig direkt aufbauen, dürfen Sie die bearbeitete Fassung des Materials nicht verbreiten.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.