Smart Cities bringen Technologie und Mensch in Einklang

Gastbeitrag von Uwe Becker

Smart Cities – Warum Technologie und Mensch entscheidend für den Erfolg sind

Schon heute lebt in etwa über die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten und erwirtschaftet dort mehr als 80 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Die Vereinten Nationen prognostizieren, dass bis zum Jahr 2050 zwei Drittel der Weltbevölkerung in Ballungszentren leben werden. Klar ist: Der Trend der Urbanisierung wurde in den letzten Jahren immer weiter verstärkt, der Wunsch nach einem Leben in der Stadt wird immer präsenter – mit Herausforderungen, die insbesondere viele Großstädte mit Smart City-Konzepten in den Griff bekommen wollen. Vor allem geht es dabei darum, die Qualität der Lebens- und Arbeitsbedingung durch moderne Technologien zu verbessern.

Daten – der Schlüssel zur erfolgreichen Smart City?

Smart Cities wollen das Leben für Bewohner und Besucher lebenswerter gestalten. Durch die Nutzung digitaler Technologien sollen Städte in Zukunft zu einem effizienteren, nachhaltigeren und attraktiveren Ort werden. Daten stellen den Schlüssel zu all dem nötigen Wissen dar. Sie werden erhoben, analysiert und ausgewertet – ein enorm komplexer Prozess. Smarte Städte sind voll mit Sensoren, die für das Internet of Things Daten aus allen möglichen Quellen sammeln – hierbei kann es sich um Autos, Ampeln, Laternenpfähle etc. handeln. Die so gesammelten Daten ermöglichen eine bessere Entscheidungsfindung in Echtzeit, die eine höhere Effizienz, Sicherheit und Lebensqualität im Alltag bedeutet. Beispiele sind Parkleitsysteme, die den Autofahrer zu einem Parkplatz in der gewünschten Umgebung lotsen, oder Smarte Wasseruhren, die den Wasserverbrauch einer Wohnung automatisch an das Wasserversorgungsunternehmen melden. Aber mit der alleinigen Sammlung der Daten ist es noch lange nicht getan. Es muss richtig mit ihnen gearbeitet werden. Außerdem stellt sich die Frage: Wer sorgt dafür, dass die Daten nicht in die falschen Hände geraten?

Warum der Mensch Mittelpunkt einer smarten Stadt sein sollte

Hier wird klar: Auch wenn bei dem Begriff Smart City der Gedanke nahe liegt, dass es sich um eine komplett technologisierte Stadt handelt, darf der Mensch auf keinen Fall außen vorstehen. Zwar ermöglicht die Technologie das schnelle und einfache Sammeln und Analysieren von wichtigen Daten – der Mensch muss aber die Technologie von Anfang an in die richtigen Bahnen lenken und an entscheidenden Punkten eingreifen. So ist es zum einen wichtig, die Bürger von Anfang miteinzubinden, um die Erfolgschancen eines Smart City-Projekts hoch zu halten. Denn die Erfahrung zeigt: Wenn sich die Verantwortlichen zu sehr auf die Technologie konzentrieren und die tatsächlichen Bedürfnisse der Bürger nicht ausreichend berücksichtigen, scheitern Smart Cities-Konzepte schnell einmal. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, zumindest eine relevante Stichprobe von Bewohner hinsichtlich der Anforderungen an ein Smart City-Konzept zu befragen oder Arbeitskreise mit Bürgerbeteiligung zu etablieren. Nur so kann eine Stadt kreiert werden, die den Bedürfnissen der Bürger entspricht und breite Akzeptanz erfährt. Zum anderen ist es unerlässlich, dass das Projektmanagement und der Schutz der erhobenen Daten in den Händen von Menschen liegt bzw. in deren Verantwortung – hierfür gibt es zwei Rollen, die im Rahmen von Smart Cities-Projekten wichtig sind.

CDO und MSI gewährleisten das Gelingen von Smart Cities-Konzepten

Da ist einerseits der Chief Data Officer (CDO): Seine Hauptaufgabe ist es, den Schutz der erhobenen Daten und deren Nutzung zu überwachen. Außerdem obliegt ihm die Aufgabe, sicherzustellen, dass die Bürger eine aktive Rolle im Smart Cities-Projekt spielen und eine vorteilhafte Beziehung zwischen der Stadtverwaltung und den Bewohnern entsteht, von welcher im Endeffekt alle profitieren. In den vergangenen Jahren wurde der Rolle des CDO eine immer größere Bedeutung zugerechnet – zumindest in Großunternehmen. Eine Prognose besagt, dass bis zum Jahr 2021 in rund 75 Prozent aller Großunternehmen der CDO eine entscheidende Rolle einnehmen wird – auf gleicher Ebene wie IT, Geschäftsbetrieb, HR und Finance. Wieso? CDOs stellen heutzutage einen wichtigen Part bei der digitalen Transformationsinitiative dar. Sie sollen neue Geschäftsmöglichkeiten aufdecken und Innovationen vorantreiben. Smart Cities tun gut daran, diesem Beispiel zu folgen. 

Andererseits spielt der Master-Systemintegrator (MSI), ebenfalls eine entscheidende Rolle für das Gelingen von Smart City-Initiativen. Er führt alle Daten und Systeme zusammen und leistet dahingehend Beratung, wie diese dann am besten eingesetzt und integriert werden können. Der MSI verfügt über das nötige Fachwissen, um bei der Analyse der Daten zu helfen und diese in wertvolle, operative Erkenntnisse umzuwandeln. So sorgt er dafür, dass die Systeme der intelligenten Stadt richtig miteinander und mit den verschiedenen Interessensgruppen kommunizieren. So kann das Maximum aus den Daten und den Erkenntnissen herausgeholt werden. Des Weiteren stellt der MSI sicher, dass alle beteiligten Technologieanbieter mit den relevanten Beteiligten wie Energieversorgern, Tiefbauunternehmen und Immobilienfirmen innerhalb des Smart City-Ökosystems reibungslos zusammenarbeiten können. Während die Rolle des CDO in der Regel intern im Unternehmen angesiedelt ist, übernimmt die MSI-Rolle meistens ein erfahrener externer Technologieberater bzw. Service Provider.

Fazit

Damit ein Smart City-Projekt erfolgreich ist, müssen sowohl die Technologie als auch die beteiligten bzw. betroffenen Menschen sehr gut zusammenspielen. Modernste Technologie erleichtert zwar die komplexen Prozesse, dennoch gibt es Aufgaben, die weiterhin Menschen übernehmen müssen. Die Rollen des CDO und MSI werden dabei immer wichtiger.

Unser Autor

Uwe Becker

Uwe Becker ist Head of Business Services Germany and Austria bei Orange Business Services, der Geschäftskundensparte der Orange – Gruppe. Er verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung im Bereich Enterprise Technology and Architecture. In dieser Position hat der Diplom-Ingenieur die Beratungs-, Planungs- und Umsetzungsverantwortung rund um das Orange Business Services Lösungsportfolio der Region.

Weiterführende Informationen:

https://www.orange-business.com/en

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