Sind nachhaltige Veränderungen unausweichlich?

Immer mehr Unternehmen kehren mittlerweile zurück zur Normalität. Im Trend Report spricht Uwe Bergmann, Vorstandsvorsitzender der COSMO CONSULT-Gruppe über die Lehren aus der Pandemie und wie der Digitalisierungsspezialist Unternehmen beim Neustart in eine digitale Welt unterstützt.

„Wir verkaufen nicht nur IT,
sondern setzen eine ganzheitliche Unternehmensdigitalisierung um – und zwar mit den Personen, die später damit arbeiten.“


Herr Bergmann, wir sind im Neustart-Modus nach der Pandemie und in vielen Branchen wird endlich wieder normal gearbeitet. Was sollten Unternehmen aus den vergangenen Monaten für die Zukunft mitnehmen?

Vor COVID-19 standen Themen wie Digitalisierung und Modernisierung nicht unbedingt bei jedem Unternehmen ganz oben auf der Agenda. Angesichts einer robusten Konjunktur dominierte das Tagesgeschäft. In der Pandemie hat sich dann gezeigt: Betriebe, die bei der Digitalisierung Ihrer Arbeitsumgebung bereits weit fortgeschritten waren, konnten sich deutlich schneller auf die neue Situation einstellen. Diese Flexibilität dürfte auch künftig von Vorteil sein. Etwa, wenn es darum geht, sich an Marktänderungen und neue Kundenanforderungen anzupassen. Schaut man sich die Firmen genauer an, die der Entwicklung hinterherhinken, dann zeigt sich, dass der Nachholbedarf nicht nur die fehlende digitale Ausstattung betrifft. Auch die Menschen sind teils weit davon entfernt, in modernen Arbeits- und Organisationsformen zu denken und zu leben.

Die Pandemie hat gezeigt, wie groß der Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung ist – und, dass dieser Trend unumkehrbar ist. Allerdings sind die einzelnen Branchen unterschiedlich stark betroffen. Im produzierenden Gewerbe bestehen andere Möglichkeiten als etwa in der Gastronomie oder im stationären Einzelhandel, wo persönlicher Kontakt zu Menschen unverzichtbar ist. Ich würde mir wünschen, dass in der Wirtschaft verstärkt darüber nachgedacht wird, welchen Nutzen der eigene Betrieb aus der Digitalisierung ziehen könnte. Digitalisierungsprojekte sollten mit Zuversicht und Nachdruck auf die Schiene gesetzt, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besser auf die digitale Arbeitswelt vorbereitet werden.

Corona hat die digitale Transformation in den Unternehmen beflügelt. Wie helfen Sie Ihren Kunden dabei, die aktuellen Herausforderungen zu meistern?

Mit unserer Philosophie „Business-Software für Menschen“ konzentrieren wir uns besonders darauf, Menschen zu unterstützen. Wie inspirieren sie, neue Wege zu gehen. Hierfür haben wir innovative Tools entwickelt, wie den DigiCheck oder den Digitalen Berater. Damit ermitteln wir den Digitalisierungsgrad eines Unternehmens und vergleichen ihn mit ähnlich strukturierten Betrieben der gleichen Branche. Dieses individuelle Profil ist eine solide Basis für das weitere Vorgehen. Hinzu kommt unser hoch spezialisiertes Team, das Kunden flankierend unterstützt, ein übergreifendes, agiles Transformationskonzept umzusetzen.

Wir betrachten die Digitalisierung dabei ganzheitlich und nutzen das volle Applikations- und Technologiespektrum, das uns die Microsoft Plattform bietet. Während ein ERP-Anbieter dazu tendiert, alles in seiner ERP-Software oder ein CRM-Anbieter alles in seiner CRM-Software umzusetzen, nehmen wir die jeweils besten Apps und stimmen deren Prozesse exakt aufeinander ab. Damit sind wir in der Lage, Lösungen aus Bereichen, wie ERP, CRM, Business Intelligence, Modern Workplace oder auch Künstlicher Intelligenz gezielt einzusetzen und optimal miteinander zu vernetzen. Man könnte sagen, wir verbinden das Beste und Sinnvollste aus allen Welten und schaffen die jeweils optimale Lösung für unsere Kunden. Hierfür haben wir in den letzten Jahren unser Portfolio kontinuierlich auf ganzheitliche Lösungen ausgerichtet.

„Hinken Unternehmen in Sachen Digitalisierung lange Zeit hinterher, betrifft das nicht allein die Technologie, sondern auch Arbeitsweisen und Menschen.“

Unternehmen, die sich schnell an veränderte Rahmenbedingungen anpassen können, sind klar im Vorteil. Wie gelingt es, die Veränderungsbereitschaft in den Unternehmen zu verbessern? Wie sind da Ihre Praxiserfahrungen?

Vielen Unternehmen sind sich darüber bewusst, dass Veränderungen unausweichlich sind. Sie zögern dennoch – oft aus Unsicherheit. Sie suchen nach einem kompetenten, erfahrenen Partner, der sie sicher durch den digitalen Transformationsprozess begleiten. Dieser sollte allerdings möglichst breit aufgestellt sein, denn die Digitalisierung ist nicht allein eine technische Herausforderung. Entscheidend für den Erfolg ist es vor allem, die Mitarbeitenden mitzunehmen, sie einzubinden und für das Thema zu begeistern. Es ist wichtig bei allen Überlegungen und Vorhaben, stets den Menschen mit seinen Bedürfnissen in den Mittelpunkt zu stellen.

Deshalb steht bei uns das Thema Changemanagement ganz oben auf der Agenda. Um den steigenden Beratungsbedarf bei Digitalisierungsprojekten zu adressieren, haben wir zudem eine neue Businessunit gegründet, die sich intensiv mit Business Design auseinandersetzen. Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass die Herausforderungen der digitalen Transformation insbesondere im organisatorischen und kulturellen Bereich liegen. Business Design unterstützt Unternehmen dabei, den digitalen Wandel zu gestalten und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, auch künftig erfolgreich zu sein. Das Team hilft, digitale Strategien zu entwickeln, neue Geschäftsprozesse zu gestalten und Menschen für Neues zu begeistern.

Gemeinsam mit unseren Kunden entwickeln wir so neue Strukturen, neue Prozesse und oft sogar ganz neue Geschäftsmodelle. Wir verkaufen also nicht nur IT, sondern setzen eine ganzheitliche Unternehmensdigitalisierung um – und zwar mit den Personen, die später damit arbeiten. Auf diese Weise gelingt es, Visionen zu schaffen und eine gemeinsame Zukunft zu entwickeln.

Inwiefern sind Unternehmen, die den „Geist der digitalen Transformation“ bereits für sich ausgemacht haben, im Vorteil?

In der Pandemie konnten Unternehmen, die mit dem Aufbau einer modernen Infra- und Kommunikationsstruktur bereits weit fortgeschritten waren, neue Herausforderungen – wie etwa Homeoffice – viel besser bewältigen. Andere hatten nicht einmal adäquate Hardware und standen erst mal auf dem Schlauch, denn auch die Belegschaft waren nicht auf digitales Arbeiten vorbereitet. Das ist ein überaus wichtiger Punkt: Hinken Unternehmen in Sachen Digitalisierung lange Zeit hinterher, betrifft das nicht allein die Technologie, sondern auch Arbeitsweisen und Menschen. Die individuelle Kompetenz ist jedoch entscheidend für eine erfolgreiche Digitale Transformation. Schließlich stellt die veränderte Arbeitswelt viele neue Anforderungen an alle Beteiligten.

Auch für das Recruiting neuer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wird mangelnde Digitalisierung zum Problem: Das betrifft vielleicht nicht jede Branche im gleichen Maße, aber künftig wird es – allein schon aus demografischen Gründen – immer schwieriger, Menschen für sich zu gewinnen und an das Unternehmen zu binden. Wer dann nur mit einer »old-fashioned infrastructure« aufwarten kann, ist erst einmal unattraktiver. Die heutigen Nachwuchskräfte sind mit dem Handy aufgewachsen und stellen hohe Ansprüche an die digitale Ausstattung ihres neuen Arbeitsplatzes. Die kann man mit einer Infrastruktur von vorgestern nicht hinterm Ofen hervorlocken. Digitalisierte Betriebe sind also hier klar im Vorteil.

https://de.cosmoconsult.com/

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Photo by Brad Starkey on Unsplash

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