Potenzielle Lieferkettenproblemen erkennen und bewältigen

Ulrich Flamm, Director Enterprise Sales bei ServiceNow, beschreibt, wie Unternehmen mit Hilfe von Risikomanagement ruhiger durch Krisenzeiten navigieren.

Die Digitalisierung gilt als Katalysator für die deutsche Wirtschaft – doch können Unternehmen sie auch als Schutz nutzen? Laut einer aktuellen Umfrage von YouGov im Auftrag von ServiceNow scheint das noch nicht der Fall zu sein: Trotz Permakrisen bleiben digitale Chancen vor allem im Bereich der Risikoprävention bei einigen deutschen Unternehmen noch unangetastet. Die wichtigsten Geschäftsrisiken sind dabei Lieferkettenprobleme, Energieversorgungsengpässe und Software-/ Technikprobleme. Ein akuter Handlungsbedarf ergibt sich bei den befragten Unternehmen jedoch nicht: Trotz der Besorgnis finden diese Bereiche als Gegenstand des aktiven Risikomanagements bis dato nur wenig Beachtung.

Dabei ergeben sich gerade für Lieferketten große Chancen. Globale Transportwege werden seit einigen Jahren durch unterschiedliche Faktoren erschwert: Die Pandemiemaßnahmen und der Konflikt in der Ukraine gehören zu den aktuellsten Gründen, aber auch einzelne Vorkommnisse, wie die Blockade des Suezkanals durch ein feststeckendes Schiff im Jahr 2021, können von einem Tag auf den anderen für einen plötzlichen Stillstand tausender Lieferketten führen. Die steigende Inflation und damit verbunden das stark schwankende Konsumverhalten sowie ein Mangel an Energieträgern belasten Lieferketten auf der ganzen Welt zusätzlich. All diese Punkte führen dazu, dass die Wirtschaftsleistung in Deutschland ausgebremst wird.


Wie können Entscheider mit diesen vielfältigen Herausforderungen umgehen? Die Antwort liegt auf der Hand: Mit Hilfe der Digitalisierung. Denn eine smarte Unternehmensführung kann Krisen dank digitaler Tools besser bewältigen. Wer frühzeitig Gefahren für den Geschäftsbetrieb identifiziert und minimiert, ist klar im Vorteil. Etwas mehr als die Hälfte der durch YouGov befragten Entscheider (51 Prozent) können bejahen, dass ihr Unternehmen auf künftige Schwierigkeiten vorbereitet ist und Risikomanagement betreibt. Der Grad der Digitalisierung ist dabei jedoch sehr unterschiedlich. 30 Prozent nutzen bereits vorhandene Software für diesen neuen Zweck. Ganze 5 Prozent geben an, auf entsprechende Software vollständig zu verzichten. Immerhin 29 Prozent setzen bereits auf speziell entwickelte Risk Management Tools. Den ersten Schritt auf der Digitalisierungsleiter haben demnach einige schon gemacht – den Nutzen dedizierter Risikomanagement-Software scheinen jedoch noch nicht alle erkannt zu haben.

Das größte Risiko: Lieferkettenprobleme

Ulrich Flamm: „Trotz der eher entmutigenden Studienergebnisse in puncto Digitalisierung und Risikobewertung gibt es einen Lichtblick: 24 Prozent der Befragten haben erkannt, dass in Zukunft eine durchgängig funktionierende Lieferkette zu den wichtigsten Faktoren für erfolgreiches Management von Risiken gehört.“

Untersucht man, welche Risikoszenarien für deutsche Unternehmen am bedrohlichsten sind, landen Lieferkettenprobleme mit 27 Prozent auf dem ersten Platz. Trotz dieses Ergebnisses und obwohl das Thema Supply Chain in aller Munde ist, sehen deutsche Betriebe keine hohe Priorität darin, in diesem Feld digitales Risikomanagement zu betreiben. Nur 32 Prozent der Befragten sehen sich auf Störungen der Lieferkette gut vorbereitet.

Woher rührt diese Diskrepanz? Der meistgenannte Grund der Studie unter Beachtung aller möglichen Krisen ist, dass Risikomanagement für die eigene Firma einfach nicht relevant ist (29 Prozent Zustimmung). Mit 23 Prozentpunkten werden mangelnde Skills als Hinderungsgrund für systematisches Risikomanagement genannt. Während einige Betriebe tatsächlich nicht auf Lieferketten und somit weniger auf Risikoprävention angewiesen sind, stellt das Fehlen von geeignetem Personal für fast jedes vierte Unternehmen ein Problem dar. Abhilfe schaffen digitale Plattformen, die viele Aufgaben den Mitarbeitenden dank Automatisierung abnehmen können.

Darum macht Risikomanagement Lieferketten resilienter

Bei Supply Chains sind immer viele Akteure involviert – und das gerne über mehrere Kontinente hinweg. Um hier Ausfälle zu verhindern, sind Kontrollen und intelligente Prognosen die besten Maßnahmen. Ist es sicher, Waren nur aus Land x zu beziehen, wenn es dort politische Unruhen gibt, oder sollten wir auf mehrere Standorte setzen? Wo zeigt unsere Logistik Schwachstellen, die problematisch werden könnten? Diese und weitere Fragen können im Idealfall durch den Einsatz von digitalen Lösungen wie beispielsweise die Now Platform von ServiceNow beantwortet werden und entsprechende Schritte eingeleitet werden. Denn eine solches Tool bietet:

  • eine schnelle Identifizierung und Priorisierung von Sicherheits-Incidents, Schwachstellen und Risiken für Unternehmen
  • eine bessere Kommunikation und Berichterstellung
  • Workflows, Automatisierung und Orchestrierung, um langwierige manuelle Prozesse zu vermeiden
  • Unterstützung bei dynamischen Geschäftsentscheidungen durch Risiko-Datenkorrelationen und gemeinsame Risikoprozesse über alle Teams hinweg

Wann immer eine Schwachstelle in der Lieferkette erkannt wird, warnt das System frühzeitig. Dabei kann vorab definiert werden, unter welchen Bedingungen wann Alarm geschlagen werden soll, um unnötige Benachrichtigungen zu verhindern. Das verspricht eine sehr zuverlässige Risikoüberwachung und -bewertung. Jede aufgeklärte Gefährdung kann sich dann positiv auf den Betriebsablauf auswirken. Je mehr Ausfälle und Produktionsstopps verhindert werden, desto ertragreicher können Firmen wirtschaften.

Trotz der eher entmutigenden Studienergebnisse in puncto Digitalisierung und Risikobewertung gibt es einen Lichtblick: 24 Prozent der Befragten haben erkannt, dass in Zukunft eine durchgängig funktionierende Lieferkette zu den wichtigsten Faktoren für erfolgreiches Management von Risiken gehört. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, auf geschultes Personal für kommende Lieferkettenkrisen zu setzen, digitale Tools einzuführen und das eigene Unternehmen somit für unruhige Zeiten fit zu machen.

Hinweis:

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 505 Unternehmensentscheider zwischen dem 20.10.2022 und 27.10.2022 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und setzen sich repräsentativ nach Beschäftigtenanteil pro Unternehmensgröße zusammen.


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Photo by Timelab Pro on Unsplash


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