New Work: „New normal“

Die Arbeitswelt verändert sich und Unternehmen sind jetzt gefordert, die richtigen Voraussetzungen für die Zukunft zu schaffen.

von Bernhard Haselbauer

Lernen Sie richtig zu kommunizieren“, so lautet einer der grundlegenden Tipps, um im Homeoffice erfolgreich zu arbeiten. Posten, Mailen und Chatten will also ebenso wie Telefonieren gelernt sein. Im Kontext ihrer täglichen Arbeit von zu Hause aus erleben momentan viele Mitarbeiter eine Blütezeit der Instant Messenger. Skypen und Chatten begleitet viele von uns schon seit Jahren. Doch nun in der Pandemie können die Tools rund um den Nachrichtensofortversand ihre wahre Kraft entfalten.

Instant Messenger für Firmen überzeugen dank ihrer einfachen Anwendung und Echtzeit-Funktionalität als Mittel für die effiziente und effektive Unternehmenskommunikation. Der Gebrauch von Mitarbeiter-Chats ist weniger störend im Workflow als zum Beispiel das Schreiben von E-Mails oder Tätigen von Anrufen. Man kann präzise und schnell auf Nachrichten antworten, wenn man Zeit hat, und wird nicht ständig abgelenkt. Mehrere Chats können somit beinahe zeitgleich geführt werden, was sich bei mehreren Telefonaten gleichzeitig als recht schwierig erweisen kann. Führungskräfte sollten sich im Kontext des virtuellen Führens und Coachens schnellstmöglich mit dem Thema beschäftigen. E-Mails sind gut, aber reichen für die effiziente Kommunikation heutzutage nicht mehr aus. Richtig zu kommunizieren, heißt auch, die Tools sinnvoll zum Einsatz zu bringen. Was wäre Skype ohne die Gruppenchatfunktion, in der alle Kollegen auf einem Channel Nachrichten im Kontext der täglichen Arbeit in Echtzeit austauschen können. Und der Flurfunk weiß viel! Teams können so optimal abgebildet werden und die Kollegen sind mit Videochats greifbarer. Auch die jeweilige Unternehmenskultur kann zum Beispiel im Falle des „Jour fixe“ eingehalten werden.

Führungskräfte können so tagtäglich ihr Team motivieren und über den Channel bleiben alle informiert. Gerade kleine und mittlere Unternehmen sind gut beraten, die fast kostenlosen Tools zum Einsatz zu bringen. Dies gilt zudem auch für Handwerksbetriebe und den Außendienst, wo jederzeit die Kollegen und Mitarbeitenden die mobilen Versionen der Tools mit dem Smartphone nutzen können. Viele jüngere Mitarbeiter nutzen privat z. B. WhatsApp schon seit geraumer Zeit, um sich in Gruppen zu organisieren, da ist die Nachfrage „auf Arbeit“ natürlich auch da.

„In fünf Jahren sind 44 Prozent der Kollegen Contractors.“

Eigentlich steht so der erfolgreichen Projektkommunikation nichts mehr im Wege. Echte Transparenz an einem zentralen Ort. Damit kann zu jeder Zeit und an jedem Ort auf die notwendigen Informationen zugegriffen und die notwendige Aufgabe ausgeführt werden. Die Arbeitswelt verändert sich, in fünf Jahren sind 70 Prozent der Mitarbeiter sogenannte „Technical Natives“ und bis zu 44 Prozent der Kollegen „Contractors“. Teams werden immer globaler und die Arbeit findet über Zeitzonen hinweg statt. Diesen Anforderungen muss Rechnung getragen werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben in Bezug auf das Geschäft, aber auch in Bezug darauf, Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Die Unternehmen sind gefordert, die Voraussetzungen für diese zukünftige Arbeitswelt, die moderne Zusammenarbeit bedeutet, zu gewährleisten. Swen Arnold von Workfront bestätigte unserer Redaktion dazu: „Flexibilität bestimmt wie kaum ein anderes Thema die Arbeitswelt 4.0 im aktuellen New Normal und darüber hinaus. Eine moderne Work Management Platform bietet auch in diesem Umfeld Transparenz und Kontrolle, hilft, das Unternehmen zu vernetzen, die Arbeit zu beschleunigen und Initiativen für die Zukunft des Unternehmens einzuleiten.“

Sicheres Homeoffice: Infrastruktur und Service-Management

Nahezu jeder zweite Beschäftigte in Deutschland arbeitete laut einer Bitkom-Umfrage im März 2020 von zu Hause aus. Und das funktionierte besser, als viele Führungskräfte gedacht hätten. Wenn es die Jobs erlauben, werden Unternehmen ihren Mitarbeitern auch nach der Pandemie eine Hybridlösung aus Büro und Remote Work anbieten, außerdem stärken Unternehmen ihre Resilienz mit digitalen Heim-Arbeitsplätzen. Wenn dann alles end­lich klappt, steht nur noch die Frage nach der IT-Sicherheit im Raum. Ein momentan eher vernachlässigtes Thema, das aber schnell zur Gefahr wird. Gefragt sind daher IT-Architekturen mit einem ganzheitlichen Konzept für Datenschutz und IT-Sicherheit, das die heimischen Arbeitsplätze mit einbezieht. Karl Werner, der seit Oktober als Country Manager für den Vertrieb des IT-Anbieters Ivanti in der DACH-Region verantwortlich ist, geht es dabei im Kern um drei Aspekte: Lösung von IT-Problemen der Nutzerinnen und Nutzer, Gewährleistung von IT-Sicherheit und nicht zuletzt das On- & Offboarding von Mitarbeitern. „Unsere Antwort darauf ist ein grundlegender strategischer Wandel hin zur Hyper-Automatisierung. Mit der neuen Plattform Ivanti Neurons verlagern wir die Problemlösung direkt in die Endgeräte, indem wir sie mit Self-Healing- und Self-Securing-Funktionalitäten ausstatten. So wird nicht nur das Unternehmens-Netzwerk entlastet, sondern auch die IT-Teams.“


„Wir brauchen eine Immunisierung der IT“Flexibilität in der Arbeitswelt 4.0
https://www.trendreport.de/wir-brauchen-eine-immunisierung-der-it/https://www.trendreport.de/flexibilitaet-in-der-arbeitswelt-40/

Aber auch die Internetanbindung für Remote Worker ist wichtiger denn je. Wer jetzt in einem „weißen Fleck“ der Breitband-Versorgung sitzt, kann womöglich nicht von zu Hause aus im Firmennetzwerk arbeiten. Die Coronakrise zeigt einmal mehr, wie wichtig flächendeckende digitale Infrastruktur in Deutschland ist. „Im Kontext einer sicheren Infrastruktur für Remote Worker“, erklärte uns Alexander Albler, CEO von NTS, „ist nicht nur die Collaboration-Ausstattung von Bedeutung, sondern auch die Anbindung der Mitarbeiter im Homeoffice ist zentraler Bestandteil einer passenden Lösung. Wird diese beispielsweise redundant ausgelegt, kann möglichen Providerausfällen entgegengewirkt werden. Welche Mög­lichkeit letztlich genutzt wird, hängt vom Empfang direkt am Homeoffice-Arbeitsplatz und den bestehenden Anbindungen ab.“ Basierend darauf, sollte auch die passende Firewall gewählt werden. „Um eine sinnvolle Abrundung zu gewährleisten, muss sich auch das Unternehmen zentral damit auseinandersetzen. Je nach Anzahl der Personen im Homeoffice wird die Fire­wall im Unternehmen ausgelegt. Diese sorgt für eine sichere Datenverbindung zwischen dem Unternehmen und den einzelnen Homeoffices und nur autorisierte Endgeräte sollten sich mit dem Unternehmensnetz verbinden“, betonte abschließend Alexander Albler.

Homeoffice auch nach der Krise?

Die Befürchtung, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber könnten nach der Krise die Homeoffice-Möglichkeiten wieder beschränken, ist weit verbreitet.

Akzeptanz Homeoffice

Das Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt) ist zentralen Fragen zur Verbreitung und Akzeptanz der Arbeit im Homeoffice im Verlauf der Coronakrise nachgegangen. Dazu führte das bidt zwei repräsentative Kurzbefragungen unter jeweils rund 1 500 erwachsenen berufstätigen Internetnutzerinnen und -nut­zern in Deutschland. Demnach bereitet die Nutzung der Technik im Homeoffice den Befragten keine großen Schwierigkeiten. Drei Viertel der Beschäftigten gaben in der Befragung Mitte Juni an, mit der im Homeoffice eingesetzten Technik keine großen Schwierigkeiten zu haben. Nur 12 Prozent berichteten von großen Schwierigkeiten. Das mag daran liegen, dass Homeoffice für viele keine gänzlich neue Erfahrung war. Doch selbst bei denjenigen, die erstmals während der Coronakrise von Zu­hause aus arbeiteten, gab ein ähnlich hoher Anteil an, keine Schwierigkeiten mit der eingesetzten Technik zu haben. Auch nach Altersgruppen unterscheiden sich die Einschätzungen nicht wesentlich voneinander. Der Wunsch nach mehr Homeoffice ist auch stark ausgeprägt. Rund 70 Prozent der befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Homeoffice bei ihrer Tätigkeit grundsätzlich für möglich halten, wünschen sich, nach der Coronakrise häufiger im Homeoffice arbeiten zu können als zuvor. Interessant ist auch, dass 55 Prozent der befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer davon ausgehen, dass die Möglichkeiten, von zu Hause aus zu arbeiten, nach der Coronakrise wieder auf das Vorkrisenniveau reduziert werden.

„Flexibilität bestimmt wie kaum ein anderes Thema die Arbeitswelt 4.0“

Swen Arnold von Workfront

Egal ob im Homeoffice oder vor Ort im Büro, die „Employee Experience“ bleibt auch wichtig in der Post-Corona-Zeit. Employee Experience (EX) ist zurzeit als „Buzzword“ in aller Munde. Jedoch steckt mehr dahinter als nur ein neuer Begriff für eine alte Idee. Zwischen EX und dem Engagement der Mitarbeiter besteht ein kritischer Zusammenhang. Unternehmen mit hohem Mitarbeiter-Engagement konnten eine Steigerung des Umsatzwachstums um bis zu vier Prozent verzeichnen. Aber was ist Employee Experience (EX) genau? Laut Bersin by Deloitte ist es „die Summe aller Berührungspunkte, die ein Arbeitnehmer mit seinem Arbeitgeber hat, vom Zeitpunkt der Bewerbung (aktiv oder passiv) bis hin zum Austritt aus dem Unternehmen“. In der neuesten repräsentativen Studie der TechConsult „PUR 2021“ – einem unabhängigen Anbietervergleich für den deutschsprachigen Raum, bei dem Anwender Anbieter bewerten – wurde PeopleDoc / UKG im Bereich „Employee/Manager Self Services” zum Spitzenreiter gewählt. Wieland Volkert, Country Manager bei PeopleDoc, betonte im Gespräch mit der TREND-REPORT-Redaktion: „Unsere Kunden sehen hier die größten Mehrwerte.“ Aber wie kann die Employee Experience „gemessen” werden? Wieland Volkert erklärte uns dazu: „Über Social Media zum Beispiel, Mitarbeiter haben nach außen sehr viele Möglichkeiten, ihre Meinung und Einschätzung des Arbeitgebers zu artikulieren. Zusätzlich kann man durch Umfragen Mitarbeiterzufriedenheit erkennen und messen, beispielsweise das effiziente, schnelle Onboarding.“


HR-Digitalisierung für die Employee ExperienceErfolgsfaktor VertrauenskulturErfolgreich im Homeoffice
https://www.trendreport.de/hr-digitalisierung-fuer-die-employee-experience/https://www.trendreport.de/erfolgsfaktor-vertrauenskultur/https://www.trendreport.de/erfolgreich-im-homeoffice/

Fachkräfte und Spezialisten

Die Corona-Pandemie könnte den Fachkräftemangel im Mittelstand lindern. Es scheint dennoch zu kurz gegriffen, den Fachkräftemangel als vornehmlich quantitatives Problem von zu wenigen Arbeitskräften für zu viele freie Stellen zu begreifen. Schließlich liegt das Problem im Bereich des qualitativen Fachkräftemangels insbesondere in Branchen vor, die immer stärker auf Technologisierung und Automatisierung setzen müssen. Das am 1. März in Kraft getretene Fachkräfteeinwanderungsgesetz könnte nun helfen, doch das Timing im Kontext der Krise war schlecht. Was können Unternehmen daher jetzt machen, um die aktuelle Situation zu meistern? Nina Rahn von d.vinci meinte dazu: „Zunächst einmal: Um bestehende Mitarbeiter kümmern! Gute Kommunikation (gerade in der Krise!), wertschätzender Umgang und sichtbare Entwicklungsperspektiven helfen, die Mitarbeiterbindung zu erhöhen und zumindest teure Nachbesetzungen zu vermeiden.“ Und zu guter Letzt: auch in der Krise die Digitalisierung in allen Unternehmensbereichen weiter vorantreiben – dieser „Trend“ wird nicht mehr verschwinden!

b.haselbauer@trendreport.de

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