Nachhaltige Logistik fördert den Erfolg

Im Interview erläutert Andreas Koch, Head of Standard Solutions bei SSI Schäfer, wie wirtschaftliche und nachhaltige Unternehmensziele im Rahmen von Logistikprojekten erfolgreich in Einklang gebracht werden.

Herr Koch, was verstehen Sie unter einer nachhaltigen Intralogistik?

SSI Schäfer verfolgt einen sehr nachhaltigen und effizienten Lösungsansatz. Die Entwicklung branchenspezifischer Lösungen ist der erste Schritt, bevor wir als zweiten Schritt Produkte entwickeln oder aktualisieren. Je nach Kundenwunsch kann die Lösung ein einzelnes Produkt, Systemkomponenten oder ein komplettes Logistikzentrum einschließlich Lagerverwaltungssoftware, Kundenservice und Abfallwirtschaft sein. Aus einer Hand und durch die Herstellung der meisten unserer Produkte innerhalb der Gruppe ist es unsere Mission, ein langfristiger Partner zu sein. Gemeinsam mit unseren Kunden verfolgen wir ihr eigenes wirtschaftliches und nachhaltiges Ziel.

Welche Rolle spielen dabei die Themen Energieverbrauch und Ressourcenschonung?

Wir arbeiten in der Intralogistik seit langem an energieeffizienten Lösungen. Ein Beispiel dafür ist die Nutzung von Power Caps als autonome Energiequelle. Diese Technologie impliziert die Möglichkeit der Energierückgewinnung z.B. der Bremsenergie von Lagerfahrzeugen und die gleichzeitige Speicherung und Nutzung der zurückgewonnenen Energie.

Entscheidend für den CO2-Fußabdruck von Intralogistikprojekten ist jedoch ein ganzheitlicher Blick auf den Energieverbrauch. Ganzheitlich bedeutet, dass alle Bereiche des Bauens, der Technik und des Betriebs gemeinsam bewertet werden. Um eine optimale Gesamtenergiebilanz zu erreichen, räumen wir der Vermeidung unnötiger Energie innerhalb des Betriebs und über den gesamten Lebenszyklus deshalb höchste Priorität ein. Für die Nachhaltigkeit muss neben der Erfassung des betrieblichen Energieverbrauchs auch der Energieverbrauch in der Produktion, dem Service und der Modernisierung (Retrofit) bewertet werden. Der wichtigste Aspekt beim Thema Nachhaltigkeit von Intralogistiklösungen ist die Langlebigkeit und damit eine möglichst hohe Nutzungsdauer von Anlagen. Wir setzen bei der Systemgestaltung auf ein abgestimmtes Layout und ein ausgewogenes Verhältnis von Leistungsanforderungen, Flexibilität und Langlebigkeit. Dazu nutzen wir verschiedene Ansätze, um dieses Ziel entlang unserer breiten Produktpalette und Systeme zu erreichen. Diese reichen von energieeffizienten automatisierten Lagersystemen und ergonomischen Arbeitsplätzen bis hin zu Mehrwegbehältern und vorausschauender Wartung.

„Der wichtigste Aspekt beim Thema Nachhaltigkeit von Intralogistiklösungen ist die Langlebigkeit und damit eine möglichst hohe Nutzungsdauer von Anlagen.“

Andreas Koch

Beim schonenden Umgang mit Ressourcen spielt auch der Flächenverbrauch eine wichtige Rolle. Welche Lagerlösungen bieten hier die größtmögliche Nachhaltigkeit?

Durch die möglichst effiziente Nutzung vorhandener oder potenzieller Lagerflächen und die entsprechende Anpassung der Materialflüsse werden Ressourcen und Energie eingespart. Unser Unternehmen bietet eine breite Palette von Lösungen für die Integration von Lagersystemen vom Wareneingang über die Kommissionierung bis hin zum Versand. Eine nachhaltige Intralogistik entsteht durch die sinnvolle Kombination von vertikalen und horizontalen automatischen und manuellen Lösungskomponenten zu einer kompakten Lösung mit effizienten Materialflüssen.


Im Kundenservice übersetzt SSI Schäfer das Thema Nachhaltigkeit durch Aktivitäten zur Ressourcenschonung, zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Senkung der CO2-Emissionen.
© SSI SCHÄFER, iStock.com/Theerapong28

Die Optimierung der Lagerfläche ist nicht nur für die Nachhaltigkeit beim Bau eines neuen Systems entscheidend, sondern auch für eine bestehende Infrastruktur. Präventive und reaktive Servicedienstleistungen sind gleichermaßen entscheidend für die Systemverfügbarkeit und die Optimierung interner Materialflüsse während des Betriebs. So sorgt ein erweiterter Support, zum Beispiel über ein multifunktionales, mobiles Echtzeit-Videokommunikationssystem, für die effiziente Fehlerbehebung und Reparaturen für höchste Systemverfügbarkeit und geringe Ausfallzeiten von Systemen durch schnelle Reaktionszeiten. Ein weiterer Punkt, um potenzielle Flächen effizient und nachhaltig zu nutzen, ist die Modernisierung und Nachrüstung. So verlängern wir die Lebensdauer von Systemen und halten sie zukunftssicher.

Wie sieht ein optimaler Kundenservice im Sinne der Nachhaltigkeit aus?

Im Kundenservice übersetzen wir das Thema Nachhaltigkeit durch Aktivitäten zur Ressourcenschonung, zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Senkung der CO2-Emissionen. Predictive Maintenance – also die vorausschauende Wartung – ermöglicht die Implementierung einer nachhaltigen Wartungsstrategie mit vorausschauenden und kundenindividuell planbaren Serviceintervallen. Diese ergeben sich aus der Erfassung, Analyse und Auswertung systemspezifischer Daten. So wird die Wartung nicht eher durchgeführt, bis sie tatsächlich benötigt wird. Dies verhindert den unnötigen Austausch von Produkten und Komponenten, die einwandfrei funktionieren. Außerdem wird die Zahl der Serviceanrufe und Servicefahrten reduziert, was erheblich zur Ressourcenschonung und Verringerung der CO2-Emissionen beiträgt.

Der Boom des Onlinehandels wurde durch die Corona-Pandemie weiter verstärkt. Wie lassen sich nachhaltige Prozesse und die schnelle Lieferfähigkeit von Produkten umsetzen?

Moderne Lagerverwaltungssoftware stellt sich auf den Spitzenbedarf ein und unterstützt das Sparpotential zur Reduktion der Aufwände für die Erledigung von Aufträgen.
© Cecilie_Arcurs via Getty Images

In der gegenwärtigen globalen Coronavirus-Pandemie nimmt die Verfügbarkeit von Gütern eine ganz andere Bedeutung an. Die Erwartungen der Verbraucher an die Verfügbarkeit und Lieferung stellen für Logistiker eine große Herausforderung dar. Die Produkte müssen bis zum gewünschten Datum und mit kürzesten Lieferzeiten an die Haustür oder an gewünschten Abholstellen verfügbar sein, einschließlich kostenloser und bequemer Rücksendemöglichkeit. Übersetzt in die Logistik und internen Materialflüsse eines Unternehmens bedeuten diese Anforderungen möglichst 100% Lieferfähigkeit, kürzeste Zykluszeiten sowie Transparenz über sämtliche Prozessschritte im Lager und in der gesamten Lieferkette. Eine logische Konsequenz ist die Notwendigkeit eines Netzwerks zwischen Geschäftsprozessen und dem Lager.

Vor diesem Hintergrund investieren die Betreiber zunehmend in automatisierte Logistiksysteme, von denen sie vor allem eine Steigerung ihrer Kapazität, Produktivität und Qualität erwarten, um die Anforderungen bestmöglich meistern zu können. Eine hohe Verfügbarkeit dieser technischen Systeme ist entscheidend für den Erfolg. Um dies zu gewährleisten, sind Kundenservice und Wartung so wichtig und eng mit der Digitalisierung verbunden. Permanente Vernetzung und globale Kommunikation führen zu riesigen Datenpools. Diese Daten und insbesondere die gezielte Analyse der Daten sind für die Verbesserung von Prozessen und Geschäftsmodellen in Logistik und Intralogistik unerlässlich.

Wie bewerten Sie diesbezüglich das Thema Künstliche Intelligenz (KI) für die Intralogistik?

Künstliche Intelligenz bestimmt die Gegenwart und die Zukunft unserer Branche. Algorithmen, hohe Rechenleistung und das exponentielle Wachstum von Daten, die verarbeitet werden müssen, bilden die Grundlage der KI. Damit haben wir die Möglichkeit, riesige Datenmengen und Informationen zu verarbeiten.

Durch den Einsatz von KI-Technologien können sich Betreiber von Warenlagern nicht nur von der Konkurrenz abheben, sondern auch ihre Renditen steigern. Eine intelligente Analyse der Datenmengen, die in allen Phasen der Lieferkette entstehen, ermöglicht es, bisher unbekannte Zusammenhänge zu erkennen, realistische Szenarien für die nahe Zukunft zu entwickeln und Lieferketten wesentlich agiler und weniger störanfällig zu gestalten. Heute werden KI-Technologien bereits in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt. Das sind oft noch isolierte Lösungen, aber der Trend geht eindeutig zur Integration.

Weiterführende Informationen:
SSI Schäfer Gruppe

Zentrale Pressestelle SSI Schäfer Deutschland

Melanie Kämpf / Senior Global Communications Manager / Global Marketing

Mobil +49 151 12 11 32 25 / Tel. Office +49 2735 70-252 / Melanie.Kaempf@ssi-schaefer.com

Annika Nolte / Junior Project Manager Customer Relationship & PR / Global Marketing

Tel. Office +49 2735 70-9683 / Annika.Nolte@ssi-schaefer.com

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