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Mobilität mit Zukunft

Mit Digitalisierung die Mobilität der Zukunft gestalten – nachhaltig, sicher und effizient: Zukünftige Verkehrssysteme sind digitalisiert, vernetzt und automatisiert.

Aktuell besteht die Chance, unsere Verkehrssysteme grundlegend zu verändern. Treiber hierfür kommen aus unterschiedlichen Segmenten – Digitalisierung, Vernetzung, Automatisierung mit KI und ML ermöglichen zum Beispiel Verbesserungen in den Bereichen Sicherheit, Effizienz sowie Komfort im Verkehr und bilden zudem die Grundlage für neue Geschäftsmodelle mit hohem Kundennutzen. Möglichkeiten und Risiken in diesem Feld zu erkennen, wird den Ausbau und die Sicherung von Innovationsleistung und Wirtschaftsfähigkeit in großem Maße beeinflussen. Die Potentiale der Digitalisierung stehen bereit, um die Mobilität von morgen nutzbar zu machen.

Wichtig ist dabei, dass die Digitalisierung der Mobilität den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Schon heute plant eine stetig wachsende Gruppe von Menschen per Smartphone oder Web-App erfolgreich ihren täglichen Weg zur Arbeit. Mit schlauen Apps und dem richtigen Mobilitätsmix lassen sich so das Wetter, die Verkehrslage und die Verfügbarkeit von Verkehrsmitteln jederzeit integrieren, um nachhaltig ans Ziel zu kommen.

Etablierte Bausteine unserer Verkehrssysteme werden durch den aktuellen Trend zur Digitalisierung und Vernetzung zu Bausteinen des „Internet of Things“ (IoT). Durch die voranschreitende Automatisierung zentraler Prozesse innerhalb der Verkehrssysteme, zum Beispiel die automatisierte, datenbasierte Adaption von Verkehrsmanagementstrategien und automatisierte Fahrzeuge für individuelle oder kollektive Mobilität, entstehen neue Assets, die sich sehr gut in serviceorientierte Prozesslandschaften und Dienste-Ökosysteme integrieren lassen.


“Die Betrachtung eines automatisierten und vernetzten Fahrzeugs als rollender Sensor führt zu neuen Ideen.“

Prof. Dr. Frank Köster

Prof. Dr. Frank Köster
vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

„Neuartige Kooperationen und Schnittstellendesigns führen dazu, dass verschiedene Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Bereichen das Leben beherrschen werden, speziell im Bereich E-Mobilität, zum Beispiel einheitliche Nutzungsstruktur, neue Antriebstechnologien und Leichtbau“, erklärt uns Prof. Dr. Frank Köster vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). In diesem Kontext ist auch gerade die E-Bike- und E-Roller-Revolution in vollem Gange und auch dafür braucht es laut Mat Schubert CEO von Leon Mobility eine neue Ladeinfrastruktur. „Das ist aus meiner Sicht absolut notwendig. Stellen sie sich vor, Autos würden dadurch betankt werden, dass ein Tanklaster alle leeren Fahrzeuge anfährt und betankt. Genau das passiert bei den sta­tionslosen Sharing-Angeboten. Es sind eine Menge Leute notwendig, die leere gegen volle Batterien oder Fahrzeuge austauschen und diese dann wieder zentral aufladen. Das erzeugt etliche Zusatzkilometer, die die Betreiber mit Transportern durchführen. Teilweise bis zu 50 Prozent on top zu den Kilometern, die von den Rollern absolviert werden. Wir benötigen flexible Angebote in der Stadt, aber wir müssen sie besser integrieren. Genau dafür haben wir unseren Ladepunkt XOO entwickelt“, betonte Mat Schubert.

Dass der Markt für Mobilitätsdienstleistungen in Bewegung ist, zeigt auch die neueste Über­nahme von Tier Mobility. Der Berliner E-Tretroller-Anbieter übernahm Ende 2021 den traditionsreichen Bike-Sharing-Anbieter nextbike. Durch den Zusammenschluss beider Firmen entsteht Europas größter und vielfältigster Mikromobilitäts-Anbieter mit mehr als 250.000 Fahrzeugen in über 400 Städten.
Für Jan Gewinner von nextbike und zuständig für den Bereich Werbung, bedeutet der Zusammenschluss mit Tier Mobility eine unglaubliche Erweiterung von Möglichkeiten. „Tier Mobility hat neben den bekannten E-Scootern auch E-Bikes und E-Mopeds im Angebot. Und seit neuestem ist klar, dass wir auf den Bikes und Mopeds auch Werbung anbringen können. Im Gegensatz zu vorher haben wir nun die Möglichkeit, mit Berlin und München in allen werberelevanten Städten Werbung anzubieten“, erklärt uns Jan Gewinner.

Eine Fokussierung auf den Bereich der Geschäftsmodelle zeigt, dass hier neue Zusammenhänge umsetzbar werden, die im Kern nicht mehr nur auf dem Fahrzeugverkauf, fahrzeugnahen Finanzierungs- und After-Sales-Angeboten sowie unmittelbaren Mobili­täts- oder Transportleistungen basieren. „Zukünftige Modelle werden darüber hinaus berücksichtigen, dass während einer automatisierten Fahrt auch digitaler Content konsumiert wird, gegebenenfalls auch mit einem Ortsbezug oder Bezug zu einem Event in der jeweiligen Umgebung oder Einkäufe vorbereitet oder auch physisch durchgeführt werden können“, betont Prof. Frank Köster. Zusätzlich wird es möglich, durch Smart-Devices und per Sprachsteuerung effizienter zu agieren und viele Kilometer einzusparen. Es ist eben modern, Alexa, Siri und Co. in Fahrzeugen zu verwenden.

Stellen Sie sich vor, Sie sind im Auto unterwegs Richtung Urlaub und plötzlich nagt die Unsicherheit an Ihnen, ob Sie zuhause wirklich alles korrekt hinterlassen haben. „Wenn Sie Ihr Fahrzeug mit Smart-Home-Devices verbinden, dann können Sie per Sprachassistent im Auto Zugriff auf die Geräte in den eigenen vier Wänden bekommen – und sich so schnell einen Überblick verschaffen. Das Auto wird dadurch zum verlängerten Wohnzimmer und User müssen nicht mehr auf die bequemen Funktionen von Sprachassistenten verzichten, die sie bereits von zu Hause kennen“, verdeutlicht uns Katharina Zeschke, Leiterin Business Development bei RMS.

Laut der aktuellen Voice Studie des Audiovermarkters Radio Marketing Service (RMS) kennen etwa zwei Drittel der Befragten Connected-Car-Lösungen oder nutzen sie bereits selbst. Mehr als die Hälfte der Autofahrer:innen nutzt Sprachassistenten im Auto. Dabei nutzen sie vor allem die Navigation (58 %) oder Musik- und Audioinhalte (55 %). Sprachassistenten im Auto gibt es schon länger als Alexa, Siri und Co. Auch deshalb sind Akzeptanz und Nutzung so hoch. In diesem Kontext betont Katharina Zeschke: „Die Anzahl integrierter oder gekoppelter Geräte nimmt zu. Neben der Verwendung von Sprachassistenten und der interoperablen Verknüpfung des Autos mit dem Smartphone, Bezahlsystemen oder anderen Features wird vor allem die Art und Weise, wie wir Audio während der (autonomen) Fahrt erleben, eine große Rolle spielen.“

Aktuell hat es Apple mit Carplay geschafft, alle Displays im Auto zu kapern. Bisher gab es zwischen Auto- und Tech-Konzernen eine rote Linie, die nicht überschritten wurde: das Display des Cockpits. Diese Grenze will Apple jetzt einreißen und hat sich dafür gleich 14 Autohersteller ins Boot geholt, die mitmachen wollen.“

Laut Prof. Dr. Frank Köster führt auch die Betrachtung eines automatisierten und vernetzten Fahrzeugs als rollender Sensor zu neuen Ideen bei der Finanzierung von Mobilität und des Transports von Gütern. Die dabei gesammelten Daten können beispielsweise für das Management des Verkehrs, die Instandhaltung von Infrastruktur sowie die Produkt­verbes­serung/-entwicklung in den Bereichen Mobilität/Gütertransport genutzt werden. Sie stellen einen immer weiter wachsenden Wert dar.


Am Rande notiert:

Mobility Studie

Was ist den Menschen beim Thema Mobilität wichtig? Welche Probleme nehmen Sie wahr? Welche Wünsche haben Sie an die Mobilität von morgen?

In einer repräsentativen Befragung hat der TÜV-Verband das Mobilitätsverhalten in Deutschland im Jahr 2022 genauer untersucht. Noch zogen Auto und Fahrrad unter den Befragten als Corona-Gewinner davon, doch fordern die Bundesbürger:innen den Ausbau von Radinfrastruktur und ÖPNV.

Mehr Fakten im Summary unter:
https://www.trendreport.de/tuev-mobility-studie


Mobilitätsplattformen

Die Digitalisierung der Mobilität wird auch entscheidend durch Mobilitätsplattformen geprägt. Virtuelle Marktplätze, auf denen verschiedene Anbieter und Nachfrager in einer einfachen digitalen Anwendung zusammengebracht werden, sind ein wesentlicher Baustein intelligenter Mobilität. Schon heute zeichnet sich der deutsche Mobilitätsmarkt durch eine Vielzahl plattformbasierter Angebote aus. Diese unterscheiden sich in ihrem geografischen, modalen und funktionalen Umfang und sind auf die jeweiligen Mobilitätsgewohnheiten ihrer Nutzer ausgerichtet. Plattformlösungen, die nicht nur bestehende Mobilitätsmuster bedienen, sondern Mobilitätsverhalten nachhaltig verändern, müssen sich in Zukunft noch etablieren.

Ein Beispiel aus der Logistik zeigt auf, wie das in Zukunft funktionieren könnte. Das digitale Vermittlungsportal modility.com für den Kombinierten Verkehr hat sich zum Ziel gesetzt, allen Unternehmen einen Zugang zu nachhaltigen Transporten zu bieten. Dazu erklärt uns Hendrik-Emmanuel Eichentopf: „Gemeinsam mit Marktteilnehmern entwickeln wir mit modility einen einfachen Einstiegspunkt für den Kombinierten Verkehr, in welchem wir die Nachfrage nach Bahnlösungen und freie Transportkapazitäten der Zug-Operateure zusammenbringen. Damit erleichtern wir Unternehmen den Zugang zu CO2-freundlicheren intermodalen Transporten und sorgen dafür, dass die europäische Schieneninfrastruk­tur noch besser genutzt werden kann.“


Ohne Batterien
geht es nicht!


Digitale Zwillinge

Um nachhaltige und smarte Mobilität in Ballungszentren zu gewährleisten, können Digitale Zwillinge von Städten helfen. Dazu müssten von den verkehrsrelevanten physischen Elemente der Verkehrsinfrastruktur digitale Abbilder geschaffen werden, welche den Ver­kehrsteilnehmer:innen alle verkehrsrelevanten Daten zur Verfügung stellen. Die Verlässlichkeit der Informationen ist für die Dienste im Bereich der intermodalen Mobilität und der Verkehrsplanung und -steuerung zentral. München hat dieses Prinzip auf die nächste Stufe gehoben und ein digitales Double des eigenen Stadtraums geschaffen. Was den „Digitalen Zwilling München“ ausmacht und wie er etwa dabei helfen kann, die Luftqualität und Mobilität in der Stadt zu verbessern, erklärt uns Projektleiter Markus Mohl: „Der Digitale Zwilling München ist ein dynamisches und interaktives 3D-Stadtmodell und eine kollaborative städtische Datenplattform, in die unter­schiedlichste Daten einfließen: von den Geobasisdaten der Stadt über Echtzeitdaten aus beispielsweise Verkehrsflussinformationen und Luftschadstoffmessungen.

Der digitale Zwilling wird uns künftig erlauben, angedachte Veränderungen vorab in realitätsnahen Simulationen durchzuspielen. So können Expertinnen und Experten schnellere, bessere und fundiertere Entscheidungen treffen und Bürgerinnen und Bürger zugleich stärker an diesen Entscheidungen beteiligen.“ Steht nur noch die Frage nach den Daten im Raum, die für den „Digital Twin“ in Echtzeit gebraucht werden, um die nötigen Simulationen durchzuführen. Laut Mohl stünden aber einige Datenquellen wie z. B. Bikesharing-Daten zur Verfügung, die aber wieder datenschutzrechtlich mit der Zustimmung der Nutzerinnen und Nutzer versehen werden müssten. Eine weitere interessante Datenquelle sind laut dem Geoinformatiker der Stadt München die Sensoren moderner Autos, die sehr viele Informationen im Straßenraum erfassen.

Unsere Reportage-Teilnehmer

Connected Cars – Raum für Audio-EntertainmentOnline-Marktplatz für nachhaltige TransporteUrban, nachhaltig und voll im TrendNachhaltige Batterien aus Deutschland
Katharina Zeschke, RMSHendrik-Emmanuel Eichentopf, modilityJan Gewinner, nextbikeUlrich Ernst, Blackstone Resources

Grundlagen für E-Mobilität

Die Mobilität der Zukunft braucht Innovationen und ohne Batterien geht es nicht. Aber die zunehmende Ressourcenverknappung und die Hand Chinas auf den Rohstoffen machen den deutschen Autobauern und der E-Mobility-Branche das Leben schwer. Eine echte Weltneuheit ist in diesem Kontext Ulrich Ernst, CEO von Blackstone Resources, gelungen. Nun werden im sächsischen Döbeln die ersten Lithium-Ionen-Batterien im 3D-Siebdruck gefertigt. 3D-gedruckte Batterien haben eine höhere Energiedichte für jede Bauform. „Wir erhöhen die Energiedichte von Batterien im 3D-Druck um 20 Prozent. Das bedeutet auch mehr Reichweite in der Elektromobilität. Bei der Formgebung sind unsere Zellen zudem völlig flexibel. Ob Akkuschrauber, Elektrobus oder Smartphone: Wir passen Batterieformen den verfügbaren Bauräumen präzise an – und nicht andersherum“, verdeutlicht Ulrich Ernst im Gespräch mit der Redaktion. Das sind gute Aussichten für unsere zukünftige Mobilität. Die E-Mobilität hat so neue Grundlagen, um im Zusammen­spiel mit der Digitalisierung unser Leben gesünder, klimafreundlicher, effizienter und bezahlbarer zu gestalten.

von Bernhard Haselbauer
b.haselbauer@trendreport.de

Aufmacherbild / Quelle
DLR

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