Mitarbeiter wollen mehr als nur Obstkörbe

Von Barry Schillemans, HR Director beim Digital-Dienstleister Macaw

Obstkörbe, Ermäßigungen im Fitnessstudio und Homeoffice? Aktuelle Stellenanzeigen sind voller verlockender Angebote, die vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen wären. Spannend jedenfalls, wie sich die Unternehmenskultur so rasant gewandelt hat. Doch so schön die Benefits für die Mitarbeitenden auch sind, es geht um viel mehr als das. Die Basis für die Zukunft der neuen Arbeitswelt heißt Vertrauen.

Der schnelle technologische Fortschritt in der IT verändert nicht nur unsere Lebensweisen und das Warenangebot, sondern auch die Arbeitswelt. All diese Transformationen geschehen in einer atemberaubend schnellen Zeitspanne und erhielten besonders im digitalen Sektor durch die Corona-Krise einen zusätzlichen Boom.

Die globalen Auswirkungen der Pandemie sind auch nach zwei Jahren noch nicht endgültig absehbar. Diese Krise hat Vieles verändert, unter anderem das Verbraucherverhalten und eine verstärkte Konzentration auf die Online-Welt. Arbeitgeber waren plötzlich gezwungen, auf eine neue Arbeitskultur zu setzen, die vermehrt auf Homeoffice, mobiles Arbeiten und Kollaborations-Software aufbaut. Auch wenn für einige Unternehmen hier die Herausforderungen größer waren als für andere, ist der Prozess generell gelungen. Arbeitnehmerinnen erhielten mehr Flexibilität, sie waren nicht mehr auf die Arbeit im Büro angewiesen und konnten Berufliches mit Privatem einfacher vereinbaren.

Auch wenn die Zukunft der Arbeitswelt nicht allein vom Homeoffice abhängt, bietet es zahlreiche Vorteile für alle Beteiligten, angefangen von Ressourcen- und Zeitersparnissen dank entfallendem Arbeitsweg über mehr Freiheiten für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis zu sinkenden Mietkosten für Büroflächen. In Zeiten des Klimawandels und der steigenden Bedeutung an nachhaltigen Unternehmensentscheidungen keine unwichtigen Aspekte.

Homeoffice ist aber nur ein Baustein, auf dem die zukünftige Arbeitswelt aufbaut. Mitarbeiter wollen flexibel sein, Arbeitsorte selbst bestimmen und in Unternehmen mit offenen Strukturen arbeiten. Diese Anforderungen gehen Hand in Hand mit einer wichtigen Voraussetzung: Vertrauen. Die Zeiten von alternativloser Büroarbeit sind vorbei. Arbeitgeber tun gut, ihren Angestellten das Vertrauen entgegenbringen, die anfallenden Workloads auch außerhalb der Büroräume in verteilten Teams und eigenständig zu bewältigen. Die dafür notwendigen Software-Tools erhielten durch die Corona-Krise ebenfalls einen gewaltigen Boost, sodass asynchrones Arbeiten, zeitlich sowie räumlich, keine Herausforderung mehr darstellt. Ständige Kontrolle ist veraltet und passt nicht zur modernen Arbeitskultur innovativer Unternehmen. Wir haben gelernt: Die Produktivität der Belegschaft ist mit der Anwesenheit am Arbeitsplatz nicht verknüpft. Bei diesem Paradigmenwechsel kommt Führungskräften eine wichtige Rolle zu.

Sie müssen akzeptieren: Arbeitnehmende bevorzugen verstärkt die Möglichkeit der flexiblen Arbeit an Stelle einer Beförderung oder Gehaltserhöhung. Und die mentale Gesundheit? Stress am Arbeitsplatz bis hin zu Burnouts ist ein massives Problem, bei dem die Führungskräfte verstärkt handeln müssen. Hier gilt es, Mitarbeiter zu unterstützen, zu coachen und auf individuelle Stärken und Schwächen einzugehen. Während einige Arbeitnehmer kaum noch eine Grenze zwischen Arbeit und Privatem im Homeoffice kennen und so erhöhtem Stress ausgesetzt sind, vereinsamen andere aufgrund der fehlenden sozialen Kontakte und Schnittstellen, wie sie ein Büro bietet.

Bei der Umsetzung der neuen Arbeitswelt gibt es kaum so gute Ratgeber wie die Mitarbeiter selbst. Möglichkeiten, Wünsche oder die Organisation der Arbeitsstrukturen sollten daher immer individuell oder im Team besprochen werden – gesteigerte Produktivität und erhöhtes Wohlbefinden können die Folgen sein. Nur Angestellte, die sich verstanden und wertgeschätzt fühlen, werden dem Team und der Firma verbunden sein.


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