Mit Data Governance zum langfristigen Erfolg

Veit Brücker, Vice President Central Europe bei Snowflake, schildert in seinem Gastbeitrag, warum Unternehmen auf Data Governance setzen sollten und wie Strate­gien dafür entwickelt werden können.

Das Verfolgen einer nachhaltigen Datenstrategie ist für Unternehmen längst zum Pflichtprogramm geworden. Und der Grund dafür liegt auf der Hand: Wir befinden uns in einer Zeit, die uns ständig mit neuen technologischen Sprüngen konfrontiert. Für Unternehmen, die hierbei nicht nur Schritt halten, sondern maßgeblich von diesem Transformationsprozess profitieren wollen, ist es deshalb essenziell, ihre großen Datenmengen so zu verwalten, dass alle wichtigen Akteure darauf zugreifen können. Doch auf dem Weg zu einer umfassenden Data-Governance-Strategie gibt es einige Hürden, die es zunächst zu meistern gilt.

Das Ende der Datensilos

Was den Umgang mit unternehmensinternen Daten betrifft, haben die verschiedenen Abteilungen bisher häufig nebeneinanderher gearbeitet, ohne dass ein Austausch der Informationen untereinander vorgesehen, geschweige denn im großen Stil technisch überhaupt möglich war. Dabei ist beispielsweise die Kooperation zwischen Vertrieb und Kunden-Support enorm wichtig, um den besten Service leisten und Rückschlüsse über ebenfalls interessante Produkte und Dienstleistungen ziehen zu können – und das ist nur ein Beispiel von vielen. Wer dauerhaft erfolgreich bleiben will, für den sind Daten und die Fähigkeit, diese richtig einzusetzen, zum wichtigsten Kapital überhaupt geworden.

Veit Brücker, seit Oktober 2020 als neuer Vice President Central Europe bei Snowflake

Trotzdem verhindern starre Altsysteme es aufgrund ihrer mangelnden Flexibilität noch immer viel zu häufig, dass unterschiedliche Teams innerhalb eines Unternehmens gemeinsam auf Informationen zugreifen und diese auch mit Kunden und Geschäftspartnern teilen können. Doch nur, wenn alle relevanten Daten endlich abteilungsübergreifend zugänglich sind, können diese auch dafür eingesetzt werden, neue Erkenntnisse zu gewinnen und datenbasierte Entscheidungen zu treffen. Nur so lässt sich die Innovationskraft eines jeden Unternehmens aktiv vorantreiben – und das in einem Tempo, das dem unserer global vernetzten Welt auch tatsächlich entspricht. Diese Silo-Mentalität nachhaltig zu überwinden, ist deshalb zunächst der wohl schwierigste Prozess. Auf lange Sicht wird er aber einen umso größeren Mehrwert für das gesamte Unternehmen nach sich ziehen.

Ein zentraler Ort für alles

Was es braucht, um das in die Praxis umsetzen zu können, ist vor allem die richtige Grundlage – und das ist die Cloud. Dass hier die Zukunft ihrer Daten liegt, hat im Rahmen einer Bitkom-Umfrage der Großteil der befragten Firmen bestätigt: 2019 gaben 76 Prozent hier an, Rechenleistungen aus der Cloud zu nutzen. 77 Prozent von denen, die eine oder mehrere Clouds für ihre Daten verwenden, sehen darin außerdem einen wesentlichen Beitrag für die Digitalisierung ihres Unternehmens.

Aber: Nur weil alle Daten in einer Cloud zusammenfließen, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass auch jeder, der mit ihnen arbeiten muss, uneingeschränkt darauf zugreifen kann. In vielen Fällen hat die zugrunde liegende Software der modernen Speicher, die auch Infrastructure-Cloud genannt wer­den, ihre Wurzeln nämlich immer noch in traditionellen, lokalen Rechenzentren. In der Praxis können sie deshalb häufig nicht die Leistung erbringen, die sich Unternehmen von ihrer Implementierung versprechen. Dass häufig zusätzliche Application-Clouds wie die von Salesforce oder SAP benötigt werden, um aus den gespeicherten Datenmengen auch praktisch einen Mehrwert generieren zu können, kommt erschwerend hinzu.

Was es braucht, um in vollem Umfang von der cloudbasierten Speicherung und Verarbeitung der Unternehmensdaten profitieren zu können, ist deshalb eine Schnittstelle, die beides auf sichere und lückenlose Art und Weise miteinander verbindet. So können die verschiedenen Teams nicht nur auf alle Informationen, die für ihren jeweiligen Aufgabenbereich relevant sind, zugreifen und diese mit Kooperationspartnern teilen. Sie werden durch die neue Technologie außerdem ermächtigt, selbstständig Erkenntnisse aus den Daten abzuleiten. Das ermöglicht ihnen, smartere Entscheidungen zu treffen, durch die sich das Unternehmen im Kampf mit der Konkurrenz einen wichtigen Vorteil verschaffen kann – und das ganz ohne die Hilfe der IT. Da diese sich nun nicht mehr mit den „Kinderkrankheiten“ der alten Systeme herumschlagen muss, werden für sie ungeahnt große Kapazitäten frei, die sie von nun an in die echte Problembewältigung und das Vorantreiben von Innovationen investieren kann.

Maximale Transparenz

Bei der Umsetzung einer nachhaltigen Data-Governance-Strategie taucht eine Vielzahl von Fragen auf, die Unternehmen sich stellen müssen: Über welche Daten verfügen wir und wo befinden sich diese? Wer hat auf sie Zugriff und von wem werden sie regelmäßig genutzt? Während traditionelle Systeme häufig die Antworten auf datenbezogene Fragestellungen wie diese verschleiern, ist es heutzutage unbedingt notwendig, alle Informationen über die verfügbaren Daten freizulegen. Transparenz ist das A und O.
Unternehmen, die keinen Einblick darin haben, welche Daten zu welchem Zweck verwendet werden, können sich letztlich auch nicht sicher sein, wie vertrauenswürdig die Informationen sind, auf die sie ihre Geschäfte stützen. Gerade in rechtlicher Hinsicht ist das ein enormes Problem: Regelungen wie die DSGVO oder ePrivacy verlangen nämlich, dass sich Daten von der Quelle bis zur Löschung nahtlos zurückverfolgen lassen müssen, ebenso wie Informationen darüber, wer Zugang zu ihnen hat und wie und wo sie zum Einsatz kommen. Da im Rahmen der Data Governance hierfür klare Regeln festgelegt werden, kann ein Unternehmen dies stets transparent darlegen – schlussendlich eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

Über den Autor

Veit Brücker ist seit Oktober 2020 als neuer Vice President Central Europe bei Snowflake tätig. Mit seiner 17-jährigen Erfahrung in der IT-Branche wird er maßgeblich daran beteiligt sein, die Präsenz des Unternehmens weiter auszubauen. Zuvor arbeitete er knapp fünf Jahre bei Salesforce und war Teil der Geschäftsleitung im Raum DACH.

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