Mining-Trips für nachhaltige Verkehrskonzepte

Soll die Mobilitätswende gelingen, be­nötigen wir entsprechende Rohstoffe. Welche Probleme damit einhergehen und wie sich nachhaltige Minenbetreiber finden lassen, berichtet Tobias Tretter, geschäftsführender Gesell­schafter der Commodity Capital AG, der TREND-REPORT-Redaktion.

„Rohstoffe sind elementar für die Mobilitätswende und ich befürchte, sie stellen auch das größte Problem für den letztendlichen Durchbruch dar“, mahnt Tobias Tretter. Warum, verdeutlicht er am Beispiel Lithium, wobei die Situation bei Nickel, Kobalt oder Kupfer ähnlich ist: „Derzeit werden etwa 300 000 Tonnen Lithium abgebaut und konservativ geschätzt werden wir 2025 bereits 1 000 000 Tonnen und 2030 min­destens 3 000 000 Tonnen benötigen.“ Zwar ist Lithium in der Erde reichlich vorhanden, „doch der Faktor Zeit arbeitet gegen uns. Bis 2025 müssten wir die aktuelle Produktion mindestens verdrei­fachen“, rechnet der Rohstoffexperte vor. De facto jedoch wird aktuell wenig neues Geld in Lithiumunternehmen investiert, weswegen, selbst wenn alle aktuell bekannten Projekte morgen ihre Genehmigung bekämen und alle Projekte finanziert würden, dies fast unmöglich erscheint.

Tobias Tretter macht sich vor Ort ein Bild
von Minen und ihrer Akzeptanz in der lokalen Bevölkerung.

Auf der Suche nach neuen lukrativen Minen passend zur Investitionsstrategie der Commodity Capital AG machen Tobias Tretter und sein Team sich durch Mining-Trips ein Bild vor Ort. „Sie fliegen in die nächstgelegene größere Stadt und fahren meist mehrere Stunden zur Mine“, berichtet er. „Dort treffen sie die Geologen und lokalen Arbeiter, welche sie sonst auf keiner Messe kennenlernen, und werden auf der Mine herumgeführt.“ Neben der Besichtigung der Schächte und Produktionsanlagen gehören zur Due Diligence auch klassische Punkte der Infrastruktur – Strom, Wasser oder der Zugang zu Schiene und Straße. „Das Entscheidende an einem Minenbesuch ist allerdings, dass sie in Kontakt kommen mit der lokalen Bevölkerung“, so Tretter. Die meisten Kosten entstehen bei Rohstoffprojekten vor Produktionsbeginn, wäh­rend sie danach fast ausschließlich Geld abwerfen.

Für Investoren ist ein langer reibungsloser Minenbetrieb daher von zentraler Bedeutung, was nur durch den Rückhalt in der lokalen Bevölkerung gewährleistet ist. „Entsprechend wichtig ist uns der Umgang und die Zustimmung in der lokalen Bevölkerung zu den Projekten, in welche wir investieren“, verdeutlicht Tretter. Da diese auch als erstes von gravierenden Um­weltsünden betroffen ist, dient ihre Zu­stimmung auch diesbezüglich als Nachhaltigkeitsindikator. Zwar ist Mining „immer Raubbau an der Natur“, gesteht Tretter, „aber wenn wir nachhaltige Pro­dukte wollen, müssen wir die Rohstoffe dafür auch abbauen. Dies funktio­niert entweder auf schmutzige Art und Weise in jeglicher Hinsicht oder aber sauber und im Einklang mit der lokalen Bevölkerung. Es ist an uns, diese Minen zu fin­den und in diese auch zu investieren.“

Lesen Sie das ausführliche Interview mit Tobias Tretter:
https://www.trendreport.de/mining-trips-fuer-nachhaltige-verkehrskonzepte-2

www.commodity-capital.com/de

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Bild von rhianjane auf Pixabay

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