Marketing: Jetzt erst recht

Wir sprachen mit Maximilian Modl von Sendinblue über die Potenziale von Marketing Automation gerade jetzt in einer zunehmend wirtschaftlich schwierigen Situation.

Maximilian Modl: „Marketing-Automation kann Zeit bei Routine-Aufgaben im Marketing einsparen, was auch bei angespannten Budgets helfen kann, eine strategische Ausrichtung zu verfolgen.“

Sie haben mit der Akquisition von Yodel.io die “Automatisierung der Hotline” in Ihr Portfolio mit aufgenommen. Welche Strategie steckt hinter Ihren Akquisitionen und unter welchen Kriterien suchen Sie diese Unternehmen aus?
Kundenkommunikation ist ein besonders ressourcenintensiver Teil des Marketings, vor allem mit Blick auf den dafür nötigen Zeitaufwand. Unser Ziel ist einfach: Mithilfe eines umfassenden Multichannel-Marketing-Angebots, das alle Funktionen und Services zum Aufbau und zur Pflege von Kundenbeziehungen auf einer einzigen Plattform miteinander vereint, wollen wir die entsprechenden Prozesse vereinfachen und effizienter gestalten. Auf unserer Plattform finden Sendinblue Kund:innen alle Touchpoints über die gesamte Customer Journey hinweg.
Dabei haben wir vor allem kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) im Blick: Häufig stehen ihnen nicht die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung, um mit den großen Playern mithalten zu können. Unsere All-in-One-Plattform verschafft ihnen jedoch die gleichen Chancen in Sachen CRM – und dazu gehört auch ein moderner, überzeugender Kundenservice via Telefon. Dieser Kanal ist bei vielen Verbraucher:innen nach wie vor sehr beliebt!

Herr Modl, wir gehen wirtschaftlich anspruchsvollen bis schwierigen Monaten entgegen. Wenn es dann um die Budgets in den Unternehmen geht, leidet das Marketing häufig zuerst. Wie könnte das sinnvoller gestaltet werden?
Das Ziel von Marketing-Maßnahmen ist es ja, die Verkäufe anzukurbeln. Sobald Unternehmen bei Marketing-Aktivitäten sparen, ist die logische Konsequenz, dass auch die Verkäufe zurückgehen und folglich auch Umsätze ausbleiben. Deshalb rate ich immer: Anstatt das Marketing-Budget einzustampfen, sollten Unternehmen aktiv in jene Bereiche investieren, die den zuverlässigsten und größten Return on Investment (ROI) einfahren und sich auf diese konzentrieren. In Krisenzeiten gilt es, mit wenig Einsatz das Maximum herauszuholen. Bestandskundenmarketing ist dabei in der Regel am effizientesten.

Welcher Bereich im Marketing verspricht Ihrer Meinung nach den größten Return on Investment (ROI) und ist in Zeiten von Inflation besonders attraktiv?
Das klassische E-Mail-Marketing ist immer noch der rentabelste Kanal. So beträgt der ROI durchschnittlich 49 Euro für jeden Euro, den Unternehmen hier investieren. Besonders effektiv sind E-Mail-Kampagnen, wenn Unternehmen eine granulare Kundensegmentierung auf Basis von statischen bzw. personenbezogenen und verhaltensbezogenen Merkmalen und Daten vornehmen. Dadurch erhalten Empfänger:innen nur die Inhalte, die sie auch wirklich interessieren, wodurch die Wahrscheinlichkeit eines Kaufs steigt. Außerdem hilft es, eingeschlafene Kontakte zu reaktivieren und ihnen die Produkte zum Beispiel mithilfe persönlicher Gutscheine, Rabatte oder Sonderangebote wieder schmackhaft zu machen – schließlich zeigten sie in der Vergangenheit bereits Interesse an der Marke und ihrem Angebot.

Die Inflationsentwicklung scheint Sie also nicht groß zu tangieren, oder gab es dennoch Anpassungen im Unternehmen, die Sie angesichts der aktuellen Veränderungen vornehmen mussten?
Wir haben seit Corona die Erfahrung gemacht, dass besonders in Krisenzeiten der Bedarf nach kostengünstigen und soliden All-in-One-Lösungen steigt. Unsere Geschäftszahlen sind aktuell sehr solide, jedoch planen auch wir etwas konservativer fürs kommende Jahr. Wir beobachten die Marktentwicklungen sehr genau, um schnell reagieren zu können. Die Bedürfnisse und Sorgen unserer Kund:innen haben aber oberste Priorität. Aus diesem Grund wollen wir vorerst trotz gestiegener Kosten unsere Preise nicht erhöhen, um sie zu entlasten.

Wie sehen Sie die Marketingbranche sich verändern, besonders mit Blick auf die gestiegenen Erwartungen von Kunden, zunehmend personalisiert angesprochen zu werden?
Kundenerwartungen sind dynamisch und verändern sich mit dem Erreichen neuer technologischer Errungenschaften und Standards. Heute reicht es nicht mehr aus, eine Excel-Tabelle abzutelefonieren, zwischen Anwendungen hin und her zu switchen, E-Mail-Kampagnen umständlich selbst zu designen, Kontaktlisten händisch zu aktualisieren und Ergebnisse in eine andere Tabelle einzutragen. Wer so vorgeht, verliert wertvolle Zeit und fällt langfristig zurück.
Umfassende Tools, die alle relevanten Marketingfunktionen miteinander vereinen und interagieren, sollten zur Grundausstattung gehören. Idealerweise automatisieren solche Tools Aufgaben wie das Versenden von personalisierten E-Mail-Kampagnen oder die Aktualisierung von Kundeninformationen.

Was also raten Sie aktuell Marketing-Entscheidern ganz konkret, insbesondere im Mittelstand?
Nicht selten verzichten KMUs aufgrund des geringen Budgets auf ein Marketing-Team, das sich aus mehreren ausgebildeten Marketern zusammensetzt. Da verteilen sich die Aufgaben auf einige wenige Mitarbeiter:innen oder sogar nur eine Person – im schlimmsten Fall fehlt die Expertise vollständig und die Arbeit wird von „Marketing-Laien“ umgesetzt.
Das hat den Nachteil, dass viel Zeit auf klassische Routineaufgaben entfällt – Zeit, die an anderen Ecken wie der Arbeit an Strategie, Kampagnenentwicklung oder weiteren wertschöpfenden Tätigkeiten fehlt. Hier kommt Marketing Automation ins Spiel: Eine entsprechende Lösung nutzt Kundendaten, um personalisierte, relevante Inhalte zur richtigen Zeit via E-Mail, SMS oder Push-Benachrichtigungen auszuspielen. Darüber hinaus übernimmt sie sowohl die Kontaktverwaltung als auch die Kundensegmentierung. Das schaufelt Zeit für wichtige Aufgaben frei, steigert Umsätze und stärkt zudem Kundenbeziehungen.


Nicht selten verzichten KMUs aufgrund des geringen Budgets auf ein Marketing-Team, das sich aus mehreren ausgebildeten Marketern zusammensetzt. Da verteilen sich die Aufgaben auf einige wenige Mitarbeiter:innen oder sogar nur eine Person – im schlimmsten Fall fehlt die Expertise vollständig und die Arbeit wird von „Marketing-Laien“ umgesetzt.

– Maximilian Modl

KI treibt die Automatisierung in Ihrem Bereich schnell voran. Wie stellen Sie sicher, dass Sie hier den Anschluss halten können?
Wir legen sehr viel Wert darauf, immer auf dem neuesten Stand zu sein hinsichtlich neuester Trends und aktueller Pain Points von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Für diese versuchen wir stets automatisierte Lösungen zu finden und schnell zu implementieren, um ihren Arbeitsalltag zu erleichtern. Innovation ist ein wichtiger Treiber für uns, weshalb wir regelmäßig in neue Technologien investieren und spannende Unternehmen akquirieren, um unsere Produktpalette kontinuierlich zu erweitern. Unsere Devise lautet: Wer stillsteht, geht rückwärts.
Hier sind wir im engen Austausch mit unseren Kund:innen und nehmen ihr Feedback in unsere Produktentwicklung immer mit auf, um so nah an ihren speziellen Bedürfnissen dran zu sein wie möglich.

Wie wird sich Ihr Haus nach der Akquisition als Plattform weiterentwickeln?
Das Angebot unserer Plattform geht mittlerweile weit über E-Mail- und SMS-Marketing hinaus und bietet unter anderem auch Web-push-Benachrichtigungen und ein ausgereiftes CRM-System, erweiterte Segmentierung und Lead Scoring, Live-Chat-Funktionen, WhatsApp,  Chatbots, sowie Meeting-Planung. Außerdem ist Marketing Automation ein wichtiger Teil unserer Plattform. Und bald können unsere Kund:innen auch ihren telefonischen Kundenservice über sie abwickeln. Wir sind auf einem guten Weg, eine vollständige und für KMU erschwingliche Multichannel-Plattform zu schaffen, die alle wichtigen Digital-Marketing-Funktionen und -Services miteinander verbindet.


Creative Commons Lizenz CC BY-ND 4.0

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