Inklusion und Sensibilität heißt die Devise

Thomas Schuller beschreibt, welche Softwaretrends dieses Jahr wichtig werden. Der Regional Director DACH bei Progress sieht vor allem, dass Software-Produkte „mehr Menschen abholen sollen und Unternehmen feinfühliger bei der Personalisierung vorgehen werden.“

Ein prägender Softwaretrend für das Jahr 2023 ist eine breite Inklusion von Nutzern. Der Digitalisierungsschub der vergangenen Jahre hat die Erwartungshaltung der Menschen an Software grundlegend verändert. Es genügt ihnen nicht mehr, wenn Computerprogramme nur einwandfrei funktionieren und sich unkompliziert bedienen lassen. Heute erwarten sie, dass Software auch ihren persönlichen Vorlieben, Gewohnheiten und Lebenssituationen entspricht. Um für zufriedene Mitarbeiter und treue Kunden zu sorgen, werden Unternehmen deshalb verstärkt „Human-centric Software“ entwickeln: Software die den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Bislang hatten Unternehmen bei der Entwicklung von Software fest definierte Zielgruppen im Auge. Diesen Ansatz werden sie erheblich erweitern und möglichst viele Menschen als potenzielle Nutzer ihrer Software betrachten. Eine wichtige Rolle spielt dabei Barrierefreiheit. Maßnahmen für barrierefreie Software gewährleisten die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen und erhöhen dadurch die generelle Zugänglichkeit von Software. Das kommt letztendlich allen Usern zugute, denn sie können davon in den unterschiedlichsten Lebenssituationen profitieren. Für den Vater im Homeoffice beispielsweise, der gerade nur eine Hand frei hat, weil er mit der anderen sein Kind hält, kann eine Tastatur für einhändiges Tippen äußerst hilfreich sein.


Thomas Schuller: „Bei der digitalen Interaktion mit Kunden stecken Unternehmen in einer paradoxen Situation. Interessenten und Käufer erwarten immer selbstverständlicher eine personalisierte Ansprache, haben aber gleichzeitig Bauchschmerzen wegen der erforderlichen Datenerhebung.“

Paradoxe Situation bei Personalisierung

Ein zweiter wichtiger Softwaretrend für 2023 ist mehr Sensibilität bei der Personalisierung. Bei der digitalen Interaktion mit Kunden stecken Unternehmen in einer paradoxen Situation. Interessenten und Käufer erwarten immer selbstverständlicher eine personalisierte Ansprache, haben aber gleichzeitig Bauchschmerzen wegen der erforderlichen Datenerhebung. Sie fürchten Kontrollverlust und sehen sich in ihrer Privatsphäre verletzt. Um dieses Dilemma zu lösen, werden Unternehmen verstärkt auf einen transparenten und vertrauenswürdigen Umgang mit Kundendaten setzen und wohldosiert personalisieren.

Das beginnt bereits in dem Moment, in dem sich Unternehmen die Zustimmung der Nutzer zur Verarbeitung ihrer persönlichen Daten mit Cookies einholen. Dabei können sie über die gesetzlichen Vorgaben hinaus Vertrauen aufbauen, indem sie offen darlegen, welche Daten mit welchen Cookies erfasst werden und wer sie alles einsehen kann. Fingerspitzengefühl ist auch beim Einsatz der Kundendaten gefragt. Einen Interessenten schon beim ersten Kontakt namentlich anzusprechen – das könnte als anmaßend erscheinen. Unternehmen werden verstärkt darauf achten, dass die Vertrautheit ihrer Kommunikation der Vertrautheit der Kunden mit ihnen entspricht.


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Creative Commons Lizenz CC BY-ND 4.0

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