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Handel mit Zukunft

Corona, Digitalisierung, der Krieg und das neue Lieferkettengesetz – haben Handel und Hersteller die Zeichen der Zeit erkannt?

Supply Chain Manager und Einkäufer stehen angesichts des schnellen technischen und gesellschaftlichen Fortschritts vor großen Umbrüchen. Corona, der Krieg und globale Trends wie Automatisierung, Digitalisierung oder die neuen Regeln im Kontext einer sozialverträglichen Lieferkette transformieren die Branche mit Druck, eröffnen aber auch neue Möglichkeiten. Der Einkauf und die digitale Transformation spielen eine wichtige Rolle in den Unternehmen, Hands-on-Mentalität und hohe Innovationskraft sind gefragt, um effiziente und nachhaltige Einkaufslösungen umzusetzen und für die Lieferkettensicherheit zu sorgen. Auch die Corona-Krise, und der Russland-Ukraine-Konflikt haben die internationalen Lieferketten kräftig durcheinandergewirbelt.

Ein wirklich sehr ungünstiger Zeitpunkt für das neue Lieferkettengesetz (LkSG), dass es ab dem 1. Januar 2023 für Unternehmen mit mindestens 3 000 Arbeitnehmern und Sitz in Deutschland zu beachten gilt. Ab dem 1. Januar 2024 gilt dann das Lieferkettengesetz zusätzlich für alle Unternehmer mit mehr als 1 000 Arbeitnehmer.

Das Lieferketten-Gesetz versteht sich als Sorgfaltspflichtengesetz. Es legt menschenrechtliche Sorgfaltspflichten für alle Unternehmer fest, mit dem Ziel, die internationale Menschenrechtslage und die Einhaltung von Umwelt-Standards zu verbessern. Diese Sorgfaltspflichten betreffen das Management der gesamten Lieferkette.

In diesem Zusammenhang erklärten uns Matthias Schneider und Marc Osswald von apsolut, dass die jährlichen Unternehmensberichte zur LkSG-Umsetzung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle spätestens bis zum April 2024 vorliegen müssen. Matthias Schneider ergänzt dazu: „Unternehmen sollten jetzt handeln und die verbleibende Zeit gut nutzen, um die organisatorischen und technologischen Weichen für ein wirksames Lieferantenrisikomanagement zu stellen. Ein erster Schritt liegt in der Schaffung von Transparenz über die Menschenrechtskonformität der Lieferanten und Vorlieferanten.“

Antje Gerstein vom Handelsverband Deutschland rät zur Vorsicht mit den neuen Regelungen: „Europa muss seiner Verantwortung und seinem globalen Einfluss gerecht werden. Allerdings müssen unternehmerische Sorgfaltspflichten umsetzbar sein und den Unternehmen Rechtssicherheit geben. Unrealistische Anforderungen an Sorgfaltspflichten in der Lieferkette würden vor allem international vernetzte Handelsunternehmen aus dem Mittelstand zum Rückzug aus bestimmten Märkten bewegen, um Risiken zu vermeiden.“

Matthias Schneider und Marc Osswald:
die Experten im Interview

Lieferketten und Menschenrechte


Wie wirkt sich das Lieferkettengesetz auf das Procurement der Zukunft aus? Dazu befragten AMC und CBS 162 Einkaufsspezialisten.


Zum Beispiel werden sich auch Automobilbauer künftig an der Einhaltung der Standards messen lassen müssen, die das Lieferkettengesetz vorgibt. Natürlich müssen sie auch ihren Beitrag zum Erreichen der Parameter des Pariser Klimaabkommens und zum Netto-Null-Emis­sionsziel der EU leisten. Sparen ist angesagt und da lohnt es sich auf die Effizienz in der Supply-Chain genau zu schauen. Das sich Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz in der Lieferkette nicht ausschließen müssen, zeigt uns Hartmut Haubrich von Inform, anhand eines Beispiels der Automobilindustrie auf. „Für die richtige Balance sorgen z.B. Optimierungsalgorithmen, die auf mathematische Modelle aus den Bereichen Operations Research oder Künstliche Intelligenz setzen. Diese Modellierungen arbeiten mit echten Zahlen aus dem Tagesgeschäft und liefern daher sehr verlässliche Prognosen und zuverlässige Handlungsempfehlungen.“

Auch wenn sich die Automobilhersteller bereits für den Klimaschutz engagieren, braucht es laut Hartmut Haubrich angesichts der Größe der Aufgabe, nicht nur die Initiative jedes Einzelnen, sondern überdies eine unternehmensübergreifende Zusammenarbeit. „Wa­rum nicht die Warenströme gemein­sam optimieren und planen, um Transportrouten und Transportkapazitäten besser auszulasten, Leerfahrten zu vermeiden und die Emissionen weiter zu re­du­zie­ren? Warum kein gemeinsames europäisches Logistiksystem der Automobilindustrie aufbauen, in dem intelligente Algorithmen die Kos­ten, Lieferzeiten und Emissionen optimieren?“, fragt sich Hart­mut Haubrich im Gespräch mit unserer Redaktion. Für unsere Welt wäre diese Lösung wohl am besten!

Ausführliche Gastbeiträge und Interviews

Hartmut Haubrich Florian BöhmeDr. Volker Hilde­brand
Lieferketten in der AutomobilindustrieB2B Prime TimesKundenbindung mit KI

Auch bei Amazon Business spielt das Thema Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle mit Hinsicht auf eine zukunftssichere Beschaffung. „Eine digitalisierte und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Beschaffung – beides verbinden wir. Im Rahmen von „Climate Pledge Friendly“ können Entscheider:innen eine wachsende Auswahl an geschäftsrelevanten Artikeln wie Papierhandtücher, Druckerpapier oder Laptops kaufen, die bereits mit anerkannten Labels wie dem Energy Star, EPEAT und Compact by Design zertifiziert sind.

Das „Climate Pledge Friendly“-Programm umfasst Zehntausende von Artikeln, zu denen täglich neue Produkte hinzugefügt werden. In den letzten 4 Monaten ist die Auswahl dieser Artikel auf über 65.000 angewachsen. Und die Nachfrage ist da. Das sehen wir am stetig steigenden Umsatzanteil dieser Produkte“, verdeutlicht uns Florian Böhme, Deutschland-Chef von Amazon Business. Selbst, wenn Umwelt- und Nachhaltigkeitsziele festgelegt sind, verfügen viele Unternehmen weder über wirksame Beschaffungsstrategien noch über die richtige Technologie für einen verantwortungsvolleren Einkauf. „Übrigens hat erst auf der Reshape 2022 Andrea Deichert Oswald, vorgestellt, wie Union Pacific mit­hilfe von Amazon Business ein Programm zur Lieferantenvielfalt aufstellt, das in die lokalen Gemeinden investiert, in denen die eigenen Angestellten leben und arbeiten“, fügt Böhme noch hinzu.

Doch Unternehmen müssen die neuen Regelungen des Lieferkettengesetztes auch zur Diversifikation und damit als Wettbewerbsvorteil auf den globalen Märkten nutzen, denn die Zeiten von Greenwashing sind vorbei.
Kundenabwanderungen können mit innovativen CRM-Lösungen und einer nachhaltigen Botschaft besser gestoppt werden. So wird zum Beispiel KI in CRM -Lösungen zum Game-Changer, um die wachsende Kundenabwanderung nicht nur zu stoppen, sondern umzukehren. Unternehmen dürfen jedoch keine Zeit mehr verlieren, denn die Kundenerwartungen steigen immer weiter und setzen Unternehmen unter Druck.

„Die Zukunft von Customer Experience basiert auf datengestützten, intelligenten Systemen, um besser zu verstehen, was Kunden wollen, und bessere Entscheidungen treffen zu können“, bestätigt uns abschließend Dr. Volker Hilde­brand, von SugarCRM. Es ist eben auch teuer Kunden zu verlieren. Nachdem die Kunden­abwanderung mittelständische Unternehmen weltweit bereits im vergangenen Jahr durchschnittlich 5,5 Millionen US-Dollar kostete, ist die Abwanderungsrate bei jedem zweiten Unternehmen in Deutschland (49 Prozent) in den vergangenen zwölf Monaten nochmals angestiegen. So liegt die Kundenabwanderungsrate in Deutschland mittlerweile bei 28 Prozent. Außerdem kostet es rund fünfmal mehr, neue Kunden zu gewinnen, als Bestandskunden zu halten. <<

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