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Fulfillment als Kostentreiber oder Erfolgsfaktor?

Auf was Onlinehändler bei der Wahl eines Fulfillment-Dienstleisters achten müssen

Die Lebenshaltungskosten schnellen in die Höhe und wirken sich auf viele Bereiche des täglichen Lebens aus – von den Heizkosten bis zum wöchentlichen Einkauf. In der Folge sind Verbraucher im Sparmodus. Die Kaufzurückhaltung spürt auch die E-Commerce-Branche. Was können Onlinehändler tun, um Umsatzlücken unter diesen erschwerten Marktbedingungen zu schließen und gleichzeitig den hohen Ansprüchen der Verbraucher nach schneller, reibungsloser Lieferung zu genügen? Mit einem externen Fulfillment lassen sich Kosten sparen und neue Potenziale erschließen.

Die Zeiten für Onlinehändler sind rauer geworden. Laut Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) sind die Gesamtumsätze im E-Commerce mit Waren von Anfang Juli bis Ende September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (22,2 Milliarden Euro) nominal um 10,8 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro (brutto) gesunken. Gegenüber dem letzten Vor-Corona-Jahr ist die E-Commerce-Branche aber noch immer mit 16 Prozent im Plus. Die Zahlen zeigen: Es gibt einen Abwärtstrend im Onlinehandel, aber kein grundsätzliches strukturelles Problem.

Händler bleiben auf Betriebskosten größtenteils sitzen

Die Situation stellt aber verschärfte Anforderungen an E-Commerce-Unternehmen. Das betrifft zum Beispiel teils exorbitante Preissteigerungen für Verbraucher. Konsumenten zahlten im Oktober beispielsweise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke 19,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat; für Möbel, Leuchten, Geräte und Haushaltszubehör waren es 9,4 Prozent. Aufgrund der starken preislichen Belastung der Endverbraucher können Onlinehändler ihre ebenfalls stark gestiegenen Betriebskosten meist nicht 1:1 an ihre Kunden weitergeben. Das Risiko wäre groß, Kunden schnell an die preisattraktivere Konkurrenz zu verlieren. Retailer müssen nach anderen Möglichkeiten suchen, um Preise und Kosten zu senken und gleichzeitig rentabel zu bleiben.

Hohe Kosten für Abwicklung einer Bestellung

Fulfillment-Prozesse bieten meist noch Einsparpotenzial. Fulfillment oder „Auftragsabwicklung“ beschreibt in der Logistik all jene Prozesse, die im Hintergrund ablaufen und ein Kaufgeschäft abwickeln wie zum Beispiel Lagerhaltung, Auslieferung, Retouren, Debitorenmanagement, Kommissionierung und Zoll. Für einen unabhängigen Einzelhändler, der Kommissionierung, Verpackung und Lieferung vollständig übernimmt, liegen die durchschnittlichen Kosten für die Abwicklung einer einzigen Bestellung in Deutschland bei 5,95 EUR – in Großbritannien sind es nur 3,34 EUR pro Lieferung. Da dieser Kostenblock mit grenzüberschreitendem Handel noch weiter ansteigt, schmälert Fulfillment oft die Gewinnspannen eines Onlinehändlers.

Fulfillment an einen externen Experten auszulagern, lohnt sich kostenseitig. Er verfügt über günstigere Konditionen, auch durch die feste Beauftragung von Kurierdiensten mit entsprechenden Bestellvolumina. Zudem kennt er sich in Lagerung und Logistik gut aus und kann sich rasch verändernde Versandmengen gut abfedern. Hohe Auslastungen belasten häufig kleinere Onlinehändler. Es kommt zu Problemen in der Lieferkette, Pakete verspäten sich oder sind falsch gepackt. Reputations- und Kundenverluste sind die Folge. Durch das Outsourcing zeitaufwändiger Lager- und Logistiktätigkeiten können sich die Händler auf ihre Kernkompetenz konzentrieren, nämlich ein attraktives Produktsortiment über die passenden Vertriebskanäle zu vertreiben.



Was muss ein externer Fulfillment-Dienstleister können?

Wie aber findet man einen passenden Fulfillment-Dienstleister, der qualitativ hochwertig arbeitet und tatsächlich auch Erleichterung bringt?

  • Schnelle und qualitativ hochwertige Zustellung: Verbraucher von heute haben hohe Ansprüche. Getrieben durch Benchmarks wie Amazon erwarten sie eine schnelle, kostenfreie Zustellung ihrer Bestellungen (spätestens innerhalb von zwei bis drei Werktagen) und eine kontinuierliche Information über den Bestell- bzw. Lieferstatus. Fulfillment-Partner bieten eine kostengünstige Lagerhaltung und den Produktversand zum Zielmarkt, noch bevor der Verkauf startet. Kundenerwartungen an eine schnelle und kostengünstige Lieferung lassen sich so erfüllen, ohne dass erhebliche Vorlaufkosten entstehen, die mit dem Kauf oder Anmieten von Lagerfläche verbunden wären.
  • Bessere Planbarkeit mit Datenanalysen: Ungenaue Prognosen können dazu führen, dass Händler entweder zu wenig oder zu viel Ware vorrätig haben. Sie schöpfen Umsatzpotenziale nicht voll aus oder bleiben auf überschüssiger Ware sitzen. Wer kontinuierlich Verkaufszahlen und andere äußere Faktoren (Klima, Trends, weltpolitische Ereignisse) analysiert, entwickelt effektive Verkaufsstrategien. Auch ein Blick auf die Verkaufsentwicklungen großer Marktplätze wie Amazon, Otto oder Ebay ist hilfreich. Technologiezentrierte Fulfillment-Dienstleister wie Huboo bieten Dashboards für das Transaktions-, Bestell- und Rechnungsmanagement. Onlinehändler können Bestellungen direkt und in Echtzeit entgegennehmen und bearbeiten sowie Bestände automatisch verwalten und aktualisieren. Durch den Einsatz von Data Analytics lassen sich künftige Verkaufsbewegungen und das Konsumentenverhalten prognostizieren.
  • Global wachsen können: E-Commerce-Geschäfte sind in den seltensten Fällen nur auf ein Land begrenzt. Das Gros der Händler ist in mehreren Regionen oder sogar global aktiv bzw. will es werden. Mit begrenzten Ressourcen ist geografisches Wachstum oft schwer zu stemmen. Die Ansprüche sind groß, Vertriebskanäle sind regionenspezifisch aufzubauen. Funktioniert in Frankreich beispielsweise Cdiscount, in Großbritannien der Facebook Marketplace, ist es in Deutschland Otto als Onlinekanal. Die Auswahl und Verwaltung mehrerer Vertriebskanäle ist zeitaufwändig und verwaltungsintensiv. Fulfillment-Dienstleister bieten Technologien, mit denen Shops das Management der Kanäle und das Fulfillment auf einer einzigen Plattform integrieren. Produkte lassen sich so aus allen Verkaufskanälen und Marktplätzen korrekt kommissionieren, verpacken und verschicken.

Über den Autor

Andrej Kotliar, Sales Manager DACH, Huboo E-Commerce Technologies GmbH
Er zeichnet für den Aufbau und die Leitung der Vertriebsaktivitäten des E-Fulfillment-Dienstleisters in Deutschland, Österreich und der Schweiz verantwortlich. Sein Ziel ist es, das einzigartige Hub-Modell von Huboo auf dem Fulfillment-Markt in der DACH-Region zu positionieren. Kotliar ist seit Eröffnung des Leipziger Standorts im April 2022 für Huboo tätig. In Leipzig betreibt Huboo ein 10.000 Quadratmeter großes Lagerzentrum inklusive Büro.

Vor seiner Tätigkeit für Huboo war der studierte Medien- und Marketingmanager Business Development Manager Central Europe bei Newell Brands. Das US-amerikanische Unternehmen vertreibt Konsumgüter und Haushaltswaren verschiedener Art. Zudem sammelte Kotliar Erfahrung in den Bereichen Vertrieb und Unternehmensentwicklung unter anderem bei Microsoft, Brown Forman (Jack Daniels), Staples und der BTI Befestigungstechnik. Kotliar lebt in Leipzig.