Forecast 2023: Resilienz im Fokus (Teil 8)

Gerade viele Mittelständler stellen sich aktuell diese Frage: Wie werden sich multiple Krisen auf das Geschäft auswirken? Wie entwickeln sich Inflation, Fachkräftemangel und die anhaltende Lieferkrise im kommenden Jahr? Kurz: Wie plant man das Unplanbare? Wir haben Expert:innen unterschiedlichster Disziplinen genau dazu gefragt und um kurze Statements gebeten, inwiefern Werkzeuge der digitalen Transformation dabei helfen können. Hier die achte Folge.


Mehr Endgeräte – weniger digitale Sicherheit

Sven Hain, ist EMEA Sales Engineer bei Quest Software

Ob Mobilgeräte oder IoT Devices, immer mehr Endgeräte kommen in der Unternehmens-IT neben dem klassischen Desktop-PC oder Laptop zum Einsatz. Für die Administratoren wird dies zunehmend eine Herausforderung. Und dieser Trend wird sich auch im nächsten Jahr weiter verstärken und daher einen größeren Einfluss auf das digitale Gefährdungspotenzial der Unternehmen gewinnen.
Denn zum einen müssen die Verantwortlichen beim Asset Management darauf achten, dass alle Endgeräte inventarisiert werden, selbst wenn die Geräte nicht mit dem Netzwerk verbunden sind. Zum anderen müssen die Administratoren dafür Sorge tragen, dass die Geräte stets auf dem aktuellen Patch-Level sind. Nur so lässt sich ausschließen, dass eine bekannte Sicherheitslücke das Unternehmen gefährden könnte. Eine Aufgabe, die 2023 allen Administratoren viel Zeit und Mühe kosten wird. Um den Arbeitsaufwand in Grenzen zu halten, werden die IT-Teams daher verstärkt zu Unified-Endpoint-Management-Lösungen (UEM) greifen, sodass sie alle Endgeräte schnell inventarisieren und absichern können.


Rob van den Heuvel ist Co-Founder & CEO der All-in-One-Versandplattform Sendcloud

„Grüne“ statt schnelle Entscheidungen

Im Jahr 2023 wird der nachhaltige Handel endlich den Fast-Commerce überholen! Die Einstellung zu einer nachhaltigeren Lebensweise hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert, trotzdem hat sie für Konsumenten aktuell immer noch nicht die höchste Priorität: Nur acht Prozent würden etwa eine Bestellung stornieren, wenn eine umweltfreundliche Lieferung nicht möglich wäre. Glücklicherweise zwingt die Unterzeichnung des europäischen „Green Deals“ der EU die Unternehmen zum Handeln – sie müssen jetzt in umweltfreundliche Versandoptionen und nachhaltige Verpackungen investieren. Für das nächste Jahr erwarte ich, dass sowohl Spediteure als auch Retailer eine Schlüsselrolle bei der nachhaltigen Verhaltensänderung auf Verbraucherseite spielen werden. Indem wir auf Produktinfoseiten und während des Checkout-Prozesses verstärkt auf nachhaltige Optionen hinweisen, können wir Verbraucher dazu motivieren, künftig eher „grüne“, anstatt nur „schnelle“ Entscheidungen zu treffen.


Robert Klinger ist Senior Product Manager bei der baramundi software AG

End User im Fokus

In unserer VUCA-Welt ist das einzig Beständige der Wandel. Dieser permanente Change ist eine Herausforderung für Unternehmen – sie können ihn aber auch als Chance verstehen und nutzen, indem sie agiler werden.
Ist das einfach? Nein – aber möglich. Wenn Unternehmen immer umfassender und schneller auf Veränderungen reagieren müssen, ist es umso wichtiger, dass nicht mehr nur Wenige denken und entscheiden. Alle Mitarbeitenden müssen in ihrem Bereich Verantwortung übernehmen dürfen, können und vor allem auch wollen.
Dafür braucht es neue agile Formen zu arbeiten und sich zu organisieren. Richtig angewandt laufen repetitive Aufgabenbereiche dann maximal standardisiert und automatisiert.
In allen anderen Bereichen arbeiten eigenverantwortliche Mitarbeitende selbstorganisiert und end-to-end verantwortlich. Wichtig dabei: So paart sich Leistungsbereitschaft und -fähigkeit mit hoher Zufriedenheit der Mitarbeitenden. Die Resilienz der Organisation erhöht sich und die Unternehmen können der immer schwerer planbaren Zukunft souverän entgegentreten.
Verstehen sie befähigende und beeinflussende Trends als Erste, sind sie sogar in der Lage proaktiv zu werden und auf diese Weise ihren Wettbewerbern immer einen Schritt voraus – und das Unvorhersehbare hat seinen Schrecken verloren.


Transparenz ist der Schlüssel

Sören Enholm ist CEO von TCO Development, der Organisation hinter TCO Certified

Beim Thema Nachhaltigkeit rückt die Transparenz 2023 deutlich in den Vordergrund. Schließlich ist die Herstellung von IT-Produkten ist sehr ressourcenintensiv, und neben dem enormen ökologischen Fußabdruck stehen sie zuweilen in Verbindung mit schlechten Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Lieferkette.
Um Nachhaltigkeit zu fördern, braucht es daher dringend digitale Produktpässe, wie sie derzeit in der EU diskutiert werden. Ziel ist es, Daten über ein Produkt und seine Lieferkette zu sammeln und die Informationen zur Verfügung zu stellen, um so die Auswirkungen von IT-Produkten in Sachen Nachhaltigkeit offenzulegen. 2023 wird es von großer Bedeutung sein, dass sich alle Interessensgruppen (Unternehmen, Verbände etc.) aktiv an dieser Debatte beteiligen, z.B. über Initiativen wie Trace4Value (Traceability For Sustainable Value Chains). Die tatsächliche Einführung digitaler Produktpässe dürfte dann im Jahr darauf folgen.
Um eine Kreislaufwirtschaft zu fördern und Nachhaltigkeit weiter zu steigern, bleibt zu hoffen, dass die Debatte 2023 schnell Früchte trägt.


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Forecast 2023: Resilienz im Fokus (Teil 20)

Gerade viele Mittelständler stellen sich aktuell diese Frage: Wie werden sich multiple Krisen auf das Geschäft auswirken? Wie entwickeln sich Inflation, Fachkräftemangel und die anhaltende Lieferkrise im kommenden Jahr? Kurz: Wie plant man das Unplanbare? Wir haben Expert:innen unterschiedlichster Disziplinen genau dazu gefragt und um kurze Statements gebeten, inwiefern Werkzeuge der digitalen Transformation dabei helfen können. Hier der 20. Teil.

Forecast 2023: Resilienz im Fokus (Teil 19)

Gerade viele Mittelständler stellen sich aktuell diese Frage: Wie werden sich multiple Krisen auf das Geschäft auswirken? Wie entwickeln sich Inflation, Fachkräftemangel und die anhaltende Lieferkrise im kommenden Jahr? Kurz: Wie plant man das Unplanbare? Wir haben Expert:innen unterschiedlichster Disziplinen genau dazu gefragt und um kurze Statements gebeten, inwiefern Werkzeuge der digitalen Transformation dabei helfen können. Hier der 19. Teil.

Inklusion und Sensibilität heißt die Devise

Thomas Schuller beschreibt, welche Softwaretrends dieses Jahr wichtig werden. Der Regional Director DACH bei Progress-Software sieht vor allem, dass Software-Produkte „mehr Menschen abholen sollen und Unternehmen feinfühliger bei der Personalisierung vorgehen werden.“

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Photo by Denis Degioanni on Unsplash


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