Forecast 2023: Resilienz im Fokus (Teil 6)

Gerade viele Mittelständler stellen sich aktuell diese Frage: Wie werden sich multiple Krisen auf das Geschäft auswirken? Wie entwickeln sich Inflation, Fachkräftemangel und die anhaltende Lieferkrise im kommenden Jahr? Kurz: Wie plant man das Unplanbare? Wir haben Expert:innen unterschiedlichster Disziplinen genau dazu gefragt und um kurze Statements gebeten, inwiefern Werkzeuge der digitalen Transformation dabei helfen können. Hier die sechste Folge.


Policy Abuse wird sprunghaft ansteigen

Eyal Elazar, Policy Abuse Experte bei Riskified   

Vorfälle, bei denen Verbraucher:innen kundenfreundliche Geschäftsbedingungen ausnutzen, haben in den letzten Monaten stark zugenommen und werden auch 2023 ein wichtiges Thema für Online-Händler:innen sein. Die wirtschaftliche Lage wird viele auch im neuen Jahr dazu zwingen, jeden Euro kritisch zu überdenken. Infolgedessen werden wohl künftig noch mehr Kund:innen Aktionscodes missbrauchen, gebrauchte Artikel zurückgeben und fälschlicherweise fehlende Artikel melden, was sich negativ auf alle Geschäftsbereiche auswirken wird: von der Rechtsabteilung über den Kundendienst bis hin zu Versand und Logistik. Dies kann betroffene Unternehmen Millionen kosten. Sie müssen sich im kommenden Jahr daher verstärkt mit dem Thema Policy Abuse (Missbrauch von Geschäftsbedingungen) auseinandersetzen, um ihre Gewinne zu sichern.


CRO ist das neue SEO

Michael Witzenleiter ist Managing Director bei Conversion Maker

CRO ist das neue SEO. Das gilt zumindest während der Rezession: Denn die sinkende Verbrauchernachfrage führt zu weniger Interessenten im Online-Shop, was wiederum zu weniger Verkäufen führt. Online-Shops können diesem Trend jedoch entgegenwirken, indem sie ihre Conversion Rate optimieren. Viele Marketing-Disziplinen wie Content-Marketing oder SEO sind entscheidend für ein nachhaltiges Wachstum. Diese Methoden sind sehr wirksam, aber sie wirken verzögert. In einer Krise brauchen Unternehmen schnelle und kosteneffiziente Methoden, um ihren Umsatz zu steigern. Hier kommt die Conversion-Rate-Optimierung ins Spiel, die nächstes Jahr massiv an Relevanz gewinnen wird.


Alexander Frolov, CEO und Co-Founder bei HypeAuditor 

Die gefragtesten Plattformen und eine neue Top-Kategorie

Auch 2023 sollten Marken passende Influencer insbesondere auf TikTok und Instagram suchen. Dabei bleibt zu beachten, dass Marketingstrategien zunehmend an die Kriterien der Netzwerke anpasst werden müssen. Der Hauptunterschied dabei liegt in den Schwerpunkten der einzelnen Plattformen: Bei TikTok fokussiert sich dieser mehr auf den Inhalt als auf den Influencer selbst. Auf Instagram wiederum zeigt die Anzahl der Follower den Bekanntheitsgrad und somit auch den Einfluss eines Influencers. Im neuen Jahr erwarten wir zudem, dass sich der Fokus noch mehr verschiebt und nicht mehr ausschließlich Influencer aus den gängigen Kategorien wie Food, Fashion, Beauty und Co. das Interesse von Marken wecken. Unternehmen wie LEGO, Pringles oder Ralph Lauren setzen bereits erfolgreich auf die neue, vielversprechende Influencer-Kategorie: die Gaming-Influencer. Eine Partnerschaft mit einem Influencer dieser Kategorie birgt viel Potenzial – nicht zuletzt, weil sie Marken aus anderen Bereichen besonders authentisch vermarkten können.


Andrew Shikiar, Executive Director der FIDO Alliance

„Smishing wird noch ausgeklügelter

SMS-basierte Phishing-Angriffe, sogenanntes “Smishing”, haben in der zweiten Jahreshälfte 2022 massiv zugenommen und werden auch im nächsten Jahr ein großes Thema bleiben. Leider verfeinern die Angreifer:innen ihre Techniken kontinuierlich, weshalb wir davon ausgehen müssen, dass Smishing im kommenden Jahr noch besser getarnt sein wird. Immer mehr persönliche Daten sind online verfügbar. Gekoppelt mit intelligenten KI- und Data-Scraping-Tools können SMS-basierte Phishing-Angriffe sogar die größten Skeptiker täuschen. In Großbritannien erhielten in diesem Jahr viele Bürger:innen beispielsweise Nachrichten, in denen sie dazu aufgefordert wurden, COVID-Impfungen zu buchen. Auch SMS mit gefälschten Paketzustellungsnachrichten, in denen sich Angreifer:innen mit bekannten Markennamen wie DHL schmückten, standen 2022 hoch im Kurs. Eine unumgängliche Konsequenz der steigenden Smishing-Attacken: Verbraucher:innen werden weniger Vertrauen in SMS als Kommunikationskanal oder zur Zwei-Faktor-Authentifizierung haben. 


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Forecast 2023: Resilienz im Fokus (Teil 20)

Gerade viele Mittelständler stellen sich aktuell diese Frage: Wie werden sich multiple Krisen auf das Geschäft auswirken? Wie entwickeln sich Inflation, Fachkräftemangel und die anhaltende Lieferkrise im kommenden Jahr? Kurz: Wie plant man das Unplanbare? Wir haben Expert:innen unterschiedlichster Disziplinen genau dazu gefragt und um kurze Statements gebeten, inwiefern Werkzeuge der digitalen Transformation dabei helfen können. Hier der 20. Teil.

Forecast 2023: Resilienz im Fokus (Teil 19)

Gerade viele Mittelständler stellen sich aktuell diese Frage: Wie werden sich multiple Krisen auf das Geschäft auswirken? Wie entwickeln sich Inflation, Fachkräftemangel und die anhaltende Lieferkrise im kommenden Jahr? Kurz: Wie plant man das Unplanbare? Wir haben Expert:innen unterschiedlichster Disziplinen genau dazu gefragt und um kurze Statements gebeten, inwiefern Werkzeuge der digitalen Transformation dabei helfen können. Hier der 19. Teil.

Inklusion und Sensibilität heißt die Devise

Thomas Schuller beschreibt, welche Softwaretrends dieses Jahr wichtig werden. Der Regional Director DACH bei Progress-Software sieht vor allem, dass Software-Produkte „mehr Menschen abholen sollen und Unternehmen feinfühliger bei der Personalisierung vorgehen werden.“

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Photo by Denis Degioanni on Unsplash


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