Forecast 2023: Resilienz im Fokus (Teil 20)

Gerade viele Mittelständler stellen sich aktuell diese Frage: Wie werden sich multiple Krisen auf das Geschäft auswirken? Wie entwickeln sich Inflation, Fachkräftemangel und die anhaltende Lieferkrise im kommenden Jahr? Kurz: Wie plant man das Unplanbare? Wir haben Expert:innen unterschiedlichster Disziplinen genau dazu gefragt und um kurze Statements gebeten, inwiefern Werkzeuge der digitalen Transformation dabei helfen können. Hier Teil 20.


Moderne KI-Technologien für automatisiertes Fahren

Christian Nunn ist Director AI/ML bei Aptiv

Für das Jahr 2023 gehen wir davon aus, dass Radar-Technologien zunehmend mit künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen (ML) kombiniert werden. Dabei dienen sie insbesondere als Grundlage für komplexe Wahrnehmungsfähigkeiten von Fahrzeugen. So kann ein Advanced Driver Assistance System (ADAS) ein Modell seiner Umgebung erstellen, Objekte erkennen und Entscheidungen zu Steuerungsvorgängen treffen – selbst bei schlechten Wetterbedingungen wie Schnee, Nebel und starkem Regen. Hier schneiden Radarsysteme sogar besser ab als Kameras, da sie nicht lichtempfindlich und sehr robust sind. Die Signalverarbeitung ist 65 Prozent energieeffizienter und die Systemkosten 25 Prozent kostengünstiger als andere Sensorlösungen mit vergleichbarer Leistungsfähigkeit. Zudem erwarten wir für das kommende Jahr, dass Radarsysteme weiterhin häufig für Sensorfusion eingesetzt werden, etwa um Daten von Frontkameras zu korrelieren und aufzuwerten. Dadurch lassen sich bessere Entscheidungen bei schwierigen Situationen und Straßenverhältnissen treffen. Auf diese Weise unterstützen moderne KI-Technologien für Radare auch fortgeschrittenere Stufen des automatisierten Fahrens.


Ralf Baumann ist Country Manager Germany bei Veritas Technologies

Cloud-Budgets überprüfen

Die digitale Transformation hat gerade im vergangenen Jahr noch einmal für einen Schub in der Entwicklung zahlreicher Unternehmen gesorgt. Bei all den positiven Impulsen hinsichtlich Automatisierung und Effizienz sollten Firmen aber auch Kosten und Sicherheit ihrer Daten im Auge behalten. So gehen wir davon aus, dass 2023 Cloud-Budgets genauer überprüft werden. Denn 93 Prozent der Unternehmen geben zu viel Geld für die Cloud aus und überschreiten dadurch ihre geplanten Budgets – im Schnitt sogar um 47 Prozent. Außerdem nutzen sie derzeit mehrere öffentliche Cloud-Dienste. Während eine Multi-Cloud-Strategie Vorteile wie Flexibilität und Agilität bietet, stellt die Interoperabilität für Datenmanager nach wie vor eine Herausforderung dar: Daten zwischen Clouds zu verschieben, ist nicht nur teuer. Es können beispielsweise Sicherheitsrisiken durch Datensilos entstehen, oder wenn Clouds nicht nahtlos zusammenarbeiten. Um mit dem Tempo der Cloud-Angebote Schritt zu halten, geschäftliche Cloud-Ziele zu erreichen und die Datenportabilität zu verbessern, sollten Unternehmen verstärkt Lösungen auf Basis von künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen (ML) setzen.


Nichts ist weniger resilient als ein erstarrtes System

Benjamin Hermann ist Geschäftsführer von Zoi

In einem Jahrzehnt der Disruptionen wurde den Unternehmen deutlich vor Augen geführt, dass sie die Belastbarkeit und Effizienz ihrer Geschäftsprozesse und Systeme ins Gleichgewicht bringen müssen, um ihren Erfolg zu sichern. Fest steht: Echte Resilienz geht nur in der Cloud. Nur wer in der Cloud ist, kann wirklich agil und flexibel auf Veränderungen reagieren und sich anpassen und skalieren.

Das Thema Belastbarkeit gegenüber Problemen und Störungen kommt aber auch bei einem weiteren relevanten Punkt zum Tragen: bei der Cyber Security. Die Cloud bietet hier wie kein anderes System die Möglichkeit, etwa durch Disaster-Recovery-Lösungen, im Falle eines Hackerangriffs ihre Widerstandsfähigkeit zu demonstrieren. 

Zuletzt hat der Weg in die Cloud einen weiteren großen Vorteil: Die Migration zwingt zu einer kritischen Reflektion der bestehenden IT-Architektur und ihrer Anwendungen. Davon gewinnen Unternehmer per se immer – denn nichts ist weniger resilient als ein altes und erstarrtes System.


Cybersicherheit weiterhin ein elementares Thema

Stephan Schweizer ist CEO von Nevis

Der Global Crime Trend Report 2022 von Interpol hat es jüngst erneut ins Licht gerückt: Mehr als 60 Prozent der befragten Experten aus den Strafverfolgungsbehörden stufen Ransomware, Phishing und Online-Betrug als hohe und sehr hohe Bedrohungen ein. Und sogar 70 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Zahl der Ransomware- und Phishing-Angriffe in den kommenden drei bis fünf Jahren weiter ansteigen wird. Anlass sind die sich ständig verändernden Betrugsmaschen: Die Täter betreiben oft einen hohen Rechercheaufwand, sodass sie auch versierte Nutzer zu täuschen vermögen.

Damit ist die Cybersicherheit weiterhin ein elementares Thema, das Unternehmen wie auch Behörden umtreibt. Neben direkten monetären Schäden drohen den Betroffenen bei Bekanntwerden eines Hacks Vertrauens- und Reputationsverluste, aber auch die Abwanderung von Kunden.

Um dem vorzubeugen, sind vor allem zwei Punkte wichtig: Zum einen müssen Mitarbeiter regelmäßig mit den neuen Angriffsszenarien vertraut gemacht werden. Zum zweiten sollten veraltete IT-Sicherheitsverfahren wie die M-TAN durch Maßnahmen nach dem aktuellen FIDO2-Standard ersetzt werden.


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Gerade viele Mittelständler stellen sich aktuell diese Frage: Wie werden sich multiple Krisen auf das Geschäft auswirken? Wie entwickeln sich Inflation, Fachkräftemangel und die anhaltende Lieferkrise im kommenden Jahr? Kurz: Wie plant man das Unplanbare? Wir haben Expert:innen unterschiedlichster Disziplinen genau dazu gefragt und um kurze Statements gebeten, inwiefern Werkzeuge der digitalen Transformation dabei helfen können. Hier der 20. Teil.

Forecast 2023: Resilienz im Fokus (Teil 19)

Gerade viele Mittelständler stellen sich aktuell diese Frage: Wie werden sich multiple Krisen auf das Geschäft auswirken? Wie entwickeln sich Inflation, Fachkräftemangel und die anhaltende Lieferkrise im kommenden Jahr? Kurz: Wie plant man das Unplanbare? Wir haben Expert:innen unterschiedlichster Disziplinen genau dazu gefragt und um kurze Statements gebeten, inwiefern Werkzeuge der digitalen Transformation dabei helfen können. Hier der 19. Teil.

Inklusion und Sensibilität heißt die Devise

Thomas Schuller beschreibt, welche Softwaretrends dieses Jahr wichtig werden. Der Regional Director DACH bei Progress-Software sieht vor allem, dass Software-Produkte „mehr Menschen abholen sollen und Unternehmen feinfühliger bei der Personalisierung vorgehen werden.“

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Photo by Denis Degioanni on Unsplash


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