Forecast 2023: Resilienz im Fokus (Teil 19)

Gerade viele Mittelständler stellen sich aktuell diese Frage: Wie werden sich multiple Krisen auf das Geschäft auswirken? Wie entwickeln sich Inflation, Fachkräftemangel und die anhaltende Lieferkrise im kommenden Jahr? Kurz: Wie plant man das Unplanbare? Wir haben Expert:innen unterschiedlichster Disziplinen genau dazu gefragt und um kurze Statements gebeten, inwiefern Werkzeuge der digitalen Transformation dabei helfen können. Hier Folge 19.


Lieferketten als Angriffsziel für Cyberkriminelle

Dr. Niklas Hellemann ist CEO von SoSafe

Angriffe auf die Lieferkette haben 2022 stark zugenommen, und dieser Trend wird sich im neuen Jahr fortsetzen. Cyberkriminelle erhöhen ihre Erfolgschancen, indem sie die Partner- und Lieferantennetzwerke von Unternehmen ausnutzen. Sicherheitslücken in der Lieferkette (z. B. in der von Partnern oder Lieferanten verwendeten Software) reichen schon aus, um das gesamte Netzwerk zu kompromittieren. In 2023 werden Angreifende dafür auf neuartige Technologien und Strategien zurückgreifen: Zum Beispiel werden Voice-Phishing-Angriffe (Vishing) mit sich stetig verbessernder Deepfake-Technologie nicht nur einfacher zu erstellen, sondern auch schwerer zu durchschauen. AI-Tools wie ChatGPT ermöglichen außerdem die schnelle und effiziente Erstellung von Phishing-Templates, was die weitere Professionalisierung der Cyberkriminalität unterstützt. Die Waffe der Wahl bleibt dabei weiterhin die emotionale Manipulation von Menschen, um an vertrauliche Informationen zu gelangen. Durch unsere zunehmende Vernetzung sind im neuen Jahr somit nicht nur die Organisationen selbst, sondern auch ihre Lieferketten besonderen Gefahren ausgesetzt. Das kann verheerende Folgen für alle Beteiligten haben – vom Dienstleister über die Lieferanten bis hin zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern.


Dr. Ben Schrauwen ist SVP & General Manager bei Oqton

Software als Schlüsselrolle für die additive Fertigung

Da die additive Fertigungstechnologie im kommenden Jahr immer stärker für die Produktion eingesetzt wird, glaube ich, dass Software in drei Schlüsselbereichen eine immer wichtigere Rolle spielen wird: Automatisierung, Rückverfolgbarkeit und Vertikalisierung. Viele Branchen mit einem hohen Mix an Produktionsumgebungen wie etwa Dienstleistungsbüros, Gesundheitswesen und Konsumgüter sind bestrebt, ihren Zeit- und Kostenaufwand für die Vorbereitung von Druckdateien zu reduzieren. Deshalb gehe ich davon aus, dass Software für die additive Fertigung in diesen Branchen eine Schlüsselrolle bei der Automatisierung spielen wird. Möglich macht dies der Einsatz moderner KI-Techniken wie Deep Learning, die einen sehr hohen, zuvor nicht erreichbaren Automatisierungsgrad ermöglichen können. Dank höherer Effizienz und niedrigerer Kosten können sich qualifizierte Mitarbeiter auf andere Aufgaben konzentrieren und mit ihnen in ihren Produktionsumgebungen einen Mehrwert schaffen.


Die digitale Beschleunigung als Zukunft der Finanzdienstleistungen

Giorgio Daher ist UK Sales Director bei Tuum

Die finanzielle Unsicherheit hat weltweit ein neues Niveau erreicht. Zweifellos werden wir 2023 sowohl bei der jüngeren als auch bei der älteren Generation eine Nachfrage nach Bankdienstleistungen erleben, mit denen wir unser Geld besser verwalten – und insbesondere besser sparen können. Für Banken und Finanzdienstleister bedeutet das, ins nächste Zeitalter der Transformation einzutreten: der digitalen Beschleunigung. Aktuell arbeiten Banken daran, bestehende traditionelle Prozesse und Produkte digital zu transformieren.  Bei der digitalen Beschleunigung geht es darum, die Digitalisierung in den Kern des Unternehmens zu bringen und die Vorteile der Zusammenarbeit mit Fintechs sowie Technologieanbietern zu verstehen – anstatt jede Technologie selbst zu entwickeln. Auf diese Weise können Banken und Finanzdienstleister schneller neue Produkte auf den Markt bringen und damit der aktuellen Marktlage und den Bedürfnissen der Verbraucher:innen gerecht werden. 


2023 wird das Jahr der Multicloudstrategien

Madalina Tanasie ist CTO bei Collibra

Der massive Wechsel zur Cloud ist die größte Umwälzung der letzten Jahre. In 2023 wird dieser Trend sich weiterentwickeln. Die letzten Jahre haben bereits gezeigt, dass Unternehmen, die Abhängigkeiten und damit die Risiken der Hyperscaler streuen wollen, und somit auf mehrere Clouds setzten und Hybridstrategien für sich entdeckt haben. Dementsprechend wird dieses Jahr das Jahr des Multi-Cloud-Datenmanagements sein. wird. Starke Data-Governance- und Datenmanagement-Funktionen werden hier entscheidend sein, um die Anwendungsleistung über die Komplexität von On-Premise- und Multi-Vendor-Cloud-Architekturen hinweg zu optimieren.


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Forecast 2023: Resilienz im Fokus (Teil 2)

Gerade viele Mittelständler stellen sich aktuell diese Frage: Wie werden sich multiple Krisen auf das Geschäft auswirken? Wie entwickeln sich Inflation, Fachkräftemangel und die anhaltende Lieferkrise im kommenden Jahr? Kurz: Wie plant man das Unplanbare? Wir haben Expert:innen unterschiedlichster Disziplinen genau dazu gefragt und um kurze Statements gebeten, inwiefern Werkzeuge der digitalen Transformation dabei helfen können. Hier die zweite Folge.

Forecast 2023: Resilienz im Fokus (Teil 1)

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