Forecast 2023: Resilienz im Fokus (Teil 10)

Gerade viele Mittelständler stellen sich aktuell diese Frage: Wie werden sich multiple Krisen auf das Geschäft auswirken? Wie entwickeln sich Inflation, Fachkräftemangel und die anhaltende Lieferkrise im kommenden Jahr? Kurz: Wie plant man das Unplanbare? Wir haben Expert:innen unterschiedlichster Disziplinen genau dazu gefragt und um kurze Statements gebeten, inwiefern Werkzeuge der digitalen Transformation dabei helfen können. Hier die zehnte Folge.


Boundless Data

Prof. Dr. Volker Gruhn ist Aufsichtsratsvorsitzender adesso SE und Inhaber des Lehrstuhls für Software Engineering an der Universität Duisburg-Essen

Wir unterschätzen die Sprengkraft, die in Daten steckt. Sie sind nicht nur die Grundlage, auf denen Fortschritt und Unternehmenserfolg beruhen: vom Entwickeln neuer Werkstoffe bis zum Erreichen neuer Zielgruppen. Sie bestimmen in Zukunft auch immer stärker Prozesse und Organisationsformen. Denn sie halten sich nicht an die Grenzen im Organigramm. Die Daten, die ein Fachbereich benötigt, stammen aus unterschiedlichen Quellen, ihre Glaubwürdigkeit und Konsistenz variieren. Ob Messwerte von Maschinen oder Einträge im CRM-System, ob interne oder zugekaufte Daten: Alles kommt infrage, was sich in 0 und 1 übersetzen lässt. Für den Fachbereich reicht es nicht, mit den Daten aus seinem Hoheitsgebiet zu arbeiten. Im Gegenteil: Dieses Denken in klassischen Fachbereichen steht der Entwicklung im Weg. Was die Organisationsstruktur stattdessen diktieren sollte, ist das optimale Verwenden aller verfügbaren Daten. Entscheidend ist, wie Verantwortliche Daten sammeln, aufbereiten, auswerten, verdichten und verknüpfen. Welche Informationen sie daraus ziehen. Welche datengetriebenen Angebote, Services oder Kampagnen sie darauf aufbauen. Das Verwenden von Daten in einer Organisation muss grenzenlos sein, die Prozesse müssen das kontextuale Veredeln zu Information unterstützen. Und zwar ohne, dass der Zugriff auf die Daten für die Beteiligten zäh, klebrig und anstrengend wird.

Wenn dann noch die richtigen Menschen die Daten zu Information veredeln, dann entsteht daraus Wissen.


Gregor Bieler ist Co-CEO bei APARAVI

Das IT-Motto 2023: Wer jetzt seine Datenbestände nicht in den Griff bekommt, hat schon verloren

Das Thema nachhaltiges Datenmanagement steht für IT-Verantwortliche in diesem Jahr auf der Agenda ganz oben. Dafür muss Abschied von einer Reihe liebgewordener Beruhigungspillen genommen werden. Irrtum 1: Unstrukturierte Datenbestände werden einfach in die Cloud verlagert. Damit sind die Probleme und Risiken unstrukturierter Daten allerdings nur verschoben, aber nicht gelöst. Irrtum 2: Je mehr Daten, desto besser. Fakt ist, Big Data ist Big Waste. Je größer die Datenbestände, desto größer die darin lauernden Security- und Compliance-Risiken. Irrtum 3: Unsichtbare Verschwendung ist nachhaltig. Auch wenn ausufernde Daten-Pools im eigenen Keller oder der Cloud liegen, verbrauchen sie doch eine Menge Ressourcen. Nachhaltigkeit sieht anders aus. Irrtum 4: Solange keine Security- oder Compliance-Lücken sichtbar werden, ist alles sicher. Das ist ein gefährliches Spiel auf Zeit. Wer wieder ruhig schlafen will, muss jetzt seine Datenbestände sichten, analysieren und bereinigen. Irrtum 5: Die nächste Data Technology wird’s schon richten. Aber auch der nächste Storage-Trend wird das Übel nicht an der Wurzel packen. Daher müssen IT-Verantwortliche die Flut unstrukturierter Daten endlich in den Griff bekommen und durch nachhaltiges Datenmanagement kosteneffizienter werden. Diese Aufgaben gehören an die Spitze der To-Do-Liste 2023.


Warum der Trend zum Abo-Modell fatal ist

Nadine Riederer ist CEO bei Avision

In der IT-Branche verstärkt sich der Trend, Software-Lösungen nur noch im Abo-Modell anzubieten. Eine leidige Entwicklung, die Grund zu größter Besorgnis bietet. Was auf den ersten Blick nach flexiblen Laufzeiten und geringeren Kosten klingt, hat langfristige Konsequenzen – denn es entstehen direkte Abhängigkeiten zum Hersteller, die für Unternehmen teuer werden können. Weil ein Wechsel von Anbieter und der Software im laufenden Betrieb meist kompliziert und kostenintensiv ist, behalten Unternehmen die eingesetzten Lösungen und liefern sich damit den Herstellern aus, die ihre Preise nach Belieben erhöhen können. Ein großes Problem ist auch die Frage, was mit den Daten geschieht, wenn die Software nicht mehr länger unterstützt wird. Wie sehen die Alternativen zum Abo aus? Die Antwort: Open Source, eigene Programmierung und der Blick über den Tellerrand hin zu anderen Herstellern, die sich dem zunehmenden Trend des Abo-Labyrinths noch nicht verschrieben haben.


Frank Sent ist Director Consulting Services bei CGI in Deutschland.

Nachhaltigkeit: Von der Kür zur Pflicht

Das Thema Nachhaltigkeit wird für Unternehmen von der Kür zur Pflicht. Mit der neuen EU-Direktive sind große börsennotierte Unternehmen ab 2024 verpflichtet, einen Nachhaltigkeitsbericht offenzulegen und ihre Daten mit einer europäischen Datenbank auszutauschen. Ab 2026 gilt dies ebenso für kleine und mittelständische Unternehmen. Deshalb muss jetzt gehandelt werden. Die nachweisbare Erfassung von Daten entsprechend der neuen Richtlinien ist mit großem administrativen Aufwand verbunden, so dass Unternehmen auf die Hilfe von weitgehend automatisierten Datenmanagement-Plattformen nicht verzichten werden können. Der Vorteil ist, dass sie mit den so gewonnenen Daten und der daraus resultierenden Transparenz  zukünftig ihr Business besser und wettbewerbsfähiger steuern können.


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Forecast 2023: Resilienz im Fokus (Teil 20)

Gerade viele Mittelständler stellen sich aktuell diese Frage: Wie werden sich multiple Krisen auf das Geschäft auswirken? Wie entwickeln sich Inflation, Fachkräftemangel und die anhaltende Lieferkrise im kommenden Jahr? Kurz: Wie plant man das Unplanbare? Wir haben Expert:innen unterschiedlichster Disziplinen genau dazu gefragt und um kurze Statements gebeten, inwiefern Werkzeuge der digitalen Transformation dabei helfen können. Hier der 20. Teil.

Forecast 2023: Resilienz im Fokus (Teil 19)

Gerade viele Mittelständler stellen sich aktuell diese Frage: Wie werden sich multiple Krisen auf das Geschäft auswirken? Wie entwickeln sich Inflation, Fachkräftemangel und die anhaltende Lieferkrise im kommenden Jahr? Kurz: Wie plant man das Unplanbare? Wir haben Expert:innen unterschiedlichster Disziplinen genau dazu gefragt und um kurze Statements gebeten, inwiefern Werkzeuge der digitalen Transformation dabei helfen können. Hier der 19. Teil.

Inklusion und Sensibilität heißt die Devise

Thomas Schuller beschreibt, welche Softwaretrends dieses Jahr wichtig werden. Der Regional Director DACH bei Progress-Software sieht vor allem, dass Software-Produkte „mehr Menschen abholen sollen und Unternehmen feinfühliger bei der Personalisierung vorgehen werden.“

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