Digitale Transformation neu gedacht: Von den Prozessen zu den Kunden

Von Emily Brand*

Die Covid-19-Pandemie war für viele Unternehmen ein Katalysator für ihre Digitale Transformation. Sie haben Technologie-Initiativen beschleunigt, drastische Änderungen an Prozessen vorgenommen und die Bedeutung der Unternehmenskultur überdacht. Einige Unternehmen waren mit ihren Strategien zur Digitalen Transformation bereits erfolgreich, sodass sie sich nun auf die Verbesserung der Kundenerfahrung durch die Sammlung und Analyse von Daten konzentrieren können.


Die Weiterbildung und Schulung interner Talente könnte den Unternehmen helfen, die derzeitigen Probleme bei der Mitarbeitergewinnung und -bindung zu überwinden. Allerdings geben die Befragten an, dass die Weiterbildung kein primäres Geschäftsziel ist.

Emily Brand, Chief Architect and Global Ecosystem Presales Leader bei Red Hat

Red Hat sponsert seit Jahren eine Studie von Harvard Business Review Analytics Services, die die Entwicklung der Digitalen Transformation untersucht. Für die vierte jährliche Umfrage haben die Marktforscher Anfang des Jahres mehr als 700 Führungskräfte weltweit befragt. Der Report zeigt, mit welchen Herausforderungen Unternehmen heute konfrontiert sind, was führende Unternehmen anders machen und welche Schritte sie gehen können, um wichtige Schwerpunktbereiche zu identifizieren.

Die Prioritäten der Unternehmen bei der digitalen Transformation im Vergleich der Jahre 2021 und 2022 (Quelle: Harvard Business Review Analytics Services Report)

Ein zentrales Untersuchungsergebnis ist, dass Unternehmen neue Prioritäten setzen und damit auch andere Herausforderungen bewältigen müssen. Gerade im Zuge der kontinuierlichen Überprüfung von Geschäftsmodellen, Strategien und Prozessen entstehen auf Unternehmensseite nach und nach neue Ziele bei der Digitalen Transformation. So erklären die Befragten, dass 2021 interne Prozesse eine hohe Priorität einnahmen – wie die Steigerung der Produktivität und Effizienz (37 %), die Verbesserung der Geschäftskontinuität und Resilienz (32 %) sowie die Erhöhung der Agilität (30 %). Viele technologische, kulturelle und prozessuale Änderungen erfolgten dabei als Reaktion auf die neue Normalität, die die Pandemie geschaffen hat. Im Jahr 2022 und darüber hinaus setzen die befragten Unternehmen allerdings neue geschäftliche Ziele. Dazu gehören die Verbesserung der Kundenzufriedenheit (34 %) und die optimierte Analyse von Unternehmensdaten, um neue geschäftliche und operative Erkenntnisse zu gewinnen (33 %).

Um diese Ziele zu erreichen, müssen die Unternehmen jedoch andere Herausforderungen bewältigen. Zum einen geht es dabei um die Akzeptanz für die anstehenden Veränderungen im gesamten Unternehmen (46 %) und zum anderen um die Ausrichtung der Digitalen Transformation auf die Geschäftsziele (45 %).

Eine weitere Herausforderung betrifft den Mitarbeiterbereich, sowohl im Hinblick auf die Suche und Sicherung von Talenten zur Unterstützung neuer digitaler Initiativen als auch hinsichtlich der Schaffung einer Kultur des kontinuierlichen Lernens. Ohne konzertierte Aktivitäten in diesen Bereichen riskieren Unternehmen den Verlust ihrer Wettbewerbsstärke.

Die Weiterbildung und Schulung interner Talente könnte den Unternehmen helfen, die derzeitigen Probleme bei der Mitarbeitergewinnung und -bindung zu überwinden. Allerdings geben die Befragten an, dass die Weiterbildung kein primäres Geschäftsziel ist; bei den meisten Unternehmen zählt sie zu den am wenigsten genannten Prioritäten (14 %). Falls die Unternehmen aber künftig die Weiterbildung stärker priorisieren, könnten sie Qualifikationslücken schließen, ohne auf den hart umkämpften Markt für Fachkräfte angewiesen zu sein.

Ein Ergebnis des Reports ist auch, dass Unternehmen weiterhin in Technologien investieren, die Prozesse rationalisieren und einen höheren Geschäftswert liefern. Wie bereits 2021 gibt die Hälfte der Befragten (50 %) an, dass ihr Unternehmen im Jahr 2022 in die Automatisierung von Geschäftsprozessen investieren will. Ebenfalls hoch im Ranking stehen Technologien für Künstliche Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen (ML) (44 %).

2022 und in den folgenden Jahren müssen Unternehmen vor allem die kulturellen Herausforderungen adressieren und aktiv angehen, um eine Umsetzung der Digitalen Transformation im gesamten Unternehmen sicherzustellen. Für einige Unternehmen wird dies bedeuten, dass sie ihre Recruiting-Strategien neu bewerten und die Initiativen zur Umschulung und Weiterqualifizierung erhöhen müssen, um angesichts des Fachkräftemangels wettbewerbsfähig zu bleiben. Für andere Unternehmen wiederum könnte eine Evaluierung notwendig sein, ob sie die richtigen Technologien einführen und adäquat anwenden. Unabhängig davon ist für den Erfolg der Digitalen Transformation immer entscheidend, dass die Transformationsbemühungen auf die Geschäftsziele und KPIs ausgerichtet sind.

Der vollständige Report „Digital transformation refocused: New goals require new strategies“ ist verfügbar unter https://www.redhat.com/en/engage/digital-transformation-culture-innovation-20181113.

* Emily Brand ist Chief Architect and Global Ecosystem Presales Leader bei Red Hat


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