Page 22 - TREND REPORT Ausgabe Juni/Juli 2022
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22 New Work | Juni / Juli 2022 TREND REPORT sammenarbeit im virtuellen Raum übertragen. Denn zuhause mag weni- ger Ablenkung existieren, doch nicht jede Ablenkung ist gleich geschäfts- schädigend. Vielmehr entstehen oft im ungezwungenen Austausch unter Kol- legen aus unterschiedlichen Bereichen die besten Ideen, um ein Unternehmen weiterzuentwickeln. Das vernetzte Arbeiten scheint in vielen Fällen das klassische Büro kom- plett ersetzen zu können, doch kom- plett darauf verzichten wollen nur die Wenigsten. De facto ist der hybride Ansatz das favorisierte Modell bei den meisten Mitarbeitenden. Laut einer trendreport.de Homeoffice: Droht der Eintritt des Ge- wohnheitsrechts? Für die Unternehmen mag die Pflicht weggefallen sein, ihren Angestellten die Arbeit aus dem Homeoffice zu ermögli- chen. Aber Vorsicht: Wer es jetzt ver- passt, die Belegscha  wieder ins Büro zu beordern, der löst damit eventuell das Gewohnheitsrecht aus. Denn je länger die Kollegen von zu Hause aus arbeiten dürfen, obwohl sie darauf kei- nen Anspruch mehr besitzen, desto stärker können sie auch kün ig auf die- ses Privileg pochen – und es sogar juris- tisch durchsetzen. https://www.trendreport.de/ende- der-homeoffice-pflicht/ Welche Aussage trifft am ehesten zu? Studie des Agenturverbunds Shift Coll- ective wünschen sich geschlechterüber- greifend mehr als 80 % ein hybrides Modell (siehe Gra k). Folgt man der Präferenz der Mitarbeitenden, so wird die Arbeit in Zukunft an zwei bis drei Tagen im O ce statt nden und an den anderen Tagen wird aus der Ferne gear- beitet. Einen Grund für den Wunsch zu einer teilweisen Rückkehr ins Büro of- fenbart die Studie der Hans-Böckler- Stiftung. Demnach ist die erhöhte Pro- duktivität im Homeo ce oft verbun- den mit der Angst der Mitarbeitenden sonst als faul abgestempelt zu werden. Langfristig scheint hier der Burnout vorprogrammiert. Die Verlaufsstudie männlich (n=210) weiblich (n=234) divers (n=4) 100 % 82 % 87 % 3 % 1% 15 % 12 % 0 % 0% Remote Work ist gar nichts für mich Ich wünsche mir zukünftig ein hybrides Modells aus Arbeitsplatz und Remote Work Ich brauche kein festes Büro mehr Hybride Arbeitskultur und gelebte Werte Mit der Pandemie hat sich die Arbeits- welt rasant gewandelt. Mobiles Arbei- ten ist Trend. Wie es der compeople AG erfolgreich gelungen ist, eine hybride Arbeitskultur aufzubauen, erläutert ihr Vorstand Frank Laskowski im Gespräch mit der TREND-REPORT-Redaktion. Herr Laskowski, wie gestalten Sie mobiles Arbeiten in Ihrem Unter- nehmen? Unsere Mitarbeitenden konnten schon vor der Pandemie einen Tag pro Woche mobil arbeiten. Hierfür stellten wir die IT-Infrastruktur bereit und statteten die Mitarbeitenden mit entsprechen- den digitalen Kollaborations- und Aus- tausch-Tools für ihr Firmen-Notebook aus. Als die Pandemie ausbrach, waren alle bereits mit digitaler Zusammenar- beit vertraut. Wir führten zügig neue Remote-Formate für den team- und fir- menübergreifenden Austausch ein und setzten Weiterbildungen sowie den vierteljährlichen Mitarbeitertag online fort. Die einzelnen Projektteams arbei- teten remote mit unseren Kunden zu- sammen und organisierten für den persönlichen internen Austausch ihre eigenen Online-Treffen. Mobiles Ar- beiten wurde auf diese Weise zu etwas Selbstverständlichem. Die Mitarbei- tenden wollten es gerne beibehalten. Daher beschlossen wir, dass die Füh- rungskrä e gemeinsam mit ihrem je- weiligen Team selbst entscheiden sol- len, in welchem Umfang sie die Arbeit mobil oder im Büro durchführen wol- len. Voraussetzung ist, dass sie die Be- darfe unserer Kunden berücksichtigen. Was ist aus Ihrer Sicht dafür erfor- derlich, dass mobiles Arbeiten gut funktioniert? Hierfür braucht es neben Regeln als Leitplanken vor allem gemeinsam ge- lebte Werte, wie sie in unserer Unter- nehmenskultur verankert sind. Dazu gehören gegenseitiges Vertrauen, ein hohes Verantwortungsbewusstsein, Eigeninitiative und Offenheit gegen- über Neuem. Weiterhin haben eine wertschätzende Kommunikation mit starker Feedback-Kultur und Team- work einen hohen Stellenwert bei compeople. Diese Werte bilden bei uns die Grundlage für eine zuverlässi- ge und produktive Zusammenarbeit – ob von den compeople-Räumlichkei- ten oder einer anderen Location aus. Welche Rolle spielt die Firmenzen- trale bei compeople? Für uns ist die Firmenzentrale ein Ort der persönlichen Begegnung und der Kollaboration. Entsprechend haben wir die compeople-Räumlichkeiten kom- plett neugestaltet. Unsere Mitarbeiten- den können „Shared Desks“ in zahlrei- chen, mit modernster Technik ausgestat- teten Kollaborationsflächen, nutzen. Sie haben die Möglichkeit, sich mit Kolle- ginnen und Kollegen in einem der ge- mütlichen, mit Sofas und Sesseln einge- richteten Meeting-Bereiche, zu treffen oder in Ruhe-Zonen oder in ein Zweier- Büro zurückzuziehen. Diese neuen Räumlichkeiten kommen gut an: Un- sere Mitarbeitenden führen so zum Bei- spiel Team-Meetings, Workshops oder interne Forschungsprojekte hier durch und treffen sich auch für Spieleabende. Für compeople bewährt sich damit der hybride Arbeitsplatzansatz, welcher den direkten Kontakt in der Firmenzent- rale und die Flexibilität ortsunabhängi- gen Arbeitens fördert. Unsere Mitarbei- tenden sind motiviert und produktiv, stärken die Innovationskra  und damit die Zukun sfähigkeit der compeople AG im digitalen Zeitalter. www.compeople.de Frank Laskowski: „Für eine effiziente mobile Arbeit braucht es neben Regeln als Leitplanken vor allem gemeinsam gelebte Werte.“ Quelle: Shi  Collective Hybrid Work Studie 


































































































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