Page 12 - TREND REPORT Ausgabe Juni/Juli 2022
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12 Titelthema: Digitale Transformation | Juni/Juli 2022 TREND REPORT ben zwar, dass Technologie zum digi- talen Fortschritt Deutschlands beitra- gen kann und 63% wünschen sich Investitionen in technologische Inno- vationen, um unsere Welt nachhaltig zu beein ussen. Doch zugleich emp-  ndet ein Drittel neue Technologien als unangenehm oder sogar beängsti- gend“, berichtet  omas Herrguth von VMWare Deutschland. Was müs- sen Unternehmen und Regierungen also tun, um die Angst vor Innovatio- nen in Vertrauen umzuwandeln?  o- mas Herrguth betont dabei: „Wir als Unternehmen und die Regierungen müssen aktiv dazu beitragen, dass die Online-Plattformen wie zum Beispiel regulieren. “Blick auf die IT im Unternehmen auch Konsumenten bewusster mit Daten umgehen. Nur so können wir gemein- sam daran arbeiten, die digitale Wirt- Security first! Laut Klaus Mahle von kobaltblau Ma- nagement Consultants hat sich der beim  ema Mergers and Acquisitions geändert. Klaus Mahle stellt fest, dass die Relevanz der IT bei M&A zuge- Technologiekompetenz und Umsetzungsanspruch. Für die gemeinsamen Her- ausforderungen von Business und IT gestaltet das Unternehmen Veränderung und bietet dafür die ideale Mischung aus etablierter Beratung und Start-up. Lesen Sie weiter auf http://www.trendreport.de/3blickwinkel schaft anzukurbeln. Unser Ziel ist es, die Menschen zu inspirieren und auf- zuklären, um eine technologiekompe- tente Gesellschaft zu fördern.“ Um mehr Ver- trauen zurück- zugewinnen, ist es unerlässlich, die großen Tech- Konzerne zu trauen in die Digitalisierung wird zum Beispiel auch durch funktionierende Technologie und Standards gesteigert. Ein einziges Ladekabel für Handy, Ka- meras, Lautsprecher usw. wird in zwei Jahren Wirklichkeit in ganz Europa. Das EU-Parlament und die EU-Staa- ten haben sich auf USB-C als Stan- dard-Ladebuchse geeinigt. Endlich wird das einstige Versprechen der EU in die Tat umgesetzt. Um mehr Vertrauen zurückzugewin- nen, ist es unerlässlich, die großen Tech-Konzerne zu regulieren. Das Ge- setz über digitale Märkte (Digital Mar- kets Act, DMA, DSA) ergänzt das Wettbewerbsrecht und beschränkt die Macht marktbeherrschender Digital- konzerne. Die EU-Kommission stellt darin einen Verhaltenskodex für große Digitalunternehmen auf. Für zentrale Suchmaschinen, soziale Netzwerke oder Online-Vermittlungsdienste gel- ten künftig strengere Regeln. Das Ver- „ Drei Blickwinkel auf die Digitale Transformation Die Redaktion spricht mit Thomas Heinevetter, Klaus Mahle und Martin Ty- decks von kobaltblau Management Consultants über die Digitale Transforma- tion im Hinblick auf die Beratungsschwerpunkte: Digitalization, Organization & People sowie Mergers & Acquisitions. Die Managementberatung steht für Organisation & People Herr Heinevetter, welchen Stellenwert wird in Zukun  die Symbiose von Business & IT einnehmen? Um in einer fortschreitenden Digitalisierung in Berei- chen wie Customer Centricity, Geschwindigkeit und Produkt-Orientierung maßgeblich den Takt vorzugeben, wird das optimale Zusammenspiel zwischen Business und IT zum kritischen Erfolgsfaktor. Schnittstellen und Barrieren sowie das klassische Rollenspiel von Au raggeber und Au ragnehmer sind abzubauen. Je stärker interagiert diese Symbiose ist, desto höher ist der Beitrag Mergers & Acquisitions Herr Mahle, welche Erkenntnisse brachte Ihre aktu- elle „IT Due Diligence Studie“? Die Studienergebnisse zeigen, dass die Relevanz der IT bei Transaktionen zunimmt. Das liegt zum einen daran, dass die IT immer mehr Anteil an den Produkten und an der Wertschöpfung hat. Zum anderen können hohe Fol- gekosten entstehen, wenn die IT im Rahmen der Due Diligence nicht ausreichend betrachtet wird. Laut der befragten Investorengesellscha en und M & A-Abtei- lungen kommt es häufiger vor, dass aufgrund von nach- träglich erkannten IT-Problemen nachinvestiert werden musste oder die Transaktion scheiterte. Hier besteht noch viel Potenzial durch eine strukturierte IT Due Dili- gence, die zu übernehmenden IT- Systeme, den Reifegrad und die Relevanz der IT für das Busi- ness genauer zu prüfen. Häu- fig au retende IT-Problem- felder sind etwa fehlende oder nicht mehr gültige So ware- lizenzen, Probleme bei der Datenmigration oder fehlende Schnittstellen, die eine Integra- tion der übernommenen IT-Landscha  in die des Käu- fers verzögern. 39 Prozent der M&A- und Private-Equity- Spezialiste:innen haben die Erfahrung gemacht, dass die Ziele einer Übernahme aufgrund von IT-Problemen, die während der Post-Merger-Integration aufgetreten sind, nicht erreicht worden sind. Dies hat unsere Umfrage mit der Unternehmensberatung Lünendonk ergeben. Digitalization Herr Tydecks, was raten Sie Unternehmen, die sich gerade mit dem Thema „RPA“ beschä igen? RPA, also Robotics Process Automation, ist ein Ansatz zur Prozessautomatisierung, bei dem einfache, zeitintensive, wiederkehrende manuelle Aufgaben durch einen So - ware-Roboter ausgeführt werden. Unserer Meinung nach kann RPA gut dabei helfen, einzelne manuelle und fehleranfällige Anwen- dungsfälle effizienter zu ma- chen. Beispielsweise wird der So ware-Roboter ange- lernt, Arbeiten von 10 Minuten je Anwendungsfall auf 10 Sekunden zu automatisieren. So können sich die Mitarbeiter:innen von wiederkehrenden, manuellen Aufgaben lösen und sich auf komplexere bzw. individu- ellere Themen fokussieren. RPA kann bei richtigem Einsatz also zu Qualitäts- und Effizienststeigerung führen, stößt aus unserer Erfah- rung aber schnell an seine Grenzen, wenn es um End- to-End-Prozessketten und auch komplexe Fragestellun- gen geht, wie zum Beispiel die Bearbeitung einer Kun- denbeschwerde oder die spezifische Anfrage eines Mit- arbeitenden zu seiner Lohnabrechnung. Hier muss man „vom Ende her denken“, um die Digitalisierungsfrage nachhaltig zu lösen: Wie können wir den Ende-zu-Ende- Prozess neu denken und den manuellen Bearbeitungs- aufwand und Ressourceneinsatz minimieren? zum Geschä serfolg. Was bedeutet für Sie Inte- grierte IT und vollständige Verschmelzung? Grundsätzlich sind verschie- dene Szenarien abhängig vom Grad der Verschmelzung möglich. Eine vollständige Martin Tydecks Thomas Heinevetter Verschmelzung bedeutet, dass die zentral aufgestellte IT-Organisation wie wir sie heute kennen aufgelöst ist. Sie verschmilzt mit dem Business zu vollintegrierten End-to-End-Produktteams (BizDevOps). Die Produkt- teams arbeiten in hoher Eigenverantwortung und sind crossfunktional aufgestellt unter Einbeziehung des Fachbereichs, der IT Entwicklung und IT Operations. Plattformen werden durch eine Basis IT oder durch externe Dienstleister bereitgestellt. Übergreifende Methoden und Prinzipien für die Produktteams wer- den durch eine Governance Funktion vorgegeben. Klaus Mahle 


































































































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