Page 8 - TREND REPORT Juni 2021
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8 Digitale Unternehmenskultur | Juni 2021 TREND REPORT terne Prozesse erheblich beschleunigen will, ist mit der Einführung einer Low- Code- oder No-Code-Development- Plattform gut beraten. Dabei handelt es sich um Produkte oder Cloud-Diens- te für die Anwendungsentwicklung, die statt Programmierung visuelle, deklarative Techniken verwenden. Selbst User mit nur wenig (Low-Code) oder gar keinen (No-Code) Programmierkenntnissen wer- den so in die Lage versetzt schnell und unabhängig Lösungen zu entwickeln. Für Dr.-Ing. Gerd Staudinger, Ge- schäftsführer der Stella Systemhaus GmbH, sind das genau die Eigenschaf- ten, die eine Software agil machen. Mit G2 bietet sein Unternehmen eine No- Code-Technologie an, die speziell auf trendreport.de Open Journal Viele Unternehmen stellen sich die Frage, welche Vorteile es bietet, ihr Re- chenzentrum von on-premises in die Cloud zu ziehen, den bestehenden Cloud-Provider zu wechseln oder gar eine Multicloud-Lösung einzuführen. Jeder verfolgt dabei andere Ziele und die eigenen Herausforderungen sind nicht zwangsweise die des Nachbarn. Antworten auf die wichtigsten Fragen, um Ihre Entscheidungsfindung zu er- leichtern, sowie Wissenswertes zu den Themen Cloud, Container, Innovation, Open Source finden Sie im Open Jour- nal unter: https://trendreport.de/ open-journal „ Für 72 Prozent der Unternehmen ist die digitale Transformation eine Heraus- forderung. “ die Anwendungsentwicklung von Client- Server-Lösungen zur Verwaltung von Daten zugeschnitten ist. Sie stellt Mit- arbeitenden nicht nur einen Baukasten an Funktionen und Operationen zur Ver- fügung, sondern ist durch ihre Server- Anbindung auch in der Lage, aus Excel- und anderen Dateien eine eigene pro- fessionelle Datenbank zu bauen und zu verwalten. „Bei uns muss nichts pro- grammiert werden. In Formularen wird festgelegt, welche Daten zu erfassen sind und welche Eigenschaften diese Daten haben. Die Beziehungen, also die Ge- schäftsregeln zwischen diesen Daten, werden wie bei Excel in Formeln hin- terlegt“, erläutert Dr. Staudinger. „Die Anwender können klein mit einem Formular beginnen und ihre Lösung Schritt für Schritt erweitern. Sie müs- sen also nicht schon zu Beginn alle An- forderungen im Kopf haben. Dennoch entsteht am Ende eine ganzheitliche Lösung.“ Im Ergebnis verspricht er damit eine Zeiteinsparung von 90 Prozent gegenüber herkömmlicher Software. Cloud Computing und das vernetzte Arbeiten Dass auch das  ema Cloud Computing mit dem Begri  der Agilität eng ver- woben ist, machte Covid-19 klar. Un- ternehmen, die Daten und Services für ihre Mitarbeiter über die Cloud anbie- ten, konnten wesentlich  exibler und agiler mit der neuen Situation umge- hen. Die Cloud entpuppte sich dabei als zentraler Baustein für ein wider- Gero Grebe setzt auf nutzerzent- rierte Ansätze mit neuen Technolo- gien für Erfolg im digitalen Wandel. levanten oder kommerziellen Daten). Dass es für gewisse Player keine Da- seinsberechtigung mehr gibt, dass ein automatischer Code-Schnipsel den Job eines Unternehmens macht, wird auf viel Widerstand stoßen. Wie unterstützen Sie Ihre Kunden, die neuen Technologien zum Einsatz zu bringen? Wir bringen vor allem das Verständnis, was möglich ist, zu unseren Kunden. Blockchain und Crypto ist ein sagenum- wobenes Feld, wo es schwierig ist, durchzublicken. Da helfen wir unseren Kunden bis hin zu ersten Prototypen. Oder wir vernetzen verschiedene Kun- den untereinander. Denn dies ist eine Technologie, die vor allem für den Aus- tausch geeignet ist – nichts, was man als Unternehmen alleine in der Werkstatt zum Erfolg bringt. www.valtech.de Mit Smart Contracts in die Zukun  Gero Grebe ist bei der internationalen Digitalagentur Valtech als „Director Product Strategy“ unter anderem für die Verfolgung von Trends – insbeson- dere im Hinblick auf den digitalen Kul- turwandel – zuständig. Zudem ist er am Aufbau der hauseigenen R&D- Tochter „Valtech Future Studio“ betei- ligt. In unserem Interview verrät er uns, welches Potenzial die Blockchain bietet und welche Vorteile „Smart Contracts“ mitbringen. Wie können wir uns die neue digitale „B2B-Kultur“ vorstellen? In globalen Lieferketten wird sich das Gefälle zwischen Mächtigen und Klei- nen verringern. Unternehmen brau- chenkeineAngstzuhaben,mitande- ren zusammenzuarbeiten, weil keines mehr einen Vorteil durch die Hoheit über Daten haben wird. Blockchain- Transaktionen gehören niemandem und damit allen. Die privaten, siche- rungswürdigen Informationen darin können nur von den rechtmäßigen Akteuren eingesehen werden. Smart Contracts sind offen lesbar und kön- nen nicht unabgestimmt geändert werden. Daher brauchen wir keine Treuhänder, häufig keine Versiche- rung und keine Kontrolleure für einfa- che, automatisierte Abmachungen. Es wird zu einem „vertrauenslosen“ (englisch „trustless“) System, wo nie- mand sich gegenseitig miss- oder ver- trauen muss, weil alle wissen, was passieren wird und passiert ist. Würden Sie von einem „digitalen Kulturwandel“ sprechen? Ja, der Kulturwandel heißt: Vom Ver- handlungstisch zu Code. Unterneh- men in einer Lieferkette müssen eben nicht mehr über Anwälte oder Drittun- ternehmen agieren, sondern gemein- sam ein kleines Stück Open Source Code schreiben: „Wenn A B getan hat, dann liefert C D.“ Man kann es so coden, dass keine kommerziellen Be- träge offengelegt werden. Aber die Transparenz darüber, wie zusammen- gearbeitet wird, ist gegeben. Welche Wettbewerbsvorteile kön- nen generiert werden? Die größten Vorteile entstehen für die- jenigen, die ihre Lieferkette verkürzen können, indem sie Intermediäre, Treuhänder, Vermittler nicht mehr be- zahlen müssen. Transparenz ist in Zei- ten von Nachhaltigkeit und Kreislauf- ökonomie auch für Endverbraucher von Vorteil. Bisher mussten sie sich auf traditionelle Kontrollinstanzen verlassen. Zukün ig können sie dem Code vertrauen. Dieser ist weder fälschbar noch belügbar. Welche Anforderungen werden an die Unternehmenskultur gestellt und welche Einstellung sollte mitge- bracht werden? Open Source schlägt proprietäres Han- deln. Datenbesitz darf kein politisches Machtbestreben mehr sein. Transpa- renz zu dem, was zwischen Unterneh- men passiert, muss ertragen werden (natürlich keine privaten, sicherheitsre- 


































































































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