Page 6 - TREND REPORT Juni 2021
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6 Finanzwelt im Wandel | Juni 2021 TREND REPORT nen Kurseinbruch. Auch wenn er glau- be, dass Kryptowährungen eine „viel- versprechende Zukunft“ hätten, könne dies nicht „mit hohen Kosten für die Umwelt verbunden sein“. De facto kal- kuliert ein Rechner der Universität Cam- bridge stetig den jährlichen Stromver- brauchfürdasSchürfenundTransakti- onen des Bitcoins. In der Woche vor dem Musk-Tweet wurde dabei mit 148,46 Terawattstunden (TWh) der bisherige Spitzenwert berechnet – das liegt zwischen dem jährlichen Strom- verbrauch der EU-Staaten Schweden (132 TWh) und Polen (153 TWh). Dadurch, dass die Gesamtmenge der zu schürfenden Bitcoins auf 21 Millio- nen begrenzt ist und die dazu nötigen Rechenverfahren immer aufwendiger werden, ist ein In ationsschutz in die populärste Kryptowährung fest integ- riert. Doch neben Umweltbedenken erschüttern auch extreme Kursschwan- kungen das Vertrauen möglicher Inves- toren. Hier macht sich, anders als bei einer von einer Regulierungsbehörde abgesegneten Währung, der sogenann- te Tinkerbell-E ekt bemerkbar. Wie „ In Deutschland könnte die Inflation bis Jahresende mehr als 3 Prozent “ betragen. bei der Fee in Peter Pan hat der Bitcoin nur so lange einen Wert, wie die Men- schen daran glauben. Im Gegensatz dazu ist die Entwertung des Notenbankgeldes in der Regel ein schleichender Prozess. „In Deutsch- land rechnen wir damit, dass es durch- aus zu einer In ation kommen kann, die größer ist als 3 Prozent“, unkte un- längst EZB-Direktorin Isabel Schna- bel. Bis 2045 würden sich damit die jetzigen Preise verdoppeln. Wohin also mit dem Geld angesichts des anhalten- den Niedrigzinses und einer im Nach- klang der Coronakrise zunehmenden Geldentwertung. Als wertbeständig kommen dabei neben Immobilien vor allem Rohsto e infrage. Wie beim Bit- coin ist auch hier die Menge begrenzt, was die Werterhaltung absichert. Vor allem Gold hat sich dabei zudem in Krisenzeiten stets bewährt. „Bei vielen Investoren hat Mining aber leider immer noch das Image ein großer Umweltsünder zu sein“, erläutert Tobias Tretter in diesem Zusammenhang und stimmt mit Blick auf China, Afrika oder Russland diesen Befürchtungen zu. Grundsätzlich jedoch arbeiten die meis- ten Minen heutzutage sehr nachhaltig und das  ema sowie die Reduzierung von Treibhausgasen wird sehr ernst ge- nommen. „Newmont als weltweit größ- ter Goldproduzent hat sich dazu ver- p ichtet, 500 Millionen US-Dollar in die Reduzierung der Treibhausgase zu investieren, und man wird den CO2- Ausstoß bis 2030 um 30 Prozent redu- zieren und bis spätestens 2050 komplett CO2-neutral Rohsto e abbauen“, gibt der geschäftsführende Gesellschafter der Commodity Capital AG ein Beispiel. Gemeinsam mit seinem Team setzt er sich aktiv für nachhaltigen Rohsto ab- bau ein, schaut sich zu diesem Zweck die Minen direkt vor Ort an und tri t darauf basierend die Investitionsentschei- dungen für seine angebotenen Fonds. Ein möglicher Baustein, damit auch die Enkel der heutigen Silver Society ihren Ruhestand genießen können. #nachhaltigeGeldanlagen #Banken #Digitalisierung Rohstoffinvestments mit gutem Gewissen Wie in Mining- und Rohstoffunterneh- men investiert und dabei ein ökono- misches und ökologisches Abbauen unterstützt werden kann, berichtet Tobias Tretter, Vorstand der Commo- dity Capital AG, die als erstes Haus im Rohstoffsegment die „UN Principles for Responsible Investment“ (PRI) unterschrieben hat. „Eines möchte ich vorwegnehmen, Erz- körper nach ESG-Kriterien abzubauen ist nicht nur ‚richtig‘, sondern auch ei- nes der zentralen Elemente, um eine Mine langfristig möglichst ökonomisch zu betreiben“, eröffnet Tretter das Ge- spräch. Der größte Kostenblock eines Rohstoffprojekts fällt schließlich an, bevor es in Produktion geht. Das dort investierte Kapital muss erst über einen Zeitraum von Jahrzehnten zurückge- zahlt werden, ehe die Gesamtbilanz po- sitiv ausfällt. Es ist daher von entschei- dender Bedeutung, dass Minen lange und ohne Unterbrechungen laufen. „Wenn Minen zu viel Wasser entneh- men, die Umwelt verschmutzen oder Im Gespräch mit der lokalen Be- völkerung erfährt Tobias Tretter von möglichen Problemen der Mi- ning-Unternehmen. die lokale Bevölkerung und deren Tra- ditionen nicht respektieren, führt das zu Problemen“, macht Tretter deutlich. Um sich von der nachhaltigen Produkti- on der Minenbetreiber zu überzeugen, besichtigt er die Minen vor Ort. Neben der Qualität und dem Potenzial des Erz- körpers achtet er auch auf die Infra- struktur: Sind Wasser und Strom nicht nur vorhanden, sondern auch in der entsprechenden Menge verfügbar? Müssen Arbeiter eingeflogen werden oder ist ein entsprechender Pool an qualifizierten Mitarbeitern vorhanden bzw. kann dieser ausgebildet werden? „Zudem lernen wir das Management über einen ausgedehnten Zeitraum kennen und hören uns eben nicht nur auf einer Messe eine Verkaufspräsenta- tion an.“ Der wichtigste Punkt ist allerdings das Gespräch mit der lokalen Bevölkerung – am besten ohne Mitarbeiter des Ma- nagements. „Hier erfahren wir von möglichen Problemen hinsichtlich der Umwelt und wie sich das Unterneh- men gegenüber der Bevölkerung ver- hält. Meist erhalten wir auch noch wertvolle ‚Tipps‘ hinsichtlich weiterer Minen in der Gegend“, führt Tretter aus. „Eines darf man nie vergessen. Die lokale Bevölkerung hat auf den meisten Projekten bereits in kleinem Stil illegal in der Vergangenheit nach Gold oder Silber geschür  oder bereits bei einer stillgelegten Mine gearbeitet. Das hier vorhandene Wissen ist gigan- tisch und die lokale Bevölkerung ist häufig mehr als erfreut, einem auslän- dischen Investor all die Vorteile und Probleme der Mine zu erzählen.“ Die so gewonnenen Erkenntnisse flie- ßen schließlich in die Produkte der Commodity Capital AG – z.B. in den Global Mining Fonds (WKN: A0YDDD) – ein. Aufgrund des Bevölkerungswachs- tums, des Aufstiegs der Mittelklasse in China, Indien und anderen Emerging Markets sowie wegen des Umstiegs auf regenerative Energien werden in den kommenden Jahrzehnten mehr Rohstoffe benötigt. Vielversprechende Gründe also für ein nachhaltiges In- vestment in Rohstoffe. www.commodity-capital.com/ info@commodity-capital.com 


































































































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