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22 Wachstum durch KI | Juni 2021 TREND REPORT KI: Fähigkeiten und Entwicklungspfade „Handbuch KI“ Die TREND-REPORT-Redaktion schil- dert in ihrem Open-Content-Buchpro- jekt – dem Handbuch „Künstliche In- telligenz“ – das Potenzial schlauer Algorithmen. Gemeinsam mit einer Autorengemeinscha  aus Wissen- scha  und Wirtscha  erläutert sie An- wendungsfälle und zeigt auf, wie der technologische Fortschritt unsere Welt verändert. Themen (Auszug): • KI und die Public Cloud • KI-Anwendungen für Big Data & Analytics • Quantencomputing schon heute! • Autonome Systeme Beispiele • Drohne und KI im Einsatz • Open Source und KI http://www.handbuch-ki.net http://handbuch-ai.de https://trendreport.de/shop tenunterstützte künstliche Intelligenz“ etabliert, dessen Schwerpunkt bei Quanten-Software für die Wirtschaft liegt. Diese o ene FuE-Plattform bie- tet Spezialisten, Entwicklern sowie Nutzern (Anwendern, Dienstleistern und Beratern) eine Basis für den Auf- bau einer Community für quantenun- terstützte künstliche Intelligenz (QKI). Zugleich soll es potenziellen Anwen- dern zukünftig möglich sein, auf einen „Quanten-App-Store“ mit Best-Prac- tice-Beispielen zugreifen zu können. Entwickler sollen auf dieser Plattform eigene Konzepte den Zugang und die Nutzung von QC anbieten können. An diese Entwicklungen im Bereich QC will das BMWi mit der Förder- maßnahme anknüpfen. Erster Rechtsrahmen für KI Das enorem Potenzial von KI, welches sich durch QC noch potenzieren dürfte, hat die EU-Kommission dazu veran- lasst, ein neues Gesetzespaket zur Regu- lierung im Bereich künstlicher Intelli- genz vorzulegen. Das Prinzip dahinter: Je größer das Risiko, desto strenger die Regeln. Hochriskante Anwendungen sollen genehmigungsp ichtig werden, bestimmte Formen solcher Systeme sollen gänzlich verboten werden. Ziel der Kommission ist einerseits, das Ver- trauen in KI zu fördern, und anderer- seits, Innovationen nicht zu hindern. Durchgesetzt werden sollen die Regeln von nationalen Behörden in den EU- Staaten. Bei Verstößen müssen Unter- nehmen mit hohen Strafzahlungen rech- Schwerpunkt KI Autonomie Autonome Roboter und Transportmittel Autonome Agenten Smarte Geräte und Anlagen Intelligente Dienste Lernen Schwerpunkt Big Data Kooperation Koboter Quelle: Fraunhofer AISIS Sprachgesteuerte Geräte Kognitive Assistenten / Bots Natürliche Kommunikation Schwerpunkt Kognitive Systeme Alle intelligenten Systeme lernen aus Daten. Autonome Systeme entstehen durch eine zunehmende Automatisierung, während bessere kommunikative Fä- higkeiten den Schwerpunkt „Kognitive Systeme“ belegen. Geht man beide Pfade, erhältmanautonomeSysteme,dieinderLagesindmitMenschenzukooperieren. Erfolgreiche Internationalisierung durch KI nen. So drohen Herstellern, die eine verbotene KI-Anwendung auf den Markt bringen oder gegen Vorschriften zum richtigen Umgang mit den Daten verstoßen, Strafen von bis zu 30 Millio- nen Euro oder bis zu sechs Prozent ihres globalen Jahresumsatzes. Die Höchstgrenze liegt damit noch höher als jene von vier Prozent, die die Da- tenschutzgrundverordnung vorsieht. Mit diesem  ema hat sich bereits der US-Senat im Jahr 2017 beschäftigt und fast die gleichen Regeln hat nun die EU-Kommission im Frühjahr 2021 mit dem neuen Gesetzespaket über- nommen. „Der Ruf nach dem Staat, KI zu regulieren, greift möglicherweise zu weit“, meint dazu Bernd Rodler, Vorsitzender des Verwaltungsrats der VNC AG in Zug, und betonte im Ge- spräch mit der Redaktion: „Was wir am Ende des Tages aber brauchen, ist text empfiehlt Marco Natale einen Stufen- plan, mit dem die Optimierung von Pro- duktionsanlagen erreicht werden kann. „Zunächst messen wir die Produktions- qualität und die externen und internen Einflussfaktoren. Anschließend analysie- ren wir die Einflussfaktoren auf die Pro- duktionsqualität, das nennen wir dann Datenexploration. Aus diesen Erkenntnis- sen erstellen wir dann in Echtzeit eine Prognose, um die Produktionsqualität vorherzusagen.“ Laut Marco Natale kön- nen ab diesem Stadium Empfehlungen an den Anlagenführer ausgesprochen werden. Dieser kann dann den Vorschlägen fol- gen oder diese auch ablehnen.Durch die- se menschliche Reaktion lernt die intelli- gente Steuerung dann stetig dazu. de.cosmoconsult.com eine KI-Software, die für alle, nicht nur für staatliche Stellen transparent sein muss: Die Tragweite von KI ist einfach zu brisant, als dass wir uns ausschließ- lich auf eine behördliche Überprüfung im Verborgenen verlassen können. Open Source ist deshalb eine wichtige Voraussetzung, denn damit kann jeder beliebige Bürger eine Anwendung und deren Prozesse jederzeit begutachten; auf dieser Basis entsteht dann, je nach Notwendigkeit, ein ö entlicher Dis- kurs darüber. Was ist demokratischer als diesen Weg zu gehen?“ KI und Kooperationen Eine spannende Entwicklung ist das Konzept der föderierten KI. Anhand der Betrugserkennung in Banken lässt sich die Idee beschreiben: Jedes Finanz- haus kämpft darum, Betrugsversuche – von Geldwäsche bis zu Embargoverstö- Ziel ist es, das Produktions- Know-how eines Anlagenführers in Algorithmen zu überführen. Lesen Sie dazu auch den aus- führlichen Beitrag unter http:// trendreport.de/mpc Dr. Marco Natale von Cosmo Consult berichtet im Gespräch über den Auf- bau von digitalem Produktions-Know- how im Kontext des innovativen Ein- satzes von künstlicher Intelligenz für die optimale Maschinensteuerung. Viele Unternehmen stellen bei der Aus- lagerung ihrer Produktion in Niedrig- lohnländer fest, dass die Produktions- qualität und dadurch die erwarteten Kosteneinsparungen trotz Verwendung gleicher Anlagen nicht erreicht werden können. Dies liegt daran, dass der für die Qualität entscheidende Faktor im- mer noch der Mensch ist. Durch seine Kompetenz, die er über zum Teil Jahr- zehnte angesammelt hat, ist er haupt- verantwortlich für eine optimale Produk- tion. Ein neuer Produktionsstandort be- deutet nun aber meist gleichzeitig auch unerfahrene Mitarbeiter. „Ziel ist es, eine intelligente Lösung zu integrieren, die den Maschinenführer bereits warnt, bevor außerhalb der Toleranzgrenzen produ- ziert wird. Gleichzeitig werden ihm opti- mierte Einstellungen vorgeschlagen, um die Produktionsanlage qualitativ und kos- tenoptimal zu steuern“, erklärte Marco Natale zu Beginn unseres Gesprächs. „Model Predictive Control“ (MPC) bezeich- net die Steuerung eines Prozesses etwa in einer Produktionslinie, die automatisch und selbstlernend auf Veränderungen von Einflussfaktoren reagiert. In diesem Kon- 


































































































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