Page 21 - TREND REPORT Juni 2021
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TREND REPORT Juni 2021 | Wachstum durch KI 21 gien rund um KI sinnvoll zum Einsatz kommen. Laut einer Studie der Inter- national Project Management Associa- tion (IPMA) in Zusammenarbeit mit PwC ist die Idee noch nicht weit ver- breitet. Gerade 23 Prozent der 2020 Befragten haben bereits Erfahrungen mit KI gesammelt, wonach nur 4 Pro- zent der Unternehmen KI-Technologi- en im großen Stil einsetzen. Das be- deutet im Umkehrschluss einen Wett- bewerbsvorteil für Unternehmen, die hier bereits Kompetenzen aufbauen.  omas Schlereth hat sich das Ziel ge- setzt, mit einer KI-gestützten Ressour- cenmanagement-Software die Arbeits- welt im Kontext von Projektma- nagementlösungen zu revolutionieren. Dabei können verschiedene Technolo- gien rund um künstliche Intelligenz für das Projektmanagement zum Ein- satz kommen. „Zur Risikobewertung werden iterative Mustererkennungsver- fahren angewandt, die sich dynamisch anpassen – schließlich sieht die Muste- rerkennung bei jedem Kunden anders aus. Simultan nutzen wir wissensba- sierte Systeme. Wir versuchen, das Ex- pertenwissen der User durch Beobach- tung ihrer Problemlösung zu digitali- sieren, um es allen zur Verfügung zu stellen“, erklärte uns der Gründer und Geschäftsführer der Can Do GmbH. Unternehmenssteuerung und KI Bei Predictive Planning nutzen Unter- nehmen Modellierungen sowie Simu- lationen, und bekommen so eine Sicht „ Algorithmen werden unser Leben bestimmen und entscheiden “ auf zukünftige Entwicklungen. Das bringt die notwendige Flexibilität, um bestehende Planungs- und Forecas- ting-Prozesse schnell und verlässlich an dynamische Entwicklungen anpassen zu können. Plattformen zur Entschei- dungs ndung bieten z. B. voraus- schauende Modellierung und Was-wä- re-wenn-Szenarien. Ansgar Eickeler von Board International erklärte uns dazu: Künstliche Intelligenz wird heute als Teil unserer Entscheidungs n- dungsplattform eingesetzt, um die da- tengesteuerten Ergebnisse, Simulatio- nen und prädiktiven Modellierungs- funktionen zu unterstützen. Dank KI können Unternehmen viele grundle- gende Aufgaben automatisieren und unglaubliche Datenmengen in viel kürzerer Zeit als je zuvor verarbeiten. KI macht komplexe Daten leichter ver- ständlich und kann beliebig viele Sze- narien rechnen und uns dann die er- folgversprechendsten vorschlagen.“ QC-gestützte KI Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Anwendung von Quanten- technologien und insbesondere von Quanten-Computing (QC) zu för- dern. Dazu haben das Bundesminis- terium für Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie weitere Ministerien eine ganzheitliche Strategie zur Ent- wicklung der Quantentechnologien er- arbeitet. Das Rahmenprogramm „Quantentechnologien – von den Grundlagen zum Markt“ soll wegwei- sende Projekte – insbesondere die An- wendungspotenziale des Quanten- Computings – für die Ö entlichkeit und die Wirtschaft verdeutlichen und zur Nutzbarmachung beitragen. Deutschland soll im Bereich des Quanten-Computings wirtschaftlich und technologisch an der Weltspitze konkurrenzfähig sein. In diesem Kon- text hat das BMWi am 26. April 2021 einen Förderaufruf auf Grundlage des Förderrahmens „Entwicklung digitaler Technologien“ gestartet. Mit dem vor- liegenden Förderaufruf zum Förder- programm Quanten-Computing sol- len gezielt  emenbereiche wie zum Beispiel die Scha ung von QC-Soft- ware für Problemlösungen adressiert werden. Als wichtige Anlaufstelle in Deutschland und darüber hinaus hat sich das seit 2020 durch das BMWi geförderte Verbundprojekt PlanQK „Plattform und Ökosystem für Quan- KI steht auf der Agenda Prof. Dr. Volker Gruhn, Vorsitzender des Aufsichtsrats der adesso SE, präsen- tiert der Redaktion Erkenntnisse der adesso-eigenen Studie „KI – eine Be- standsaufnahme“. Herr Prof. Dr. Gruhn, was ist die Quint- essenz Ihrer 2021er-KI-Umfrage? KI ist in den Köpfen angekommen, aber noch nicht in der Praxis: Das ist eines der Ergebnisse unserer Umfra- ge. Wir befragten fast 2 000 Personen in der D-A-CH-Region – zur Häl e Unter- nehmensverantwortliche, zur Häl e Verbraucherinnen und Verbraucher – über ihre Einstellung und Erwartun- gen, über Projekte und Prognose. Der Blick auf die Verantwortlichen zeigt: Dass KI-Technologien das Potenzial haben, Märkte zu verändern und Wett- bewerb neu zu definieren, davon ist die überwältigende Mehrheit – 81 Pro- zent – überzeugt. Allerdings sagen auch 74 Prozent, dass KI in ihren Unterneh- men noch in den Anfängen steckt. Welche Unterschiede zwischen Bran- chen im Umgang mit KI sind Ihnen aufgefallen? Die Größe der Unterschiede lässt sich an einer Fragestellung festmachen. Die Aussage „Ich weiß nicht, wie wir KI für unser Unternehmen einsetzen können“ bejahten insgesamt 30 Pro- zent der Verantwortlichen. Die Aus- wertung auf Branchenebene zeigt: In Versicherungen wissen nur 14 Prozent nichts so recht mit KI anzufangen, im Handel oder Gesundheitswesen dage- gen 40 Prozent. Viele Indikatoren der Umfrage – ob der Reifegrad von Pro- zessen oder die Unterstützung durch das Topmanagement – zeigen: Weiter sind tendenziell Branchen wie Ban- king oder Versicherung, die von Natur aus digital aufgestellt sind. Ein Themenschwerpunkt der Umfra- ge war die Nutzung von Cloud-Tech- nologien im KI-Umfeld. Zu welchen Ergebnissen kommen Sie? Für viele Unternehmen sind Cloud-Lö- sungen die Technologie hinter KI: 57 Prozent der Unternehmen, die Erfah- rungen mit KI-Anwendungen haben, setzen in diesem Umfeld auf Cloud- Lösungen. Das sind im Vergleich zur 2020er-Umfrage 6 Prozentpunkte mehr. Und der Boom geht weiter: Knapp 50 Prozent planen, (weitere) KI-Lösun- gen zu verlagern. Ein Problem haben viele Befragte aber mit den Daten- „57 Prozent der Unternehmen, die Erfahrungen mit KI-Anwendungen ha- ben, setzen in diesem Umfeld auf Cloud-Lösungen“, so Prof. Gruhn. schutzgarantien der Cloud-Anbieter: 62 Prozent sehen darin die größte Hürde im Cloud-Umfeld. Sie befragten sowohl Verantwortli- che als auch Endverbraucherinnen und -verbraucher. Wie blicken letz- tere auf das Thema KI? Die Umfrage unter Verbraucherinnen und Verbrauchern offenbart eine gro- ße Offenheit KI-Themen gegenüber: 64 Prozent sind davon überzeugt, dass die Technologien ihnen persönlich Vorteile bringen. Dass KI den eigenen Job er- setzen wird, glauben nur 12 Prozent. Die- ser Optimismus zieht sich durch fast alle Themen unserer Umfrage. Von KI in der Pandemiebekämpfung bis zur Be- reitscha , mit Chatbots zu reden: kaum eine Spur der häufig beschworenen German Angst. Die vollständige Studie sowie viele weitere Informationen rund um das Thema finden Sie unter https://ki.adesso.de/ ki-studie/ www.adesso.de Bildquelle LizenzAdobe Stock, SMile & Quarz 


































































































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