Page 15 - TREND REPORT Juni 2021
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TREND REPORT Juni 2021 | New Work 15 New Work: Digital Work nun weniger überwacht wird, entsteht oft ein Angstgefühl, ohne entsprechen- de unsichtbare Mehrarbeit der Leis- tungsanforderung nicht mehr gerecht zu werden. In der Folge fühlen sich zu- dem 25 Prozent gestresst und in letzter Konsequenz geben 40 Prozent an sich müde und antriebslos zu fühlen. Dass zudem 23 Prozent angeben Privatleben und Beruf nicht mehr trennen zu können, scheint da schon fast vernachlässigbar. Die Gefahr einer Überbelastung scheint o ensichtlich und Vorgesetzte sind in der P icht, sollte das  ema Homeo ce eine Zukunft haben. Bis- her bieten nur 13 Prozent der Betrie- be Schulungen zu diesem  ema an. Selbstmanagement – vor allem Gesun- des – muss von vielen erst gelernt wer- den. Hinzu kommen Fehler in der Bü- roausstattung des Homeo ce und mangelnde Informationen zu den  e- men Sicherheit, Datenschutz und Ver- sicherungsschutz im Falle eines Unfalls. Zu viele wurden ins kalte Becken ge- schubst und drohen nun zu ertrinken. Die Fähigkeit, sich an neue Umgebun- gen anzupassen, wird dabei auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft immer wichtiger, wie auch Lorenz Berg, Inha- ber eines Masterabschlusses in Psycho- logie und bei Aon’s Assessment Solu- tions verantwortlich für die Gestaltung und Implementierung von großen, in- ternationalen Assessment-Projekten, bestätigt. Der Grund für ihn ist dabei vor allem die Geschwindigkeit des Anpassungsfähigkeit, sind daher wichti- ger“, führt Berg aus. Diese Kompetenzen helfen auch beim Re- und Up-Skilling, einem wichtigen Mittel, um dem Fachkrä emangel vor- zubeugen. Potenziale in der eigenen Or- ganisation müssen erkannt werden, um die Menschen entsprechend ihrer Per- sönlichkeit und Interessen weiterentwi- ckeln zu können. Selfassessment-Tools wie Persönlichkeits- und Interessenfra- gebögen sowie kognitive Tests helfen dabei. „Ganz o “, schließt Berg, „stellt man dann fest, dass Menschen Interes- se an Dingen haben, von denen sie das vorher noch gar nicht wussten.“ – Zu- kun  gesichert. assessment.aon.de Eines der aufwendigs- ten Isolationsexperi- mente ist HI-SEAS, ein Gemeinschafts- projekt der Universi- tät Hawaii und der NASA. Inmitten einer rötlichen Geröllwüste am Fuße des Vulkans Mauna Loa legen freiwilli- ge Probanden für einige Monate ihre Psyche auf den Seziertisch der For- scher. Was macht eine Isolation mit Menschen, die gezwungen sind, auf kleinstem Raum zusammenzuleben und zu arbeiten? Im Mai 2020, als noch nicht absehbar war, wie lange uns Corona noch beschäftigen würde, suchte die amerikanische Weltraumbe- hörde zuletzt nach Freiwilligen. Corona offenbart, welche Unternehmen und Mitarbeitenden den Anforderungen des technologischen Fortschritts gewachsen sind. von Andreas Fuhrich a.fuhrich@trendreport.de Unfreiwillig war eine Vielzahl von Ar- beitnehmern in den letzten Monaten gezwungen, ebenfalls in einer Art Isola- tion von zu Hause aus zu arbeiten. Zwar konnte man die eigenen vier Wände verlassen, doch Kontakte galt es auf ein Minimum zu beschränken. Für For- scher eine Art unverho ter großer Feld- versuch, und so tauchen nach einem Jahr auferlegtem Homeo ce immer mehr Studien zu diesem  ema auf. Fazit: Alles nicht so einfach mit der Work-Life-Balance im Homeo ce. 46 Prozent gaben an, jetzt länger zu arbei- ten als im Büro und 20 Prozent haben gar ein schlechtes Gewissen, wenn sie eine Pause machen. Da die Arbeitszeit Agilität, Neugier und Lernbe- reitschaft werden in der zu- künftigen Arbeitswelt immer wichtiger, weiß Lorenz Berg. Metakompetenzen für die digitale Welt Das Zusammenspiel von Big Data, künstlicher Intelligenz und Vernet- zung bewirkt, dass maschinelle Pro- zesse in das menschliche Hoheits- gebiet kognitiver Aufgaben vordrin- gen. Warum Zukun sangst den- noch nicht nötig ist und welche neuen Anforderungen an Mitarbei- tende entstehen, berichtet Lorenz Berg, Head of Consulting Germany bei Aon’s Assessment Solutions. „Menschliche Arbeit wird nicht er- setzt, vielmehr werden Menschen mehr Zeit für neue Aufgaben haben und neue Jobprofile entstehen“, pro- phezeit Berg. Wegen der Geschwin- digkeitszunahme des technologi- schen Fortschritts geschieht dies aller- dings immer schneller. „Früher hielt eine berufsbezogene Rolle ein ganzes Leben. Zukün ig vielleicht nur noch zwei oder drei Jahre“, ahnt Berg und untermauert seine Vermutung durch Studien, die schon jetzt belegen, „dass die Halbwerts- zeit von Wissen und Skills durch die Be- schleunigung massiv abnimmt.“ Weiterhin ausschließlich nach Know- how, Fähigkeiten und Bildungsbiografie zu rekrutieren, erscheint folglich weni- ger sinnvoll. Vielmehr müsse das Poten- zial von Menschen, sich an verändernde Rahmenbedingungen anzupassen, er- kannt werden. „Metakompetenzen wie Neugier, Lernfähigkeit und Agilität, also Bildquelle Lizenz charlie firth / Unsplash 


































































































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