Page 13 - TREND REPORT Juni 2021
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TREND REPORT Juni 2021 | Open Source 13 Frei und offen in die Zukun  Das internationale IT- Marktforschungsins- titut Gartner sagt voraus, dass im Jahr 2022 rund 70 Pro- zent der Unternehmenssoftware auf Open Source basiert. Das Konzept frei lizenzierter und transparenter So ware ist wie Sex – sie ist besser, wenn sie frei ist. (Linus Torvalds) Digitalisierung existenzgefährdend aus- wirken. Außerdem können Open-Sour- ce-Software-Lösungen immer wieder unabhängig vom Hersteller schnell auf die eigenen Bedürfnisse im Unterneh- men angepasst werden. Eigentlich ist das Geld besser in unabhängige Soft- ware-Entwickler der Communitys in- gendwann emulieren wir euch alle“. Der Spruch ist seit 20 Jahren aktuell, nur dass das Emulieren von Betriebs- systemen mittlerweile als „virtualisie- ren“ bezeichnet wird. OSS-Betriebssys- teme laufen heute, sofern sie nicht vir- tualisiert werden, auf vielen Rechnern wesentlich e zienter, günstiger und si- cherer als proprietäre Software. Doch auch in Zeiten des Cloud Computings haben sich die tradierten Softwaregi- ganten neue verwirrende Subscription- Modelle für ihre Plattformen einfallen lassen, die schnell zur Kostenexplosion und zum gewollten Wildwuchs führen können. Open-Source-Software kann heute in fast jedem Unternehmensbe- reich und Anwendungsbereich zum Einsatz kommen. Gerade in Zeiten von New Work und der Pandemie sind sichere und stabile kollaborative Lö- sungen gefragt wie nie. In diesem Kon- text hat sich Andrea Wörrlein, CEO Virtual Network Consult GmbH, mit ihrer OSS- Lösung erfolgreich am Markt positioniert. „VNC bietet mit VNClagoon eine auf Open Source ba- sierende Suite aus Kommunikations- und Kollaborationstools. Zu dieser zählen unter anderem Anwendungen für Messaging und Videokonferenzen, Groupware sowie Aufgaben- und Pro- jektverwaltung – also alles, was Teams für eine reibungslose Zusammenarbeit brauchen, und das funktional ver- gleichbar ist mit den Angeboten von Microsoft, aber mit mehr Datenschutz und höherer Sicherheit“, verriet uns Andrea Wörrlein. Laut der Verwaltungsrätin der VNC AG aus Zug führt Closed Source im- mer in eine Abhängigkeit. „Bei Bedarf passen Unternehmen unsere Software anundsetzensie exibelonpremises, in einer privaten Cloud oder der Public Cloud ein oder beziehen sie als SaaS von einem unserer Partner. Zudem ga- rantieren unsere Entwickler und die große Open-Source-Community inno- vative neue Funktionen und liefern un- zählige Add-ons und Services, selbst für die ausgefallensten Einsatzszenarien“, betonte Andrea Wörrlein im Gespräch mit unserer Redaktion. Software-Quellcodes ermöglicht es je- dem, sie weiterzuentwickeln und eige- ne Erkenntnisse und Fortschritte an die Community zurückzugeben. Die weltweiten Entwicklergemeinden und zum Beispiel das Betriebssystem Li- nux machen viele Unternehmen heute unabhängiger und resilienter. Proprietä- re Software bringt so einige Risiken mit sich und bietet nur wenige Vorteile. Wird zum Beispiel das Software-Pro- dukt des Herstellers nicht mehr weiter- entwickelt oder als Software as a Service nicht mehr angeboten, sind Unterneh- men in Gefahr. Die Kosten, um neue Lösungen zu suchen und zu implemen- tieren, können sich zudem in Zeiten der von Bernhard Haselbauer b.haselbauer@trendreport.de vestiert als für Lizenzkosten. So sind auch die aktuellen Subscription-Model- le für OSS-Enterprise-Lösungen ein- fach nachhaltiger. Mittlerweile setzen auch Softwarekon- zerne wie Microsoft die Open-Source- Philosophie erfolgreich um, damit schnelle, sichere, bessere Services und Softwareprodukte entstehen können. Früher bezeichnete Steve Ballmer Li- nux schon mal als „Krebs“ der Bran- che. Klar, denn ohne Open Source und eine riesige und agile Entwicklerge- meinde wären wir heute alle noch ab- hängiger von den Softwaregiganten. Viele Linux- und OSS-User erinnern sich bestimmt noch an den Slogan „Ir- Bildquelle Lizenz Adobe Stock 


































































































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