Page 12 - TREND REPORT Juni 2021
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12 Digitale Unternehmenskultur | Juni 2021 TREND REPORT zum Scheitern verurteilt. „Unterneh- merischer Mut, Weitblick und Aufge- schlossenheit für neue Ideen dürfen keine Frage der Unternehmensgröße sein“, heißt es in einem Prospekt des Bundes- ministeriums für Bildung und For- schung. „Doch die Risiken von For- schung und Innovation sind gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nicht leicht zu tragen. Ziel der Innova- tionsförderung der Bundesregierung ist es, größenbedingte Nachteile bei KMU auszugleichen und Entwicklungspo- tenziale zu erschließen.“ Da es „in der Förderung keine Einheitslösung“ gibt, soll der Prospekt „ein Wegweiser über die vielfältigen Unterstützungsangebote für KMU“ sein. „Aktuell, mit Förder- tipps, Checkliste und Weblinks“ wirbt die Titelseite mit einem kleinen Button. De facto ist das Papier allerdings noch auf dem Stand vom April 2018 und wurde lediglich im Februar 2021 un- verändert nachgedruckt, wie das Im- pressum verrät. In der Förderlandscha  hat sich seither einiges getan. Das 2020 verab- schiedete Gesetz zur steuerlichen För- derung von Forschung und Entwick- lung, kurz Forschungszulagengesetz, scha t nicht nur einen rechtlichen An- spruch auf Förderung, sondern ist auch anders als die meisten der existierenden Förderprogramme nicht gedeckelt. „Mit diesem Gesetz können Unternehmen staatliche Unterstützung für ihre For- schungs- und vor allem auch Entwick- lungsaufwendungen erhalten“, erläutert Marcus Arens, Director Sales & Busi- ness Development bei Ayming. Ge- meinsam mit seinen Kunden analysiert er deren Forschungs- und Entwick- lungsprojekte und unterstützt diese bei der Antragstellung. „Das heißt, wir müssen für die Forschungs- und Ent- wicklungsprojekte das technische Ver- ständnis besitzen, um dieses dann in die Anträge ein ießen zu lassen“, prä- zisiert Arens. „Entsprechend besteht un- ser Team bei Ayming zum überwiegen- den Teil aus technischen Experten, In- genieuren und Naturwissenschaftlern, die komplexe Zusammenhänge quasi in die Sprache des Fördermittelgebers übersetzen. Sie müssen wissen, dass der Antrag auf die Bescheinigung maximal 4 000 Zeichen beinhalten darf.“ Eine weitere Methode, die vor allem von Start-ups häu g genutzt wird, ist das Crowdfunding, das häu g auch als Schwarm nanzierung bezeichnet wird. Dabei unterstützt eine Vielzahl von Menschen Projekte  nanziell. Die Projektinitiatoren wenden sich über eine Plattform direkt an die Ö ent- lichkeit, um möglichst viele Interes- senten für eine gemeinschaftliche Fi- nanzierung zu gewinnen. Häu g wer- den auf diese Weise auch Projekte realisiert, die weder eine Bank noch einen Venture Capitalist oder Busi- ness Angel überzeugten. 2019 konnte dieses wachsende Investmentsegment 292 Unternehmervisionen realisieren. Was die Investoren im Gegenzug er- halten, hängt von den einzelnen Platt- formangeboten ab: Spenden, Kredite, oder eine Bevorzugung beim Vorver- kauf – alles ist möglich. Jetzt Forschungs- zulagen beantragen! So kann es auch bei der Finanzierung von innovativen Projekten helfen, ein- getretene Pfade zu verlassen und o en für sich bietende neue Lösungen zu sein. Besagte O enheit ist so von An- fang an eine wichtige Komponente des viel beschworenen Cultural Change, ohne den eine digitale Transformation im Unternehmen nicht gelingen und Innovationen nur schwer angestoßen werden können. Dabei sollten sich Unternehmen vor Augen führen, dass sich nicht nur die Erwartungshaltung von Kunden durch neue Technologien ändert, son- dern insbesondere auch die der Mitar- beitenden. 97 Prozent der für die digi- tale Transformation notwendigen Fachkräfte geben laut einer von Step- Stone durchgeführten Studie an, dass ihnen die Unternehmenskultur wich- tig ist. Nur Unternehmen, die das passende Cultural Fit bieten, werden entsprechend als Gewinner aus dem digitalen Wandel mit optimierten Prozessen oder neuen Geschäftsmo- dellen hervorgehen können. #culturalchange #Fördergeld #DigitaleTransformation Fit für Förderprogramme? Marcus Arens, Director Sales & Busi- ness Development bei Ayming, er- läutert im Gespräch mit der Redak- tion, wie er Unternehmen im Kon- text von Förderprogrammen und des neuen Forschungszulagenge- setzes ganzheitlich unterstützt. Es gibt Hunderte verschiedener För- derprogramme mit unterschiedlichen Schwerpunkten, Budgets, Zielsetzun- gen und Branchenausrichtungen. Vie- le dieser Programme sind für Unter- nehmen höchst attraktiv, aber die Vielzahl und Komplexität in der Bean- tragung schrecken ab. Viele Unter- nehmer wissen gar nicht, wie sie die für sie relevanten finden, geschweige denn wie sie die Gelder erhalten kön- nen. „Es bedarf also einer Strategie, wie man die passenden Programme ausfindig macht, ihre Beantragung re- alisiert und die mit dem jeweiligen Programm verbundenen Pflichten er- füllt“, erklärte uns Marcus Arens ein- gangs unseres Gesprächs. Laut Mar- cus Arens bietet das ab Anfang 2020 gültige „Gesetz zur steuerlichen För- derung von Forschung und Entwick- lung“ attraktive Möglichkeiten für Unternehmen. Das Forschungszula- gengesetz ist demnach anders gestal- tet als die üblichen Förderprogram- me. „Bei den meisten Programmen ist die Menge der zu verteilenden finan- ziellen Mittel von vornherein be- schränkt. Daraus ergibt sich, dass so- bald ein Unternehmen eine Summe bewilligt bekommt, für alle anderen Antragsteller entsprechend weniger übrig ist“, erklärt uns der Fachmann für die Forschungszulage. Genau in diesem Punkt unterscheidet sich die Forschungszulage: „Bei dieser kön- nen Unternehmen – genauer gesagt Unternehmensgruppen – bis zu 25 Prozent ihrer Personalausgaben rück- erstattet bekommen. Der Höchstbe- trag der Förderung beträgt eine Milli- on Euro für eine Unternehmensgrup- pe pro Jahr. Außerdem können Unternehmen hier, im Gegensatz zu fast allen anderen Formen der Förde- rung, bereits mit der Umsetzung des Forschungsvorhabens begonnen ha- ben, bevor der Antrag gestellt und ge- nehmigt worden ist. Es handelt sich bei der Forschungszulage um ein Ge- setz. Das bedeutet, es existiert ein rechtlicher Anspruch“, betonte Mar- cus Arens. Laut Marcus Arens müssen in dem zweistufigen Verfahren technische Experten der Bescheinigungsstelle (DLR, VDI, AIF) von den technologi- schen, innovativen Aspekten eines Forschungs- oder Entwicklungspro- jektes überzeugt werden. Doch wie können Unternehmen jetzt denn sicherstellen, ihre Anträge je- weils vollständig und korrekt abzuge- ben, sodass Risiken vermieden wer- den? „Das ist unser Job. Wir setzen uns mit unseren Kunden zusammen und analysieren deren Forschungs- und Entwicklungsprojekte – und das sehr kritisch. Schließlich geht es im ersten Schritt darum, zu analysieren, was überhaupt förderfähig ist. Auf Ba- sis dieses Wissens erarbeiten wir dann die Grundlage zur Vorbereitung des Antrags und des Anspruchs. Diese gründliche Vorbereitung, wir spre- chen ja hier immer noch über die technisch-inhaltliche Beschreibung, ist der kritische Aspekt, der über Er- folg oder Misserfolg des gestellten An- trags auf Bescheinigung entscheidet. In einem zweiten Schritt erfolgt dann die Verrechnung über die Ertragssteu- er“, verriet uns der Director Sales & Business Development bei Ayming. www.ayming.de Marcus Arens sorgt mit seiner Ex- pertise dafür, dass Unternehmen vom Forschungszulagengesetz profitieren können. 


































































































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