Page 9 - TREND REPORT April 2021
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 TREND REPORT April 2021 | Green Economy 9     schlossenen Kreislaufwirtschaftssystem setzt voraus, dass alle Beteiligten über verlässliche Informationen im Hinblick auf Produkte, Komponenten und Ma- terialien entlang ihres gesamten Le- benszyklus verfügen – in Form von di- gitalen Daten. Technologien wie die Blockchain haben das Potenzial, Pro- dukte, Prozesse und Dienstleistungen vertrauenswürdiger, transparenter und nachvollziehbarer zu machen und da- mit neue Geschäftsmodelle zu stimulie- ren, die zu einem nachhaltigen Wirt- schaftswachstum beitragen können“, betonte iPoint-systems-CEO Jörg Wal- den im Gespräch mit unserer Redaktion. Diverse nationale und internationa- le Aktionspläne und Regularien wie etwa der Circular-Economy-Action- Plan der EU oder das deutsche Sorg- faltspflichtengesetz zielen darauf ab, den Rahmen für langlebige, nachhalti- ge Produkte zu schaffen, den Ver- brauch von Primärrohstoffen zu ver- ringern sowie menschenrechtliche und „Unsere cloudbasierte Plattform holt von den Lieferanten automatisch die relevanten Assessments und Zertifikate ein, die anschließend validiert werden. Zusätzlich nutzen wir künstliche Intel- ligenz, um Milliarden von Nachrichten in Medien zu scannen und per Natural Language Processing negative Meldun- gen zu den Lieferanten herauszufiltern und Risiken frühzeitig zu erkennen“, erklärte uns dazu Martin Berr-Sorokin, Gründer und CEO von IntegrityNext. Auch innovative Refurbished-Strategi- en sind angesagter denn je. Refurbis- hed-Ware sind Geräte, die ein Herstel- ler oder Händler generalüberholt, ge- reinigt und geprüft hat. Aber was bringt eine Refurbished-Strategie für Kunden und Umwelt? Jan Dzulko, Gründer von everphone, beschreibt das so: „Mit unserer Vorgehensweise sind nur noch die Geräte im Unterneh- men, die tatsächlich genutzt werden – momentan landen ausgemusterte oder defekte Handys noch zu oft in irgend-     Wie Aldi die Erwartungshaltung im Bereich Umweltschutz erfüllt, schildern Tobias Heinbockel (links) und Erik Döbele (rechts). Einfach und bewusst einkaufen Dass gesunde und nachhaltige Er- nährung bezahlbar sein kann, bele- gen Tobias Heinbockel, Managing Director Category Management bei Aldi Nord, und Erik Döbele, Mana- ging Director Buying & Services bei Aldi Süd, im Dialog mit der TREND- REPORT-Redaktion. Flexitarisch, vegetarisch, vegan – be- wusste und nachhaltige Ernährung nimmt einen immer größeren Stel- lenwert ein. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Die eigene Gesundheit, Kli- ma- und Umweltschutz oder Tierwohl spielen dabei eine Rolle. Um diesen Bedürfnissen nachzukommen, hatte Aldi als erster Lebensmitteleinzel- händler vegane Aktionswochen im Angebot. Gleichzeitig erhöht der Dis- counter seine Maßnahmen für mehr Tierwohl. „Mit der Marke ‚Fair & Gut‘ bieten wir unseren Kunden, die Wert auf mehr Tierwohl legen, seit 2018 ein zusätzliches Angebot zwischen konventioneller und Bio-Ware zu ei- nem fairen Preis an“, ergänzt Hein- bockel. Die Marke vereint dabei ver- schiedene Tierwohl-Labels und deren Standards, die über den gesetzlichen Tierhaltungsbedingungen liegen. Regionalität ist ein weiterer Trend, wie Erik Döbele anfügt: „Immer mehr Kunden fragen: Woher kommt mein Essen? Dabei wird es ihnen immer wichtiger, Produkte aus der Region bzw. heimische Produkte aus Deutschland zu kaufen.“ Aus diesem Grund sind bei Aldi Nord und Aldi Süd über das Jahr verteilt etwa 350 Artikel erhält- lich, die mit dem sogenannten Regio- nalfenster gekennzeichnet sind. Aldi Nord arbeitet mit regional ansässi- gen Wurst- und Käseproduzenten zu- sammen, während 44 regionale Bä- ckereien täglich mehr als 1000 Aldi- Süd-Filialen mit einer Auswahl frischer regionaler Backwaren belie- fern. „Schon jetzt stammen mehr als 90 Prozent der verkauften Frisch- fleischprodukte und rund 80 Prozent der Wurstwaren aus deutscher Er- zeugung“, betont Döbele. „Gleiches gilt für Milchprodukte: Den überwie- genden Anteil beziehen wir von Lie- feranten und Erzeugern, die hierzu- lande ansässig sind.“ Der Einkauf regionaler Produkte trägt zur Reduktion der CO2-Emissionen bei, hilft allerdings nicht, die diesbezüg- lich enorme Diskrepanz zwischen der Herstellung tierischer Produkte im Vergleich zu veganen Alternativen auszugleichen. Abhilfe schafft hier die klimaneutrale „Fair & Gut“-Land- milch bei Aldi Süd bzw. Alpenmilch bei Aldi Nord. „Die bislang nicht ver- meidbaren Emissionen, die von der Gewinnung der Rohstoffe bis zum Ver- kauf der Milch in unseren Filialen an- fallen, gleichen wir durch die Unter- stützung verschiedener Klimaschutz- projekte aus“, erläutert nun wieder Heinbockel. „Zwei Projekte fördern den regionalen Waldschutz und Hu- musaufbau in Deutschland, ein wei- teres versorgt Menschen in Kambod- scha mit sauberem Trinkwasser. Au- ßerdem bestehen die Milchflaschen zu 50 Prozent aus recyceltem Kunststoff.“ „Der Wandel in der Sortimentsgestal- tung hin zu mehr Frische, Nachhaltig- keit und Regionalität in den vergange- nen Jahren war und ist die richtige Entscheidung“, schließt Döbele. „So finden unsere Kundinnen und Kun- den genau die Auswahl, die sie für ei- nen bewussten und ausgewogenen Lebensstil benötigen. Und das in ho- her Qualität zu günstigsten Preisen.“ www.aldi-nord.de/verantwortung www.aldi-sued.de/verantwortung          Open Content: TREND REPORT für Sie Kopieren und verwenden Sie doch einfach die für Sie interessanten Inhalte aus TREND REPORT für Ihre Webseite oder teilen Sie unsere Re- portagen mit Ihren Geschäftspartnern, Freunden und Kunden. Schulen und Lehrkräfte nutzen unsere freien Inhalte für ihren Wirt- schaftsunterricht und experimentieren mit Interviews und Gastbeiträgen. Sie dürfen das Material remixen, verändern und darauf aufbauen. Die Reportagen aus TREND REPORT stehen unter einer gemeinfreien Textlizenz (CC BY-SA 4.0 DE). Speziell auch für den kommerziellen Einsatz! Interviews und Gastbeiträge sind unter CC BY-ND lizenziert. Sie finden die Bedingun- gen im Impressum auf Seite 2 und unter https://creativecommons.org     ökologische Mindeststandards in inter- nationalen Lieferketten sicherzustellen, um damit zu besseren Bedingungen für Mensch und Natur beizutragen. Konkret bedeutet dies, dass Unter- nehmen verpflichtet sind, ein systema- tisches Risikomanagement einzuführen, um Risiken (in definierten Risikofel- dern wie Zwangsarbeit, Kinderarbeit, Diskriminierung, Umweltschutz und weiteren) bei Zulieferern zu ermitteln und kontinuierlich zu analysieren. Die Anforderungen sind für Unternehmen kaum noch ohne digitale und innovati- ve Technologien zu erfüllen. einer Schublade. Für viele Unternehmen ist ein Geräteaustausch zu aufwendig. Für uns nicht, denn wir sind darauf spezialisiert. Rückläufer bereiten wir wieder auf und ermöglichen ihnen ei- nen zweiten Lebenszyklus. Das spart durchschnittlich 58 kg CO2 pro Smart- phone.“ Daran sollten sich Elektroge- räte-Hersteller von Weißer Ware ein Beispiel nehmen, deren Produkte eine immer kürzere Lebensdauer haben. Eine weitere gute Idee für ein nach- haltiges Geschäftsmodell im Kontext der Kreislaufwirtschaft kommt von Biotec, einem der weltweit führenden  


































































































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