Page 11 - TREND REPORT April 2021
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 TREND REPORT April 2021 | Green Economy 11   Unternehmen biobasierter, nachhalti- ger Biopolymere für kompostierbare Materialien. CEO Stefan Barot betont: „Beim organischen Recycling, also Kom- postieren, bauen sich Biopolymere, die ganz oder teilweise aus nachwachsen- den Rohstoffen bestehen, im industri- ellen oder im heimischen Kompost ab. Ein klassischer industrieller Kompos- tierzyklus dauert etwa 6 bis 12 Wo- chen. Unsere Biopolymer-Beutel integ- rieren sich vollständig in diesen Prozess und stellen deshalb eine optimale Ent- sorgungslösung für Biomüll dar.“ Die Digitalisierung der Energie Die Energiewirtschaft bricht gerade auf in eine neue Energiewelt. Unter dem Motto „Digitalisierung der Ener- giewende“ müssen die neuen Anforde- rungen gemeistert werden. Ziel muss es sein, Energie und Klimaziele im Ein- klang mit wirtschaftlicher Stabilität zu erreichen. Aber worauf kommt es nun beim nachhaltigen Umbau der Ener- giewirtschaft an? Dort, wo es mit Strom nicht geht, wird zum Beispiel grüner Wasserstoff zum Mittel der Wahl. Un- ternehmen testen schon fleißig, wie die flexiblen Kapazitäten kleinerer Anla- gen wie Batterie-Heimspeicher und Wärmepumpen unbürokratisch nutz- bar gemacht werden können, um diese an die Systemdienstleistungsmärkte zu bringen. Die Blockchain-Technologie scheint hier das Mittel der Wahl zu werden. Die Energiebranche kann in Zukunft sehr wahrscheinlich vom Strom- und Gasverkauf nicht mehr le- ben. Gefragt sind neue innovative Ge- schäftsmodelle, die durch die Digitali- sierung, Nachhaltigkeit und die neue Gesetzgebung entstehen können. Ein Beispiel bietet enPortal, Spezia- list für die Gewährleistung von stan- dardisierten, digitalen Prozessen rund um Datenverwaltung, Ausschreibung und Vergabe bei der Energiebeschaf- fung. Mit dem Auslaufen der EEG- Vergütung zum Jahresende 2020 für Anlagen, die vor zwanzig Jahren in Be- trieb gegangen sind, war klar, dass in den kommenden Jahren immer mehr EEG-freie Grünstrommengen einen neuen Abnehmer suchen werden. „Da- her war die Erweiterung unseres Port- folios nur ein logischer Schritt. Vor eineinhalb Jahren fiel die Entschei- dung, den regenerativen Stromerzeu- gern, die keine EEG-Vergütung mehr erhalten, über enPortal den Weg zu öff-     Marktplatz für Grünstromlieferungen Wie regenerative Stromerzeuger nach Ablauf der EEG-Vergütung effizient und digital den besten Energiepreis erzielen können, berichtet Clemens Graf von Wedel, Geschäftsführer der enPortal GmbH, der TREND-REPORT- Redaktion. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wurde letztes Jahr 20 Jahre alt, wes- wegen für die ersten regenerativen Stromerzeugungsanlagen die feste, auf diesen Zeitraum begrenzte Ein- speisevergütung endete. Nun müssen die Anlagenbetreiber selbst dafür sor- gen, ihre Grünstrommengen optimal am Markt zu verkaufen, wodurch in den kommenden Jahren immer mehr EEG-freie Grünstrommengen einen neuen Abnehmer suchen werden. Be- reits vor eineinhalb Jahren entschloss sich daher enPortal, den regenerati- ven Stromerzeugern, die keine EEG- Vergütung mehr erhalten, eine Mög- lichkeit zu geben, um einfach, kosten- günstig und vollständig digital einen neuen Abnehmer zu finden. Es ent- stand der erste digitale PPA-Markt- platz für Stromabnehmer und Betrei- ber von regenerativen Stromerzeu- gungsanlagen, der im Januar an den Start ging. Über diesen können Strom- erzeuger ihre Strommengen anbieten, während ein Energieversorgungs- unternehmen (EVU) oder Großunter- nehmen seinen Bedarf an Grünstrom anfragt. Beide Prozessketten werden vollständig digital abgebildet, sodass der gesamte Ausschreibungsprozess rund um die Grünstromlieferungen bzw. PPAs effizient und standardisiert über den cloudbasierten Marktplatz vollzogen werden kann. Da enPortal bereits seit zwölf Jahren eng mit EVUs rund um den Strom- und Gaseinkauf zusammenarbeitet, konnte gleich von Beginn an ein großer Marktplatz prä- sentiert werden, den alle Anlagen- betreiber von Windkraft, Biomasse, Wasserkraft und Photovoltaik für sich nutzen können, um ihre erzeugte Strommenge einer breiten Masse an Käufern anzubieten. Eine Ausschrei- bung per Klick erreicht rund 650 Ener- gieversorger und Großunternehmen, die bei Interesse einen Energiepreis anbieten. „Die Verkäufer von Grün- strom profitieren von einem großen Wettbewerb im Energiemarkt und können den besten Energiepreis für sich erzielen. Die Käufer erhalten glei- chermaßen schnell und einfach den Kontakt zu Anlagenbetreibern und können sich bei Bedarf mit Grünstrom eindecken“, erläutert von Wedel. „Käufer und Verkäufer von Grünstrom profitieren gleichermaßen von der neuen digitalen Austauschplattform, da unser PPA-Marktplatz beide Partei- en schnell, effizient und professionell zusammenbringt.“ In der Praxis hinterlegt der Stromer- zeuger seine Anlagen detailliert in der Cloud und stellt diese für eine elektro- nische Ausschreibung entsprechend zusammen. Über eine Anlagenbiblio- thek kann er bereits auf alle gängigen Windkraftanlagen zugreifen. Sobald der Anlagenstandort eingegeben wird, ermittelt der Marktplatz das Einspei- senetz und die Regelzone automa- tisch. Detailverhandlungen finden ebenso digital statt wie der Vertrags- abschluss. „Hierfür bieten wir die Nut- zung eines digitalen PPA-Vertrags- musters an, mit dem die Parteien ar- beiten können“, ergänzt von Wedel. „Der Prozess ist dabei so flexibel wie möglich gestaltet und unser hinterleg- ter Vertrag berücksichtigt eine Viel- zahl der Fragen, die im Zuge eines PPA geregelt werden sollten.“ Unabhängig davon können über das integrierte Verhandlungstool weitere Positionen individuell wie in einem Chat ausge- handelt und dem Vertrag hinzugefügt werden. So besteht weiterhin die Möglichkeit, individuelle Wünsche im Verhandlungsprozess abzubilden. „Selbst Detailfragen, zum Beispiel, wie Herkunftsnachweise übertragen werden oder wie das Einspeise- management organisiert wird, kön- nen geklärt werden“, betont der Ge- schäftsführer des innovativen B2B- Onlineportals. Ergänzend können die Parteien zudem eigene Vertragsmus- ter hochladen und auf dieser Basis die Lieferung digital abschließen. „Für die Preisfindung bieten wir als Standard den Festpreis und den Auf- oder Ab- schlag auf den Marktpreis an. Den Be- teiligten steht es aber offen, auch an- dere Preissysteme zu vereinbaren“, schließt von Wedel. Über https://www.enportal.de/ppa- gruenstromlieferung/ können sich Anlagenbetreiber kostenfrei registrie- ren und ihre Anlagen im Onlineportal hinterlegen. Erst bei einer Ausschrei- bung fallen Kosten an, die sich an dem ausgeschriebenen oder dem nachge- fragten Energievolumen orientieren. https://www.enportal.de/ ppa-gruenstromlieferung/ „Käufer und Verkäufer von Grünstrom profitieren gleicherma- ßen von der neuen digitalen Aus- tauschplattform“, versichert Cle- mens Graf von Wedel.         


































































































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