Page 3 - TREND REPORT November 2019
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 TREND REPORT November 2019 | New Work 3    Neue Technologien transformieren die Arbeitswelt. Mit ihnen etablieren sich neue Organisationformen und Kommunikationswege. Doch der Veränderung im Unternehmen muss eine Veränderung im Kopf der Mitarbeiter vorausgehen. von Andreas Fuhrich a.fuhrich@trendreport.de New Work: Unternehmenskultur im Zentrum  Die Debatte um die Zukunft der Arbeit wird kontrovers und öffentlich dis- kutiert. Im Kern geht es um den Einfluss neuer Techno- logien, die im Spannungsfeld zwischen Ängsten und Hoffnungen oszillieren. Raubt die Maschine als produktivere und günstigere Alternative den Men- schen den Arbeitsplatz? Oder wird sie zum geschätzten Kollegen, der uns von Routineaufgaben befreit und uns so mehr Freiräume für Strategie, Kreativi- tät und die gerade bei der Adaption neuer Technologien immer wichtiger werdende Weiterbildung gewährt? Dass sich die Arbeitswelt ändern wird, ist dabei längst kein Geheimnis mehr. Für die im Auftrag von adp von Opini- on Matters durchgeführte Studie „The Workforce View in Europe 2019“ wur- den mehr als 10000 Arbeitnehmer in acht wichtigen europäischen Wirt- schaftsgebieten zu ihrer Einschätzung arbeitsplatzrelevanter Themen be- fragt. Mit 56% sind über die Hälfte der Arbeitnehmer überzeugt, dass al- lein die Automatisierung in den nächs- ten Jahren erhebliche Veränderungen in der Arbeitswelt bewirkt. Hinzu kommen noch künstliche Intelligenz (42 %), Internet der Dinge (39 %), Biometrie (35 %) und Blockchain (23%). „Unternehmen können sich den neuen Technologien kurz- und mittelfristig nicht verschließen, wenn sie zukunftsfähig sein und bleiben wol- len“, ist auch Jan-Hendrik Brune, Or- ganisationsentwickler bei der Detego Unternehmensberatung, überzeugt. Zustimmung erhält er von Dr. Fritjof Lemân, dem Geschäftsführer von Vis- tafon: „Die Digitalisierung des Arbeits- platzes ist der Weg zu gesteigerter Pro- duktivität und Mitarbeiterzufrieden- heit – und letztendlich zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit.“ Ehe neue Technologien eingesetzt wer- den können und es zu besagter Mitar- beiterzufriedenheit kommt, müssen oftmals erst Ängste abgebaut und inne- re Widerstände aufgebrochen werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn es um den Einzug künstlicher Intelligenz geht. Folgt man dem Workforce View, glaubt immerhin fast jeder dritte Mitarbeiter (29 %), dass Roboter irgendwann ganze Jobs von Menschen übernehmen wer- den. 15 % befürchten dies sogar innerhalb der nächsten fünf und noch 7 % innerhalb der nächsten zwei Jahre. Weiterbildung gilt hier als entschei- dender Faktor, damit die Jobübernah- me der Roboter nicht gleichbedeutend mit dem eigenen Erwerbsverlust ist, kann man sich doch durch sie auf eine spezialisiertere Position „flüchten“. Welche Rolle „KI in der betrieblichen Bildung“ spielt, untersuchte die gleichnamige Studie, die das E-Lear- ning-Journal und die time4you GmbH mit ca. 850 Teilnehmern durchführ- ten. „In den kommenden Jahren könn- te die Verbreitung von Lernbots im deutschsprachigen Raum stark zunehmen“, fasst Beate Bruns, Geschäftsführerin von time4you, eine Erkenntnis der Studie zu- sammen. Bei 31,8% der Unter- nehmen sei der Einsatz von Chat-  Bildquelle / Lizenz: freephotocc; pixabay 


































































































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