Page 20 - TREND REPORT November 2019
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 20 Immobilien mit Zukunft | November 2019 TREND REPORT  Unbebaute Flächen reichen bei Wei- tem nicht aus, um die dauerhaft hohe Nachfrage an Wohnraum in der Stadt zu bedienen. Nachverdichtungen, zum Beispiel der Ausbau eines Dachge- schosses, schaffen Abhilfe. Der Platz- mangel bietet aber auch vielverspre- chende alternative Immobilienanlage- formen. Beim studentischen Wohnen etwa stößt das knappe Raumangebot zusätzlich auf eine wachsende Studie- rendenschaft. Allein in den vergange- nen zehn Jahren stieg die Anzahl der Studienanfänger in Deutschland um knapp 50 Prozent. Wohnheime dürf- ten für lange Zeit voll belegt sein. Eine andere Investmentalternative, die vom knappen Raum profitiert, sind Selfsto- rage-Häuser. In den USA schon lange populär – gewähren sie nun auch der urbanen mobilen Gesellschaft in Good Old Europe immer häufiger den er- sehnten Stauraum. Den Bedarf ver- deutlicht eine in Großbritannien erho- bene Studie. 30 Prozent der Benutzer nehmen demnach Fahrten von mehr „ 2018 wurden al- lein in Deutsch- land sieben Mil- liarden Euro in Lagerhäuser in- vestiert. “ als 20 Minuten und noch 15 Prozent von mehr als 30 Minuten in Kauf, um den Luxus eines Stauraums nutzen zu können. Transparenz gegen Immobilienblasen Bedenkt man neben dem Wohnraum- mangel noch die öffentlich geführten Debatten über regulierende Mietpreis- deckel – vom Berliner Senat unlängst beschlossen – und Enteignungen, so stehen die A-Städte Deutschlands auf porösem Investitionsfundament. Zum Glück besteht unser Land nicht nur aus A-Städten. Investoren haben längst auch B-Städte ins Visier genommen, wo das Rendite-Risikoverhältnis we- sentlich unproblematischer ist. Laut ei- ner Studie von Dr. Lübke&Kelber sind Lüneburg, Fürth und Pforzheim die großen Gewinner im Risiko-Ren- dite-Verhältnis bei Investitionen in Be- standsbauten; während Fürth, Kemp- ten im Allgäu und Bamberg für Neu- bauten die besten Aussichten bieten. Hilfe beim Aufspüren lukrativer Stand- orte verspricht zudem 21real Estate. Auf Basis von mehr als 55 Millionen geografischen Kacheln und 1,2 Milliar- den Datenpunkten bietet das Prop- Tech-Unternehmen eine Standort- und Objektanalyse. „Unsere Datenfül- le erlaubt es uns, schneller als je zuvor Investmentindikationen durchzufüh- ren“, berichtet COO und Co-Founder Prof. Dr. Nicolai Wendland. Das Un- ternehmen ermöglicht eine Erstindika- tion in wenigen Minuten. Realisiert wird dies durch Smart und Big Data so- wie selbstlernende Algorithmen, wobei auch weiche Faktoren wie Familien- freundlichkeit, Urbanität und Multi- kulturalität in die Bewertung mit ein- fließen. „Gleiches gilt für störende Faktoren wie Verkehrs- oder Indus- trielärm“, ergänzt Wendland. Mit Analysen und Studien zu den ver- schiedensten Themen rund um Immo- bilien will CBRE den Markt für die Akteure transparenter machen. „Je      Urbanes Wohnen mit Zukunft    „Das Teilen gemeinsam genutzter Flächen ist ein Trend, der in kupa gelebt wird“, berichtet Jürgen Schorn. Im Münchener Stadteil Pasing ent- steht die Welt von morgen. Wie diese aussieht und welche Trends bei der Planung des kupa-Quartiers maßge- bend waren, verrät Jürgen Schorn, ge- schäftsführender Gesellschafter der Bauwerk Capital GmbH, der TREND- REPORT-Redaktion im Interview. Immer mehr Menschen zieht es in die Top-Städte der Republik, Wohn- raum wird zunehmend knapper. Wie verändert das unser Wohnen in Zu- kunft? Menschen, die heute in Großstädte ziehen, wissen, dass sie bei den Quad- ratmetern Abstriche machen müssen, um bezahlbare Wohnungen zu finden. Allerdings wollen sie dabei nicht auf Lebensqualität verzichten. Wir als Pro- jektentwickler müssen darauf reagie- ren und intelligente Lösungen anbie- ten.Dasheißtz.B.,dassesnichtmehr zwingend die typische Unterteilung in Wohnzimmer, Küche, Bad, Schlaf- und Kinderzimmer geben muss. Denn: Auf- enthalte in Zimmern waren gestern. Mit fließenden, durchdachten Grund- rissen schaffen wir Freiraum, multi- funktionale Einheiten sind so sinnvoll angeordnet, dass sie einen Wohnraum entstehen lassen, der sich größer an- fühlt und sich flexibel der jeweiligen Lebenssituation anpasst. Bei Ihrem neuen Wohnprojekt im Münchner Stadtteil Pasing verwirk- lichen Sie das Wohnen der Zukunft. Was unterscheidet kupa von ande- ren Neubauprojekten? Zusammen mit Architekten, Trendfor- schern und Mobilitätsexperten haben wir ein Konzept entwickelt, das das ur- bane Leben der Zukunft im Blick hat. Wichtig dabei: Der Mensch und seine wachsenden Ansprüche an ein Zuhau- se stehen im Mittelpunkt. Dazu zählen nicht nur intelligente Grundrisse und eine moderne und außergewöhnliche Architektursprache, sondern zukunfts- weisende Mehrwerte und Services. WelcheServicesrundumdieImmo- bilie sind in Zukunft relevant? Digitalisierung, nachhaltige Mobilität und Sharing sind wichtige Mehrwerte. Das Teilen gemeinsam genutzter Flä- chen ist ein Trend, der in der kupa ge- lebt wird: Sharing-Flächen wie die Dachterrasse mit Panoramablick oder die voll ausgestattete Community-Kit- chen mit Essbereich und Terrasse kön- nen individuell, aber auch kollektiv ge- nutzt werden. Zudem wird es einen in- novativen Mobilitätsmix aus Autos, E-Fahrrädern, Lastenrädern und E- Scootern im Quartier geben. Für Kom- fort sorgen ein Concierge, ein moder- nes Paketpostsystem, das 24/7 zu- gänglich ist, sowie eine gemeinsam genutzte Fahrradwerkstatt. Alle Servi- ces können über eine eigens für kupa entwickelte App gebucht werden. Wie kommt das Konzept bei Woh- nungssuchenden an? Wir haben mit der Fokussierung auf die Trends der Zukunft einen Nerv der urbanen Generation von morgen ge- troffen.Über30Prozentder175Eigen- tumswohnungen in kupa sind verge- ben und die hohe Nachfrage zeigt, dass sich die Investition in das durch- dachte Konzept gelohnt hat. www.kupa-quartier.de www.bauwerk.de    Bildquelle / Lizenz: Bauwerk 


































































































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