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 18 Smarter Standort Deutschland | November 2019 TREND REPORT  werden. „Parkhäuser werden neben dem klassischen Parken von Fahrzeugen als Dreh- und Angelpunkt für verschie- dene Mobilitäts- und mobilitätsnahe Dienstleistungen genutzt. Sie dienen als Standort für ‚Shared Mobility‘-Ver- kehrsmittel – wie Fahrrädern, Roller, Kickscooter und Pkw –, zum elektri- schen Laden sowie als Umschlagplatz und Ausgangspunkt für die Verteilung von Gütern auf der letzten Meile“, er- gänzt Philippe Op de Beeck. Keine Smart City ohne digita- le Infastruktur Für Prof. Chirine Etezadzadeh ist eine Smart City „eine Stadt, die nicht nur auf ihren Selbsterhalt, sondern auch auf den Erhalt ihrer natürlichen Um- welt ausgerichtet ist. Sie stellt die Le- bensqualität aller Bewohner, den Er- halt des Klimas und der lebendigen Umwelt in den Mittelpunkt der Stadt- entwicklung. Eine Smart City strebt nach der Festigung ihrer eigenen Identität, nach lebendiger Vielfalt, so- zialer Kohäsion und umfassender Res- ilienz. Sie hat eine integrierte Stadt- verwaltung, die effektiv und nach den Kriterien der Urban Governance ar- beitet. Sie verfügt über geeignete Inf- rastrukturen und nutzt interoperable Techniken, die Vernetzung von Syste- men sowie die Digitalisierung, um ihre Ziele zu erreichen, ohne sich technischen Innovationen jemals aus- zuliefern.“ Dabei wird die Digitalisie- rung in alle Lebensbereiche eindrin- gen, und die Städte werden für dieses Ziel insbesondere ihre urbanen Infra- strukturen modernisieren müssen. Und noch etwas ist klar: Ohne Smart Services keine Smart Cities. Die tech- nische Basis dafür sind IoT- und Cloud- Plattformen, über welche die Daten gewonnen werden, die dann – ana- lysiert und aufbereitet – in die Smart Services für die Bürger ein- und diesen wieder zufließen. Dabei können sich die „IT-Plattformen unabhängig von der Größe einer Stadt zu einer Art kommunalem Gehirn entwickeln“, weiß Chirine Etezadzadeh vom Smart City Institute. Ausgerüstet mit einer VR- Brille und einem 3-D-Drucker könn- ten z. B. technische Außendienstmitar- beiter der Stadt die „kleinen grauen Zellen“ dieses kommunalen Gehirns anzapfen, um schneller und besser War- tungen und Reparaturen an der Ver- kehrsinfrastruktur durchzuführen. Mehr als das klassische Parken von Fahrzeugen: Parkhäuser fungieren als Standort der „Shared Mobility“-Verkehrsmittel, als „Tankstelle“ der E-Mobilität sowie als Umschlagplatz und Ausgangspunkt für die Güterverteilung auf der letzten Meile. Das Fundament der Smart City bilden digitale Infrastrukturen, also Rechen- zentren sowie Netzwerk- und Cloud- Provider. Sie ermöglichen den reibungs- losen Austausch von Daten, die bei der Kommunikation zwischen den Akteu- ren entstehen. Abschließend nannte uns Jens-Peter Feidner von Equinix ein Bei- spiel: „Kommuniziert das autonom fah- rende Auto mit dem städtischen Park- leitsystem, entstehen große Datenmen- gen, etwa über den aktuellen Standort des Autos oder zu Verfügbarkeiten von Parkplätzen. Neutrale Anbieter, wie Re- chenzentren, stellen als Teil dieser digi- talen Infrastruktur eine Plattform be- reit, auf der die Datenströme unter- schiedlichster Akteure in der Smart City zusammentreffen.“        Smarte Mobilität und Logistik auf Parkflächen  Gastbeitrag von Philippe Op de Beeck, CEO der Apcoa Parking Group Flächen im innerstädtischen Raum sind ein rares Gut. Gleichzeitig sor- gen Megatrends wie die Urbanisie- rung oder das wachsende Paketauf- kommen durch den E-Commerce für immer höheren Bedarf. Die Lösung: intelligente Konzepte für eine effizi- ente Flächennutzung. Dabei bieten Parkhäuser ein enormes Potenzial. Lösung für die letzte Meile Die Idee ist, vorhandene Flächen durch unterschiedliche Mieter möglichst effi- zient zu nutzen. Bei Parkhäusern, bei- spielsweise von Shoppingcentern, bedeutet das, in Zeiten mit wenig Pub- Vorhandene Parkflächen flexibel nutzbar machen: Für Philippe Op de Beeck ist das eine Lösung für den innerstädtischen Platzmangel. likumsverkehr die leerstehenden Flä- chen dennoch zu nutzen. Gerade in großen Städten suchen Logistik- und Paketdienstleister nach Verteilzentren, um Endkunden auf der „letzten Meile“ effizient zu beliefern. Die Lösung für beide Gruppen sind Verteilzentren in Parkhäusern. Zukünftig könnten von dort aus nicht nur Pakete ausgeliefert werden, erste Pilotprojekte zeigen, dass auch die Zustellung in Parkhäu- sern durchaus realistisch ist. So wer- den Pakete in den Kofferraum des Fahrzeuges „zugestellt“ oder können an Lockern selbst abgeholt werden. Die Vorteile für beide Seiten: Der Park- hausbetreiber kann seine Flächen außerhalb der Kernzeiten vermieten, Teilflächen auch zusätzlich zum Ta- gesgeschäft. Die Logistikunternehmer können die zentralen Flächen be- darfsgerecht nutzen, um Pakete mit großen Transportern anzuliefern und auf kleinere, elektrische Fahrzeuge wie Lastenräder umzuladen, mit de- nen die Verteilung auf der letzten Mei- le erfolgt. Zufriedene Kunden dank opti- mierter Auslastung Um diese Nutzungsmöglichkeiten zu realisieren, bedarf es jedoch zunächst einer intelligenten IT-Lösung. Diese hat Apcoa mit ihrer offenen und ska- lierbaren Plattform zusammen mit der „Flow“-App entwickelt. Parktarife können für Unternehmen und Shop- pingcenter-Kunden flexibel festge- legt werden, je nach Auslastung. Da- rüber hinaus können Einzelhändler bequem Rabattaktionen und Treue- programme über die App ausspielen. Die Plattform erfasst zudem die Zei- ten, zu denen die Auslastung beson- ders hoch ist. So können die Betreiber des Shoppingzentrums ihre Öffnungs- zeiten und Verkaufsaktionen den Stoßzeiten anpassen. Der Parkhaus- betreiber profitiert neben diesem „Dynamic Pricing“ zusätzlich von einer bestmöglichen Auslastung und zu- friedeneren Kunden, denn mit Apcoa Flow wird auch der Verkehrsstrom in- telligent gesteuert. Mehrwert für alle Beteiligten Die Möglichkeiten dieser flexiblen App sind auch in der Vermarktung leerste- hender Flächen ein Verkaufsargu- ment. Denn je entspannter die Kun- den, desto mehr Zeit verbringen sie im Shoppingzentrum – und desto eher sind sie in Kauflaune. Mit den ge- nannten Rabattaktionen können sie zudem gezielt angesprochen werden. Die Apcoa Flow-App bietet dank der skalierbaren Plattform und der Viel- zahl an darauf aufbauenden Dienst- leistungen einen Mehrwert für Betrei- ber, Endkunden und Mieter – seien es die Einzelhändler vor Ort oder Logis- tikunternehmen. https://www.apcoa.com      Bildquelle Lizenz: Apcoa Parking 


































































































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