Page 13 - TREND REPORT November 2019
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 TREND REPORT November 2019 | Smarter Standort Deutschland 13    oder eine Versicherung, die Unfallver- sicherungen verkauft, um in Zeiten der Digitalisierung en vogue zu bleiben? Als gestandener Unternehmer können Sie entweder warten, bis Sie die Gro- ßen oder Kleinen disruptiv überholen, oder Sie investieren in ein neues und digitales Geschäftsmodell, das jetzt agie- ren kann und nicht reagieren muss. Start-up-Mentalität ist wieder gefragt wie nie. Neugeschäft bedeutet in die- sem Sinne auch, neue Risiken einzuge- hen und sich auf neuem Terrain zu be- wegen – schon vergessen? Nach der Idee steht dann die Umsetzung im Raum und Agilität ist dabei Trumpf. In diesem Kontext sind viele Innovati- onsmethoden und Begriffe aus dem Si- licon Valley für deutsche Unternehmen noch Neuland. So auch das „Minimum Viable Product“, was auf Deutsch so viel wie „minimal funktionsfähiges Pro- dukt“ bedeutet. Start-ups verschaffen sich mit dieser Methode einen Wettbe- werbsvorteil gegenüber etablierten Un- ternehmen, weil sie Innovationen schnel- ler umsetzen und auf neue Anforde- rungen flexibler reagieren können. Call for Papers: Handbuch Digitaler Mittelstand gitale Transformation im Kontext des digitalen Arbeitsplatzes geht: „Einfach mal loslegen“. Der Build-measure-learn- Denkansatz ist schon lange keine Neu- heit mehr, aber einfach mal loszulegen heißt auf das „Minimum Viable Pro- duct“, den MVP-Ansatz zu setzen. „Ich probiere und ich experimentiere. Ich rate jedem Unternehmen, lieber sich selbst zu disruptieren, bevor es jemand anderes tut. Hinterfragen Sie, was Digi- talisierung für Ihr Geschäftsmodell be- deutet.“ Beispielhaft nennt er Uber. Das Unternehmen aus San Francisco arbeitet selbst am autonomen Fahren und disruptiert damit sein eigenes Ge- schäftsmodell, entwickelt aber gleich- zeitig neue Dienstleistungen, die auch dann noch Bestand haben. Exempla- risch für eines von vielen neuen Ge- schäftsmodellen nennt er Uber-Eats, wo man jetzt Essen bestellen kann. Sein Punkt ist: „Nicht rasten, sondern sich kontinuierlich neu erfinden.“ Er glaubt, dass gerade mittelständische Unternehmen in einer hervorragenden Situation sind, so etwas zu tun. Weil Geschwindigkeit in der digitalen Welt ein extrem hohes Gut ist.       DIGITALER MITTELSTAND 􏰀 Digitale Ökosysteme Wie neue Technologien die Geschäftswelt verändern www.handbuch-mittelstand.de Vorankündigung: Im Frühjahr 2020 veröffentlicht die TREND-REPORT-Redaktion das siebte Buch ihrer Open- Content-Reihe. Mit dem „Handbuch Digitaler Mittelstand“ unterstützt die Redaktion gemeinsam mit Autoren aus Wis- senschaft und Wirtschaft kleinere und mittlere Unterneh- men bei der digitalen Transformation. Ziel ist es, neue Ge- schäftsmodelle für KMU vorzustellen.   Weitere Informationen: www.handbuch-mittelstand.de Sie wollen mitschreiben? Schreiben Sie uns: redaktion@trendreport.de „Voraussetzung für die Entwicklung des MVP ist die Durchführung eines Design-Sprints. In diesem können Sie anhand der Lean-Start-up-Methodik in einem disruptive Business-Anwendungs- fälle entwerfen, ohne das finanzielle Ri- siko aus den Augen zu verlieren“, beton- te Achim Nierbeck, von codecentric, im Gespräch mit der Redaktion. Eigent- lich ganz einfach, denn Anwendungen werden heute wie in einer Fabrik pro- duziert. „Wir haben schon immer dar- auf gebaut, dass wir Innovationen er- kennen und fördern. Neun von zehn Start-up-Ideen funktionieren nicht, deshalb sorgen wir für die richtigen Rahmenbedingungen, sodass wir kon- tinuierlich Ideen entwickeln und tes- ten können“, ergänzt noch der Branch Manager der IT-Beratungsfirma für agile Softwareentwicklung. Auch Oliver Bendig von Matrix42 rät zum MVP-Ansatz, wenn es um die di-    Mit New Work die Innovationspipeline beschleunigen Gastbeitrag von Achim Nierbeck, Branch Manager codecentric AG Innovation bedeutet Vorsprung, Wan- del, Neuheit. Das ist unser Kernge- schäft, und das ist, was wir auch Ih- nen bieten können. Ausgangspunkt hierfür ist unsere eige- ne Unternehmenskultur: Wer bei uns einen Blick hinter die Kulissen wirft, stellt schnell fest, dass das Team bei uns im Mittelpunkt steht und der Schlüssel für Innovation ist. Obwohl wir mittler- weile die 500-Mitarbeiter-Marke errei- chen, halten wir unsere Kultur hoch: New Work ist Teil unserer DNA. Und je- des Teammitglied verfügt über 20 Pro- zent seiner Arbeitszeit zur Weiterent- wicklung für sich und unsere Themen. Dadurch haben wir einen der meistge- lesenen Technologie-Blogs Deutsch- lands (https://blog.codecentric.de) und veröffentlichen vierteljährlich ein eige- nes IT-Fachmagazin (Der Softwerker). Gleichzeitig sind wir in ganz Deutsch- land gerne als Speaker auf Konferenzen gesehen. Ein Ziel der 20-Prozent-Zeit war es schon immer, Innovationen zu erkennen und zu fördern. Allerdings funktionieren neun von zehn Start-up- Ideen nicht, weswegen wir für die rich- tigen Rahmenbedingungen sorgen, um kontinuierlich Ideen entwickeln und testen zu können. Ein wichtiges Tool hierzu ist unsere In- novationsplattform, die jedem Mitar- beiter hilft, laufende Projekte zu sich- ten und direkt mit den Kollegen in Kontakt zu treten. Neue Ideen, der Auf- ruf nach Mitstreitern und die Bewer- tung erfolgen ebenfalls darüber. Die besten Ideen werden ganz im Sinne von Lean Start-up drei Monate lang verprobt, danach entscheidet sich, welche Idee weiter finanziert wird. Wenn wir ein In- novationsprojekt mit Budget bedacht haben, ist unser oberstes Ziel, die po- tenziellen Kunden schnellstmöglich ein- zubinden. Erfolgreich konnte so Instana 2015 antreten, den Markt des „Applica- tion Performance Management“ (APM) zu erneuern. Drei Jahre später wurde die Ausgründung der codecentric AG in der dritten Finanzierungsrunde mit 30 Millionen Dollar bedacht. Zuvor wurde bereits die CenterDevice GmbH, ein Joint Venture mit der HW Partners AG (Bonn), als deutsche, sichere Cloud gegründet. Was wir selbst können, können wir auch Ihnen bieten. Im Artikel über unsere Solution Factory http://bit. ly/solution-factory erfahren Sie, wie Sie Ihre Innovationspipeline beschleu- nigen können. Gerne kommen wir Sie auch jederzeit besuchen. Im Rahmen eines Innovation-Lunch oder auch bei einem Workshop können wir uns über Ihre Innovationskultur unterhalten und besprechen, wie wir Ihr Unterneh- men fit für die Zukunft machen. Kontaktieren Sie uns unter https:// trendreport.de/solution-factory     „Jedes Teammitglied verfügt frei über 20 Prozent seiner Arbeitszeit zur Weiterentwicklung für sich und unsere Themen“, führt Achim Nierbeck aus. Bildquelle Lizenz codecentric AG 


































































































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