Page 9 - TREND REPORT Juni 2018
P. 9

TREND REPORT
Juni 2018 | KI & Automatisierung 9
te. „Das sah der Bundestag seinerzeit anders und hat den einstelligen Millio- nenbetrag für eine Ö entlichkeitskam- pagne gestrichen.“ Diese Aussage tätig- te Verenkotte im Zuge der Debatte um das „Gesetz zur Förderung des elektro- nischen Identitätsnachweises“, welches am 7. Juli 2017 verkündet wurde und wodurch seither die eID-Funktion standardmäßig aktiviert ist. Die Privat- wirtschaft hat dabei schon längst selbst erfolgreiche Identi kationsverfahren via Webcam und selbstlernender Deep- Learning-Algorithmen etabliert.
Der Staat hat letzten Endes die gleiche Aufgabe zu bewältigen wie die Unternehmen, sollen seine Digitalisie- rungsvorhaben nicht genau so schei- tern wie die Einführung des digitalen Personalausweises. Er ist verp ichtet, den Bürger aufzuklären und ihm ge- genüber kenntlich zu machen, welche Daten erhoben und wie eine Anony- misierung gewährleistet wird. Die Auf- gabe der Politik sollte es nicht primär sein, den Bürger durch immer neue Gesetze zu bevormunden, zu verwirren oder zu überfordern. Sie sollte aufklä- ren, sodass dieser selbstständig Ent- scheidungen tre en kann.
Datenschutz hat sicherlich seine Be- rechtigung, aber nicht all unsere Daten sind hochsensibel. Immerhin ist eine totale Verweigerung jeder Datenwei- tergabe in digitaler Form gleichbedeu- tend mit dem Stillstand der Forschung. Ohne Zugang zu Daten sind selbstler- nende Systeme nicht in der Lage, ihre namensgebende Funktion auszuüben. „Ein starkes KI-Ökosystem braucht Daten als Grundlage für Forschung und Entwicklung – gerade beim Deep Learning. Hier sind die Bedingungen für Datenpools zu verbessern, denn insbesondere diese Dimension fehlt bisher in der deutschen Debatte. Auch Nutzungsmöglichkeiten anonymisier- ter und synthetisierter Daten zu Trai- ningszwecken müssen stärker gefördert und eingesetzt werden können.“ So lauten auch die Forderungen eines Po- sitionspapiers der Stiftung Neue Ver- antwortung.
Da verwundert es nicht, dass China jetzt schon eine Vorreiterrolle in der KI-Forschung einnimmt. Wie der MIT Technology Review bescheinigt, wurden hier in den letzten Jahren die meisten Forschungsarbeiten zum  e-
„
Ein starkes KI- Ökosystem braucht Daten als Grundlage für Forschung und Entwicklung.
“
ma Deep Learning verö entlicht. Das Land pro tiert von einer ungeheuren Datenmenge. Rund 750 Millionen In- ternetbenutzer haben dort keine Beden- ken und stellen wesentlich ungehemm- ter Daten zur Verfügung als wir DS- GVO-Bürger. Sehr wahrscheinlich also, dass China seine Dominanz noch wei- ter ausbauen wird, zumal auch der Staatsrat der Volksrepublik ankündigte, dass man mit einem Etat von 150 Milli- arden Dollar bis 2030 zum alleinigen
globalen Spitzenreiter werden möchte.
Wenn wir nicht vollends abgehängt wer- den wollen und das sicherlich vorhan- dene Potenzial wirklich ausschöpfen möchten, bedarf es also eines Umden- kens. Fortschritt geschieht, ganz gleich, ob wir aktiv daran teilnehmen oder nur im Wartezimmer Platz nehmen.
#KünstlicheIntelligenz #RPA #Automatisierung
Trendentwicklung
Künstliche Intelligenz in Deutschland
Zahlreiche Länder wie China, Frank- reich oder Japan haben den Bereich der künstlichen Intelligenz zu einer zu- kün igen Schlüsseltechnologie erklärt und umfassende Förderprogramme angekündigt. Auch die Bundesregie- rung arbeitet an einer Strategie und kündigte an, die Erforschung und wirt-
scha liche Nutzung von KI-Technologi- en zu unterstützen. Bisher fehlt hier je- doch eine Fokussierung auf den Ökosystem-Ansatz, ohne den unser Land im internationalen Wettbewerb um die beste KI-Entwicklung nicht be- stehen kann. Eine nationale KI-Strate- gie sollte sich aus Sicht der Autoren nicht nur auf die Erforschung einzelner Technologien fokussieren, sondern den Aufbau und die Förderung eines starken und international wettbe- werbsfähigen KI-Ökosystems in den Mittelpunkt stellen.
Das Positionspapier der Sti ung Neue Verantwortung zeigt zentrale Bau- steine zur Entwicklung eines KI-Öko- systems in Deutschland und liefert konkrete Ideen und Vorschläge für eine am Ökosystem-Ansatz ausgerichtete KI-Strategie.
https://www.sti ung-nv.de/sites/ default/files/ki_strategie.pdf
Digital Customer Empathy
Wie Kundenbeziehungen im Zeital- ter der digitalen Transformation neu gedacht werden, erläutert Mar- tin Wild, CEO von Sogedes, im Ge- spräch mit der Redaktion.
„Unternehmen wollen ein außerge- wöhnliches Kundenerlebnis bieten“, betont Wild. Customer Empathy be- schreibt dabei, was dafür heute mehr denn je wichtig ist, nämlich „die Fä- higkeit, Gefühle, Motive, Gedanken und Merkmale von Kunden ganz- heitlich zu verstehen
„Digital Customer Empathy“ bringt daher die Sogedes-Mission – an de- ren Anfang immer das Verständnis der Customer Journey, des Service- Prozesses steht –„gut auf den Punkt“. „Zu dieser Mission gehört es, in den Unternehmen Brücken zu bauen, or- ganisatorische Silos und monolithi- sche Lösungen aufzubrechen“, be- tont der Customer Engagement Evangelist Wild.
Menschen wechseln auf ihrer Custo- mer Journey immer wie- der die Medien und er- warten dennoch per- sonalisierten und schnel- len Service. Dies er- möglicht Sogedes durch crossmediale Kommu- nikationsplattformen, die Sprache, E-Mail, Social Media, Chat, BOTs oder WebRTC verbinden und durch Prozessautomation so- wie künstliche Intelli-
genz ergänzen.
www.sogedes.com
und darauf laufend mit adäquaten Lösun- gen zu reagieren“. Em- pathie ist eine Eigen- schaft, die Menschen auszeichnet. Und di- gitale Technologien können uns sinnvoll und e zient darin un- terstützen, mehr Em- pathie gewinnbrin- gend für alle zu leben. Die richtige Kombina- tion aus Mensch und Technologie ist das Geheimnis.
Martin Wild von Sogedes hilft Unternehmen, Kun- denerlebnisse nach- haltig zu optimieren.







































































   7   8   9   10   11