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26 Sustainable Development 2018 | Juni 2018 TREND REPORT
Längst reichen schöne Worte und Lippenbe- kenntnisse nicht mehr aus – viele Bürger und Verbraucher wollen Ta- ten sehen. Die Unternehmen geraten damit unter Zugzwang, denn sie sollen nicht nur nachhaltig handeln, sondern nachhaltiges Handeln auch belegen.
Die gute Nachricht für die Unterneh- men lautet: Verbraucher sind bereit, tie- fer ins Portemonnaie zu greifen, um nachhaltige Produkte zu kaufen. Die schlechte Nachricht lautet: Immer mehr Verbraucher sind geneigt, Unterneh- men für ihr Verhalten abzustrafen. Zu- gleich wächst die Erwartungshaltung, dass Unternehmen sich verantwor- tungsvoll zeigen und Nachhaltigkeit fördern. Laut einer Studie des Mei- nungsforschungsinstituts Nielsen aus dem Jahr 2015, in der über 30 000 Ver- braucher in 60 Ländern befragt wurden, gaben zwei Drittel der Befragten an, be- reit zu sein, mehr Geld für nachhaltige Produkte auszugeben.
Kaufentscheidungen seien davon beein usst, ob ein Unterneh- men für gesellschaftliche Werte in sei- nem Handeln stehe und Umweltaspek- te berücksichtige. Fast zeitgleich belegte eine Untersuchung von Cone-Commu- nications, dass 91 Prozent der Verbrau- cher in den wichtigsten Industriestaaten von den Unternehmen verlangten, sozi- ale und ökologische Probleme anzuge- hen. Welche Folgen die vermeintliche
von Dr. Ralf Magagnoli, r.magagnoli@trendreport.de
Sustainable Development 2018
Aus dem Zusam- menspiel von Digitalisierung und Nachhaltigkeit erwachsen smarte, grüne Lösungen.
oder reale Missachtung sozialer und ökologischer Aspekte für die Unter- nehmen haben kann, zeigte eine Un- tersuchung von Globe Scan und BBMG, bei der rund 16 000 Personen in 16 Ländern in sowohl städtischen als auch ländlichen Gebieten befragt wurden: 26 Prozent der Befragten ga- ben an, sie hätten Unternehmen in der Vergangenheit für ihr Verhalten be- lohnt, allerdings sagten 28 Prozent, sie hätten die Firmen für ihr Verhalten ab- gestraft. Dem entsprach ein niedriges Vertrauen vor allem zu internationalen
Konzernen, das weitaus geringer als etwa zu Forschungs- und Bildungsein- richtungen, zu Landsleuten, Wohl- fahrtsorganisationen, NGOs oder der UNO war und welches nur knapp über dem Vertrauen in die Presse oder die nationale Regierung lag. Die Un- ternehmen sind also gefordert, etwas zu tun, wenn sie nicht Absatzmärkte verlieren möchten und an Umsatz und Rendite einbüßen wollen. Doch nicht nur die Erwartung der Verbraucher spielt bei den Betrachtungen eine Rol- le: Auch die Politiker haben das  ema
Plattform für Nachhaltigkeit
Compliance. Dort wählen User einfach die Applikation, die sie benötigen, um ihre regulatorischen oder durch Kunden gegebenen Anforderungen zu erfüllen.
Ist man einmal auf der Plattform ange- meldet, stehen die Con ict-Minerals-App, die Material-Compliance-App und die Product-Chem-Risk-App zur Verfügung.
„Wir sind dabei, weitere Applikatio- nen zu entwickeln, zum Beispiel für die Bereiche Social Compliance, Cor- porate Social Responsibility und ‚Life Cycle Assessment‘ (LCA)“, kündigt Walden zum Ende des Gesprächs an.
https://www.ipoint-systems.com/ de/loesungen/sustainhub/
„Bewältigen Sie doch einfach alle Ihre Nachhaltigkeits- und Compli- anceherausforderungen zentral und mit einem Mausklick“ – wäre das nicht eine optimale Lösung, um den zahlreichen internationalen Regu- lierungen und Anforderungen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Materialien zu begegnen?
Internationale Regulierungen, aber auch Verbraucher- und Kundenanfor- derungen an die Nachhaltigkeit von Produkten und Lieferketten werden immer zahlreicher und komplexer. „Aus diesem Grund haben wir mit dem ‚SustainHub‘ eine zentrale Anlaufstel- le entwickelt, um die Kommunikation
und Datenerfassung innerhalb der Lie- ferkette so einfach und e zient wie möglich zu gestalten“, betonte Jörg Wal- den, CEO von iPoint-systems, im Hinter- grundgespräch mit unserer Redaktion. Über 50000 Experten sind bereits auf dieser Community-Plattform aktiv und managen dort alle ihre Compliance- und Nachhaltigkeitsdaten an einer zent- ralen Stelle. „Der SustainHub sichert heute schon für über acht Millionen Produkte die Konformität mit Gesetzen und Vorschriften“, erklärte uns Jörg Wal- den dazu. Doch wie funktioniert das? Als universell nutzbare cloudbasierte Platt- form ermöglicht der iPoint SustainHub den Zugang zu unterschiedlichen Appli- kationen im Bereich Nachhaltigkeit und
SustainHub: als Cloud-Plattform von jedem Endgerät aus zu erreichen.

















































































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